Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 187)
- Language
- German
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den politisch und rechtlich schwierigen Bedingungen des Bodenkaufes in Palästina, der mit langwierigen Verhandlungen, oft mit Prozessen und immer mit einem bedeutenden Risiko verbunden ist, kann der KKL. nicht direkt die Verhandlungen mit den Verkäufern auf sich nehmen. Er bedarf hierzu einer Gesellschaft wie der PLDC, die diese Schwierigkeiten für ihn auf sich nimmt. Durch die Verbindung mit ihr beschränken sich außerdem die Kosten des JNF. bei durchgeführten Käufen auf 11/2% Dßi Vorbestellung und 3% bei Kauf von bereits im Besitz der PLDC. befindlichen Böden — was in gar keinem Verhältnis zu den Ausgaben steht, die eine besondere, ständig von ihm unterhaltene Kaufabteilung ihm verursachen würde. Uebersehen wurde auch, daß für den privaten Bodenkauf, der — solange der JNF. nicht in der Lage ist, alle bestehenden Kaufmöglichkeiten auszunutzen — eine besonders wichtige Quelle für den Uebergang von Palästinaboden in jüdischen Besitz ist, eine öffentlich kontrollierte Gesellschaft bestehen muß, damit nicht der wilden Spekulation das Feld ganz überlassen bleibt. Im übrigen erweckte die vorübergehende Depression in dem gesamten Kolonisationswerk und dadurch auch in der Nachfrage nach Boden seitens jüdischer Kreise, vielfach den Eindruck, als ob die Bereitstellung von Boden keine dringende Aufgabe sei — ..der Boden läuft uns nicht davon!" Die Leitung der PLDC. erkannte rechtzeitig die Irrigkeit dieser Auffassung und hielt im Gegensatz zu ihr die Erwerbung von Boden für unaufschiebbar. Ohne auf Verständnis und Unterstützung ihrer Bestrebungen rechnen zu können, nahm die Leitung der PLDC. die ganze Verantwortung für die Durchführung dieser Aufgabe auf sich. Um ihren Vorrat an Boden zu liquidieren, um ihren großen Verpflichtungen nachzukommen und die Möglichkeit für neuen Bodenkauf zu schaffen, war in erster Linie eine Ausbildung und Verstärkung der Verkaufsorganisation im Auslande notwendig. Zu diesem Zwecke ging der Managing Direktor der PLDC., Dr. Thon, nach Europa, wo er sich über ein halbes Jahr dieser Aufgabe widmete. Unter seiner Mitwirkung wurde von den Herren Dr. Brutzkus, Architekt Gepstein, Ingenieur Kutzenok, M. Sachs und J. Kaganoff die Gesellschaft „M e s c h e k" gegründet, Avelche als Generalagentur der PLDC. für Europa den Verkauf ihrer Grundstücke übernahm. Hierzu bediente sie sich der in den verschiedenen Ländern bereits bestehenden Einzelvertretungen der PLDC, die sie ausgestaltete und vermehrte. Zur gleichen Zeit weilte der Governor der Gesellschaft, Dr. Ruppin, im Auftrage der zionistischen Exekutive in Amerika und benutzte diese Gelegenheit zu Verhandlungen mit der A merica n Z i o n Commonwealth. Diese übernahm die Vertretung der PLDC. für die Vereinigten Staaten und erwarb einige größere Grundstücke. Sie entsandte als ihren Vertreter Herrn Charles Pas ma n nach Palästina, mit dessen Kommen eine lebhaftere Tätigkeit seiner Gesellschaft eingeleitet wurde. Inzwischen hatte sich ein allgemeiner Aufschwung in Palästina vorbereitet, der in einer steigenden Immigration und Zunahme der 178