Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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EINLEITUNG Indem die zionistische Exekutive ihren Bericht dem XIV. Kongreß vorlegt, kann sie ein Anwachsen des jüdisch-nationalen Gefühls innerhalb der letzten zwei Jahre konstatieren. Dies kommt in der wachsenden Aktivität der zahlreichen Teile der Zionistischen Organisation, in der wachsenden Unterstützung zionistischer Fonds und Institutionen durch Nichtzionisten und in dem ständigen Anwachsen der Einwanderung nach Palästina zum Ausdruck. Dieser Fortschritt ist in erster Linie der wachsenden Erkenntnis des jüdischen Volkes zu verdanken, daß seine Erhaltung als Volk von der erfolgreichen Errichtung der nationalen Heimstätte abhängig ist, während die erfreuliche ökonomische Entwicklung in Palästina selbst in nicht geringerem Maße diese Entwicklung unterstützte. Der Weg des Zionismus seit dem letzten Kongreß wird durch die Steigerung des zionistischen Einflusses in den wichtigsten jüdischen Gemeinden, besonders in Polen, Deutschland und Oesterreich und anderen Teilen Mitteleuropas gekennzeichnet, ein Fortschritt, der das Ergebnis systematischer und energischer Anstrengung war, die Eroberung der Gemeinden durchzuführen, die eine Forderung des unsterblichen Theodor Herzl gewesen ist. Von geringfügigen Ausnahmen abgesehen, gibt es gegenwärtig keine organisierte Opposition der Judenheit gegen den Zionismus mehr, aber es gibt ein gewisses Maß von Indifferenz, die vielleicht in manchen Fällen eine Art von passiver Sympathie darstellt, die darauf wartet, in aktive Unterstützung umgewandelt zu werden. Das wichtigste Ereignis der letzten Monate, die Einweihung der hebräischen Universität in Jerusalem, ließ eine Welle von Begeisterung durch die ganze Weltjudenheit gehen, die nur mit der Begeisterung nach Veröffentlichung der Balfour-Erklärung verglichen werden kann. Es war bisher noch keine Zeit, diese Begeisterung in die festen Kanäle zionistischer Arbeit zu lenken, aber ihre Stärke und ihre weltweite Ausdehnung bezeugen die großen Möglichkeiten der Zukunft. Die Exekutive, die an den Prinzipien der jüdischen Nationalbewegung unverändert festhält, hat sich bemüht, die Mitarbeit derjenigen jüdischen Kreise zu gewinnen, die noch außerhalb der Zionistischen Organisation stehen, indem sie die Verhandlungen zwecks Erweiterung der gegenwärtigen Basis der Jewish Agency fortsetzte. Bei diesen Bemühungen war die Exekutive wie stets von dem ernstesten Willen beseelt, das Höchstmaß an Mitarbeit von allen Teilen der Judenheit für die Befreiung und dem Aufbau Erez Israels zu erreichen. 5