Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 8 (20.2.1914)
- Date
- 1914-02-20
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 8. Da» jüdische Statt. 13 Hedaljat). Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) „Antworte mir frei und offen, willst Du?" fragte er nochmals und drehte ihr abgewendetes Gesicht zu sich. „Dein Bruder sagte mir, Du seiest mir gut, ist dem so?" Dinahs Lippen gaben nicht die Antwort, aber in ihren Augen fand er sie. „Du willigst also ein?" fragte er. „Ich kann nicht, ich darf nicht" stammelte jetzt Dinah bebend und bedeckte ihr Gesicht mit den Händen. Er sah sie erstaunt an: denn er hatte ihr die Hände von dem Antlitz genommen und sah, daß sie weinte. „Ich kann nicht, ich darf nicht," wiederholte sie, „mir ist kein solches Glück auf Erden gegönnt." „Hast Du ein Gelübde getan?" ) „Seit ich denken und fühlen kann, war es fest in mir, meiner Herrin stets zu dienen und nie einem Mann ins Haus zu folgen." „Hattest Du es Deinem Gott im Herzen gelobt?" „Nein", sprach sie rasch, zu ihm aufblickend, „es war nur eine Vornahme." „So ist es auch nicht bindend; nur was man dem Ewigen Zebaoth gelobt, hat bindende Kraft; darum trockne Deine Thränen, liebes Mädchen, Deine Herrin bedarf Deiner nicht nicht mehr, ein anderer lebt und sorgt für sie und lenkt, und hütet ihre Schritte. Ich steh' allein und sehne mich auch nach einer liebenden Hand. Willst Du mir von nun an so treu und liebend dienen, wie Deiner Herrin, willst Du? so sage Ja und gib mir Deine Hand." Sie sagte ja und gab ihm ihre Hand und duldete es still und tief erglühend, daß er sie in seine Arme zog, dann gingen sie nach dem Palmenhause. Vor der Hochzeit des Paares machte Jochanan noch eine Wanderung zu einem der nächstwohnenden, benachbarten Völker, um Kleinvieh einzutauschen, da ein großer Mangel daran war. Nach einigen Tagen kam er zurück. Die Nachrichten, die er aber mitbrachte, waren von keiner angenehmen Natur. Zuerst hatte er vernommen, daß sich die Jdumäer zu einem Kriege gegen sie rüsteten und einen Einbruch beabsichtigten, das offene schutzlose Land an sich zu reißen, und auch gegen die Bewohner Feindliches zu unternehmen; doch diesem Gerüchte legte er kein Gewicht bei, weil er es für unwahrscheinlich hielt. Die Jdumäer hatten stets in Frieden mit ihrem Lande gelebt und dann, wenn sie selbst nach Boden geizten, so war es ihnen ein Leichtes, die weiten, unbewohnten Landstriche sich ohne Schwertstreich anzueignen, gegen die armen, wenigen zurückgebliebenen Bewohner würden sie gewiß nichts unternehmen. Anders war es mit der andern Nachricht, die erfüllte ihn mit tiefstem Schrecken. Am Hofe von Amon lebe ein entwichener jüdischer Feldherr, hatte er vernommen, ein Fürst, der sich an der Flucht des Königs beteiligt hatte, und dem es allein gelungen war, sich zu retten. Er sei sehr angesehen am Hofe von Amon, denn er hatte schon den Amonitern wesentliche Dienste gegen benachbarte Feinde geleistet. Aus den Schilderungen, die er sich von diesem Manne machen ließ, hatte er Jsmael erkannt und außerdem erfahren, daß der Mann am amonitischen Hofe von allen Vorgängen Mizpas unterrichtet sei und nichts Gutes gegen den kleinen Staat beabsichtige. Gedaljah versammelte die Aeltesten, um gemeinschaftlich gegen die drohende Gefahr zu beraten. Was war zu tun? Sie waren von Waffen entblößt und es war zwecklos, wenn sie alle zerstreut wohnenden männlichen Bewohner zusammenberiefen. Die wenigen syrischen Krieger, die in ihrer Mitte lebten, waren auch nicht imstande, einen großen Widerstand zu leisten; denn wenn Jsmael erschiene, so war es gewiß mit einigen hundert Kriegern. Nach Babylon zu senden, um Hilfe zu beanspruchen, konnte zu spät werden. Jochanan fand ein Hilfsmittel. Auf seiner Flucht von Babylon hatte er erfahren, daß viele kleine Truppen jüdischer Krieger, die Nebukadnezars Scharen in dem offenen Lande versprengt und zerstreut hatten, bevor sie Jerusalem belagerten, bei den Völkern der Nord- und Westgrenze Palästinas als Flüchtlinge lebten. Diese wollte er sammeln und heimführen. Die Ausführung konnte höchstens einen Monat beanspruchen und bis dahin würde der Feind nichts unternehmen. Jochanans Rat wurde angenommen, weil es keinen anderen Ausweg gab. Jeremia bot sich ihm als Begleiter an, um ihn durch die Kraft seines Wortes in seinem Unternehmen zu unterstützen. Es war, als ob sich Jochanan gar nicht von den Lieben hätte trennen können, als er am andern Tage die Wanderung unternahm. Zweimal kehrte er zurück. „Sei vorsichtig!" war sein letztes Wort an den Freund. Jsmael. In einer Nacht, es mochte gegen Mitternacht fein, weckte Gedaljah ein Pochen an der Haustüre. Er war allein in dem Vordergebäude, in dem Hinterhause schliefen, wie gewöhnlich, die wenigen Knechte und syrischen Männer. Der Statthalter erhob sich von dem Lager, trat aus seiner Schlafkammer in die Vorhalle und fragte, wer Einlaß begehre. Eine fremde, heisere Stimme gab Antwort. Der junge Fürst trat betroffen zurück, so fremd die Stimme war, so klang ein leiser Ton daraus, der ihm bekannt schien, der ihn an jemanden mahnte; doch konnte er sich nicht erinnern, an wen. „Wer bist Du, und was willst Du?" fragte er. „Ich heiße Reuben, wohne in dem Wohnsitze bei Gibeon und bin hierher nach Mizpa zu Dir gekommen, Um Dir eine wichtige Botschaft zu bringen, doch unterwegs hat mich heute ein böses Uebel befallen, ich konnte nur langsam vorwärts kommen und jetzt bin ich vor Deiner Tür fast zusammengesunken." (Fortsetzung folgt.)? Verlangen Sie Prospecr üDer;• Bleyle'Sweater für IVioDen und AAädchen Bleyte-» Sweateranzüge BleylesSweafer Kleidchen |» Nur solide Dualraten Srers schöne Neuheiten ~' Große Auswahl für das Alter 118 Jahren Preisliste gratis und franko. Aug.Friedr.Sauer Stuttgart 8t» Xeue Hriicke I Spezial-Versandgeschäft für Bleyle’s Knaben-Anziige. 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