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Das jüdische Blatt · 1913-12-26 · 52 (26.12.1913) · p. Seite 13

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
52 (26.12.1913)
Date
1913-12-26
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 52. Das jüdische Matt. 9 wurden per Akklamation wiedergewählt. Da der seitherige Bibliothekar und stellvertretende Schriftführer, Herr Otto I s a a e, entschieden erklärte, eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können, wurde als Schriftführer Herr Jakob Süß gewählt. Da die Herren Freund und W a r i f ch, die für den Bibliothekarpoften in Betracht kamen, ebenfalls sich weigerten, eine eventuelle Wahl anzunehmen, fand eine engere Wahl zwischen den Herren Felix Ellern und Weil statt, aus der Herr Weil mit 5 Stimmen Mehrheit als gewählt hervorging. Die Versammlung verlief entgegen ihren stürmischen Vorgängern sehr ruhig, -c- Karlsruhe. Gestern verschied hier Dr. S a l v e n d i. Früher Rabbiner in Dürkheim (Pfalz), hat er sich nach einer arbeitsreichen Wirksamkeit seit einigen Jahren zu seinen Kindern nach Karlsruhe zurückgezogen. Er ist ganz besonders durch seine Mitarbeit an vielen Humanitären Werken und durch seine Sammelstclle für Spenden für Erez Israel und andere wohltätige Zwecke bekannt geworden. Wir werden noch Gelegenheit haben, darauf zurückzukommen. Schweix. Basel. Dem Budget-Voranschlag pro 1914 der hiesigen israelitischen Gemeinde, der in der Generalversammlung genehmigt wurde, entnehmen wir folgende Zahlen: Es bilanziert mit Fr. 75 000.—. An Einnahmen sind vorgesehen: An Jahresbeiträgen Fr. 48 000.—, an Synagogenplatzmieten 14 000.—, an Mizwos 1 500.—, an Aufnahmegebühren 1000.—, an Schächtgebühren 2000.—, an Friedhofsgebühren 2000.—, an Spenden und Taxen 3000.—, an Hausmieten 3500; demgegenüber stehen die Ausgaben, welche sich folgendermaßen verteilen: Für Gehälter Fr. 33 000.—, für Pensionen 3900.—, für Einlage in den Pensionsfonds 700.—, für Beitrag an die Armenpflege 3000.—, für Versicherungen und städtische Gebühren 900.—, Elektrizität, Gas, Wasser 1500.—, Heizung 2500.—, Unterhalt der Gebäulichkeiten 3000.—, Friedhofsunkosten 1000.—, Synagogenchor 1800.—, Religionsschule 1200.—, Telephon 250.—, Hypothekarzinsen 8800.—, Verzinsung von Fr. 84 000.— Friedhofsobligationen 3360.—, Amortisation von Friedhofsobligationen 3000.—, Drucksachen, Porti und Unvorhergesehenes 2600.—. Es bliebe demnach ein Ueberschuß von Fr. 4490.—. Hiergegen ist aber die letzte Teilzahlung an Liegenschaft Leimenstraße 24 von Fr. 20 000.— zu leisten und ist somit ein Defizit von ca. Fr. 15 000.— vorgesehen. Basel. Das Schächtverbot, durch welches nunmehr, nachdem Sachsen die Schechito wieder erlaubt hat, sich die Schweiz allein „auszeichnet", droht in letzter Zeit zu einer wahren Kalamität zu werden. Infolge der Maul- und Klauenseuche, die in einigen Kantonen der Schweiz herrscht, ist die französische Grenze für die Einfuhr, auch von geschlachtetem Fleische, gesperrt. In Zürich, das ebenso wie Basel sein Koscherfleisch aus Delle in Frankreich bezieht, stockte die Fleischeinfuhr einige Tage gänzlich, auch in Basel kam es mit erheblicher Verspätung an. Nunmehr muß das Fleisch, das in Frankreich geschlachtet wird, über das Elsaß geleitet werden und darf nur auf diesem Umwege eingeführt werden. Was würden wir Juden aber anfangen, wenn auch die elsässische Grenze gesperrt würde? Die maßgebenden Persönlichkeiten der Schweiz sollten doch endlich daran gehen, all ihre Kräfte anzuwenden, um die Aushebung des Schächtverbots zu erwirken. Feaiikeeich. Paris. Oberrabbiner Abraham Cahen, Ehrendirektor des kleinen Rabbinerseminars und Sekretär des Zentralkonsistoriums, ist im Alter von 78 Jahren gestorben, nachdem er sich erst vor kurzer Zeit zur Ruhe gesetzt hat. Ein Metzer Kind, hat derselbe am Rabbinerseminar in Metz seine Studien gemacht und dann in verschiedenen Rabbinaten und Oberrabbinaten, so in Constantine und Alger, seines Amtes gewaltet und sich auch schriftstellerisch betätigt. Bekannt ist seine Arbeit über „das Metzer Rabbinat während der französischen Periode". Paris. Herr Raphael Georges L e v y, Mitglied und Schatzmeister des Zentralkonsistoriums, ist zum Mitglied der Acaddrnie des Sciences morales et politiques ernannt worden, in der schon zwei andere israelitische Mitglieder sich befinden, der berühmte Philosoph Bergson und Lyon Caen, der frühere Dekan der Pariser Rechtsfakultät. In der Academie des Sciences sitzen die Herren Lippmann und Hademard; in der Acaddmie des Inscription: Michel Brdal, Solomon Reinach, Theodore Reinach, in der Acadömie des Beaux-Arts: Baron Edmond de Rothschild. Belgien. Antwerpen. Am 21. Dezember fand hier in Anwesenheit von einem Publikum, das nach vielen Hunderten zählte, die Grundsteinlegung zur Synagoge der gesetzestreuen Gemeinde „M achsike-Hadars" statt. Der Präsident der Gemeinde, Herr Dr. A. Wolf f, dankte allen, die durch Rat und Tat beigetragen haben, dieses so lang ersehnte Werk in Angriff zu nehmen. Der Redner wies in gediegener Form auf den Zweck und die Bedeutung der zu erweiternden Synagoge hin. Während zwei Grundsteine von den beiden Herrn Rabbinern gelegt wurden, wurde der dritte Grundstein versteigert und die schöne Summe von 1700 Fr. hierfür gelöst. Rach Vollzug des feierlichen Aktes der Grundsteinlegung hielten die beiden Herren Rabbiner Uhlmann und Rottenberg wohldurchdachte Festreden, die von glänzenden homiletischen Gedanken durchwoben waren. Besonders wurden die Verdienste des Gemeindepräsidenten, Herrn Dr. A. Wolfs, der die Seele in der Entwicklung der hiesigen gesetzestreuen Gemeinde bildet, hervorgehoben. Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen der beiden bewährten Redner. Dem monumentalen Synagogenbau wird sich der Bau eines großen Beth-Hamidrasch anschließen. Dr. R. Amerika. Nathan Strauß, der wohlbekannte amerikanische Millionär, hat sich vom Geschäft zurückgezogen und will seine Zeit und Kraft ganz in den Dienst der Humanität stellen. Besonders interessiert sich H. Strauß für die Gewährung keimfreier Milch an die Kinder; dieser Arbeit will er auch weiter seine Muße widmen. Da seine in Palästina gegründeten Stiftungen seine persönliche Anteilnahme erfordern, wird er sich dorthin begeben, um deren Durchführung und Verwaltung selbst zu überwachen. Er hat einen Aufenthalt von mehreren Monaten im heiligen Lande in Aussicht genommen, um seine dort errichteten Unternehmungen auszubauen, nämlich die Volksküche, das Internationale Gesundheitsbureau und das Pasteursche Institut gegen Tollwut. Nathan Strauß wird in Gesellschaft seiner Frau reisen. Philadelphia. Ein Metzger hat zwei hiesige Rabbiner wegen Verleumdung sowie schwerer Geschäftsschädigung verklagt, weil dieselben durch Zirkulare die Gemeindemitglieder darauf aufmerksam gemacht, daß das von diesem Metzger verkaufte Fleisch nicht die nötige Garantie für Kaschrus biete. Der Gerichtshof entschied, daß ein Rabbiner nicht bloß das Recht, sondern die Pflicht habe, seine Gemeindemitglieder auf die Metzgereien aufmerksam zu machen, in denen sie sich nicht mit absolutem Vertrauen auf religiöse Zuverlässigkeit versorgen können. Er erfülle I hiermit nur, was seines Amtes ist, ebenso wie es Sache der Sa-

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