Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 50 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 50. Das jüdische Statt. 11 21. H. in £>. Sie sehen wie wünschenswert oft das Aufbewahren ist. Die verlangte Nummer wird Ihnen zugehen. Das Unerwünschte verbrennen. Beim bevorstehenden Quarlalsivechrel ersuchen wir unsere geehrten Postabvnnenten, die ihr Abonnement noch nicht erneuert haben, sich schleunigst wieder aus Das Jüdische Blatt zu abonnieren, damit in der Anstellung des Blattes keine Verzögerung eintrete. Der Bezugspreis für ein Vierteljahr beträgt nach wie vor nxtv 0,75 Mk. ausschließlich Bestellgeld. Neue Abonnenten erhalten die Nummern bis I. Januar aus Verlangen gratis zugesandt. Hedatjal). Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Im Lager des Babyloniers. Nebukadnezar hatte während der ganzen Zeit der Expedition seinen Aufenthalt in Riblah genommen, einem kleinen Städtchen, einige Stunden von Jerusalem entfernt, von dort aus leitete er die ganze Belagerung. Sein Zelt war vor der Stadt auf einem Hügel aufgeschlagen, zu dessen Fuße sich eine unübersehbare Ebene dehnte, auf der seine Heere lagerten. Am Tage nach der Einnahme der Stadt berief er seine Räte und Feldherrn zu einer Beratung vor sein Zelt; sie saßen im weiten Kreise und in der Mitte auf erhöhtem Sitze der König Nebukadnezar. Er hatte ein mächtiges, gewaltiges Gesicht und einen Blick, dessen überwältigende Kraft kein Menschenauge lange ertragen konnte. Seine Stimme war tief und voll und von metallischem Klange, seine Sprechweise kurz und gedrungen und doch von abgerundeter Form, ganz entgegengesetzt der üppigen, blumenreichen des asiatischen Volkes; Hoheit und Majestät sprachen aus seinem ganzen Wesen. Die Beratung war ernst und wichtig: es handelte sich nämlich darum, ob der König mit dem ganzen Heere nach Babel zurückkehren sollte, oder ob nur ein Teil desselben die Gefangenen nach Syrien geleiten und er gleich von Palästina aus den Strafzug nach Aegypten unternehmen sollte. Man entschied sich fürs erstere; denn der König war dafür. Er begann eben seine Gründe hierfür zu entwickeln, als zufällig seine Blicke unten nach dem Tale fielen, wo die eingebrachten Gefangenen zwischen seinen Scharen lagerten. Er brach mitten im Satze ab und gab dem ihm Zunächstsitzenden mit leisen Worten einen Befehl; dieser entfernte sich und kehrte in kurzer Zeit mit einem syrischen Krieger zurück. „Was hat dir der hebräische Greis getan, daß du ihn, wehrlos und gefesselt wie er war, niederstießest?" fragte Nebukadnezar. Der Mann erbleichte; denn seines Königs Antlitz war finster und drohend. Er warf sich in den Staub vor ihm, und, die Erde mit der Stirne berührend, sprach er bebenden Tones: „Herr, ich fand ihn beim Gebete. Als ich die fremden Laute in unserm Lager vernahm, befahl ich ihm, den Baal anzubeten und ihn, wie ich, anzurufen. Er weigerte sich, ich sah es als eine Verhöhnung unseres Gottes an und da . . ." „Steh auf!" unterbrach ihn Nebukadnezar. Der Krieger gehorchte, und als er in das Antlitz des Königs sah, ergriff ihn ein gewaltiges Zittern; er las fein Urteil darin. „Gnade, Gnade!" stammelte er. . „Zum letztenmal ist für dich die Sonne ausgegangen," sprach der König, „du stirbst, und noch in dieser Stunde. Meine Krieger sind Helden im redlichen, offnen Kampfe, aber keine Mörder gegen gefesselte Männer; du stirbst, wie du gemordet." „Gnade, Gnade!" wiederholte der Syrier. Nebukadnezar blieb unerschütterlich. Er ließ seinen ersten Sklaven holen, und vor seinen Augen wurde der Schuldige gerichtet. Seine Umgebung war an ein solch plötzliches und energisches Eingreifen gewöhnt, seine Hand traf wie der Blitz so sicher und unvorhergesehen, aber auch gerecht. Diesmal schien manchem das Verfahren doch zu schnell oder, besser gesagt, zu tyrannisch; denn das Eisen des Syriers hatte nur einen Gefangenen gefällt, und dies Leben wog doch nicht das eines Landeskindes auf. (Fortsetzung folgt.) Soeben erschien: Vorgeschichte Israels und seiner Religion. Nach der altjiidischen i'berlieferuug und den zeitgenössischen Inschriften gemeinverständlich dargestellt. Nebst einer Anleitung zur Popularisierung derselben verrnitmittelstdesReligiousunterrichts Von Rabbiner Dr. S. lampet. Preis broschiert M. S- < frankfurta M.J.Kauffmann verlag< > Schadchen gut eingeführt, empfiehlt sich unter Chiffre U. G. 878. an die Expedition des Blattes. In meinem Verlege erschien soeben: für und wider die Milche Volksschule in Preußen. Von Realschnldirektor Dr. T. Adler in Frankfurt a. M. Mit einem zweiten Teile: Sie jüdische Volksschule in Süddeutschland. Von Lehrer L. Dingfclder in München. Herausgegeben von dem Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutsd)en Reich. -Preis broschiert 80 Pfg.- Frankfurt a. M. I liH FI'M 1 \X Verlag. NW" Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich, insdesondere nicht hin licht - iich des rituelle« Charakters der empfohlenen Waren. jsüSUjg' METZ Pension Wölpe Gartenstrasse 8 II. nächst Paradeplatz Anerkannt gute Küche. Anmeldungen höfl. erbeten. Isr. Unterrichtsanstalt zu Kusklrchen (Rheinl.) Gründl. Unteriicht in allen Realu. Gymnasialfächern durch staatl. gepr. Lehrkräfte. Vorher, z. Einjähr. Prüf. Prosp. d. d. Leitung. l»r. Ileilbere.