Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 44 (31.10.1913)
- Date
- 1913-10-31
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44. Das jüdische Blatt. 13 3on 08. — Fr. Mendes-Vegua geb. Silveyra Nathalie, 80 I., aus Asnieres. — Antreiber Marcus, 48 I., nie Mamadct 7(5. - Kahn Lazare, 29 I. — Weil Salomon, 67 I, kanbonig Saint Dems 9. — Fr. Haim Auguste, geb. Naxnra Emma, 76 I„ nie Ijau.lin 31. ■ Fr. Samuel, geb. Netter Sara, 70 I, me des Entrepreneurs 56. Aaron Fernand, 47 I, boulevard llalesherbes 162. — Fr. Gosling, geb. Bamberger Franns, aus Saint-Viatre (Loire et-Cher). Fr. Straus; Daniel, geb. Levy Amelie, 68 I., aus Meulan. - Fr. Geismar Marx, geb. Douviuet Caroline, 41 I. — Levy Leopold, 52 I, boulevard Sehastopol 76. — Fcl. Dreyfus Sara, 52 I, nie des llartvis 19. — Abid Elicäu, 46 I., nie de l'IIOtel-de-ViIle 20. — Marix Edmoud, 75 I., nie Bergüre 22. — Blum Line, 8 I., aus SainETenis. - Bloch Emile, 65 I., boulevard cGs Batignolles öd. — Colonel Picart Ernest, 50 I., me de loegueville 62. — Maier Alfred, 69 I., nie .lonlboy 92. — Gribinski Jsaac, 71 I., nie de C.nmee bis. — Frl. Levy Alice. 22 I, nie Mathis 46. Griinfeld Lazard, 70 I. - Blatmann Georges, 6 I., me dos Trois-Couronnes 4. — Fr. Friedlander, geb. Geltrink Marie, 37 I. II Mtsek-ßcke. Sendungen für diese Rubrik nur an!| -! - Dr. Bloch-Barr erbeten. 1: Charade. Von Realquartaner Paul Geismar, Colmar. Ich bin zu finde» im heiligen Land, Dort bin ich ein Berg, Dir wohlbekannt. Doch hast Du entfernt 'nen Konsonant. Durdizich ich als Lasttier den Wüstensand. 2 Zahlenratsel. Von Mine und Suzette Schwab, Mommenheim. 12345635732890 Türkische Hauptstadt. 2 119 12 fijluß in Deutschland. — 3 2 6 Name aus der dieswöchentlichen Sidiah. — 4 9 0 13 6 Mäd! enname. — 5 6 14 3 14 4 Deutsches Gebirge. — 6 11 0 9 12 Vogel — 3 15 12 3 16 9 12 17 Bayerische Stadt. - 5 7 17 9 12 Raubtier. — 7 12 13 17 6 12 11 Mädchenname. - 3 6 14 18 9 7 13 Badeort. — 2 3 7 6 4 Hohepriester. — 9 4 12 6 Schriftgelehrter. — 0 9 6 Stammutter. — Erste Reihe Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter. irätseliösungea aus |tv. 41. 1 Ianm Kippur (vgl. Berichtigung in Nr. 42 43). 2. Jom .Kippur, ^lga, Malaria, .Kain, Fll, Persien, Paris, Undine, Nabe. wichtige ^rätseUösnngen: Ei» Rätsel: Frau Berthe Goetschel, Luzern. — Audr6 u. Roger Blum; Blanche Olff, Barr. — Peter Levy, A-B-C-Schütze, Gebweiler (Ob.-Elf). Zwei Rätsel: Robert u. Suzaune Geismar, Romansweiler. — Silsanne Snnon, Reid)shofcn. - Norbert Lehmann, Dauendorf, z. Zt. Colmar. — Sali, Susanne u. Henri Wahl, Ingweiler. Drei Rätsel: Mine u. Suzette Schwab, Mommenheim (natürlich war es ein Druckfehler; es hätte heißen sollen; „Pobhaus"). Ieanne Hirtz, Winzenheim, z. Zt. Neubreisach. — Helene Samuel, Neubreisach. Vier Rätsel; Paul Geismar, Realquartaner, Colmar. Hedaljal). Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Abners Haus war fast ganz leer geworden. Ein Sturmwind war daher gefahren und hatte all' die vielen schönen Blüten geknickt, die einst das Haus geschmückt und belebt, aber auch die Säulen niedergerissen, die es gestützt. . . . Der zerrissene und zerklüftete Stamm blieb, während die von Iugendkraft strotzenden Riesenäste um ihn herum abfielen. Jetzt lag der Greis selber auf dem Totenbette nach Erlösung ringend. Sein weißes Haupthaar reichte bis fast an die Hüften, sein Gesicht sah steinalt und verschrumpft aus. So lag er schon seit zwei Tagen mit geschlossenen Augen, ohne daß das Bewußtsein ganz schwinden oder wiederkehren wollte; nur wilde unzusammenhängende Laute drangen manchmal über seine Lippen und gaben Kunde von den schaurigen dunklen Nachtbildern, die seine Seele füllten. Endlich* am dritten Nachmittag veränderte sich sein Zustand. Wie aus einem tiefen Schlafe erwachend, richtete er sich plötzlich auf seinem Lager auf und sprach: „Ich will eingehn zu meinen Vätern, wo sind meine Söhne, daß ich sie segne." Von seinen Söhnen war keiner da; nur Dinah und Zippora befanden sich in der Halle. Iochanan hatte seit der Krankheit des Vaters nur zwei bis dreimal, auf Momente nach ihm gesehen. Die Mauern waren wieder mehr als je bedroht und seine Anwesenheit dort unentbehrlich. Doch jetzt ertönten draußen seine hastigen Tritte und er trat ein, zur rechten Zeit, den Segen des sterbenden Vaters zu empfangen. Iochanan und Dinah knieten vor dem Lager und die Hände Abners ruhten auf den bleichen Häuptern seiner Kinder. „Ich sehe mich um nach meinen Söhnen und Enkeln und finde sie nicht", sprach der Greis nach einer tiefen Pause, dann fuhr er fort: „Einst brachte man Jakob den blutgetränkten Rock seines Sohnes und er erkannte ihn als den Josefs und sprach: „Weh mir, mit Leid werde ich in die Grube fahren: sie haben mir meinen Sohn Josef erschlagen." Ich hatte zwölf der Söhne, mit Segen und Heil war mein Haus gefüllt. Enkel erblühten an meiner Seite und mit Staunen und Bewunderung sahen die Menschensöhne, wenn ich einherging unter meinen Kindern. Vernichtet ist die reiche Saat und nichts ist von ihr geblieben, als zwei Halme. ..." Totenstille herrschte in der Halle. Keiner wagte mit einer Silbe das Schweigen zu unterbrechen. Es lag Etwas in den Blicken, in dem Gesichte, in der Stimme des Greises, das mit scheuer bebender Ehrfurcht erfüllte, das nicht mehr dieser Erde anzugehören schien. Gebeugt blieben die Häupter der Knienden und Abner fuhr fort: „Nicht klagen und murren will ich, o Gott Zebaoth, Gott meiner Väter, ob des Leids, das mich betroffm. Du schicktest einst Hiob größere Prüfungen und er bestand sie, wenn auch erst nach langer, banger Nacht, nach langem Geisteskampfe. (Fortsetzung folgt.) MARKE