Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 33 (31.8.1913)
- Date
- 1913-08-31
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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«.^'MWWWWMWWWWWWWWWWM Nr. 33. Das jüdische Kiatt. 13 Gestoedene: Prof. Dr. Edwin Goldmann, 51 I., Freiburg i. B. — Leopold Jost, Karlsruhe. — Frau Ja-ob Ettlinger, geb. Lang. 30 I., Karlsruhe. In Paris: Gellmann Henri. 1 I. — Levy Esrie. 81 I. — Joseph Simon, 74 I. — Lehmann Israel, 89 I. — Fr. Zousemau, geb. Malka Frina, 70 I. — Wichgrod Salomon, 57 I., Pau. — Souve Moise, 89 I. — Schwab Rene, 3 I. — Malkin Salomon, 30 I. — Fr. Cers Daniel, geb. Erlange Adele, 82 I. — L6vy Paul, 55 I. — Ebstein Charles, 73 I. — Fr. Schmoll Nephtalie, geb. Weil! Sara, 51 I. Benezza Judas, 19 I. — Levy Abraham, 59 I. — Springfeder Conrad, 53 I. — Carow Edouard, 57 I. — Netter Felix, 57 I. — Fr. Galbonoff Bella, geb. Spigelmann Anselme, 34 I. — Fr. Haberer Madeleine, geb. Lampe! Hirsch, 52 I. — Fr. Jacob Sallnion, geb. Levy Ernestine, 50 I., Levallois. — Coblentz Ifaac, 73 I. — Dupire Jeanne, 2 3. — Aron Edmond, 86 I., Saint-Leu. — Fr. Rose Jules, geb. Bloch Rachel, 86 I. — Fr. Bloch Abraham, geb. Netter Caroline, 72 I. — Frl. Ducas Julie, 70 I. — Fr. Dumtschin Aron, geb. Lob Halene, 36 I. §1 Flälsekßcke. Sendungen für diese Rubrik nur an lg - Dr. Bloch-Barr erbeten. -■—1 1. Uisrleirlrarterrriilsel. Bon Madeleine, Marcel und Lucien Weil, Rosheim. Wann wird dieser Knabe Barmizwoh? 2. Bon Georg und Henri Bloch, Rosheim. 123456789 Deutscher Bundesstaat. — 2 4 5 0 Fluh Asiens. — 3 11 5 0 Biblischer Frauenname. — 4 3 4 5 Aufenthaltsort des ersten Menschenpaars. — 5 0 3 0 6 Sohn Arons. — 6 4 3 7 11 5 4 Wüstenbewohner. — 7 8 11 0 Hauptmann Davids. — 8 7 6 4 5 Israelit. Stamm. — 9 8 0 5 3 4 Spanischer Edelmann. — Oberste Reihe Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter. RiitseUösnng aus |tr. 31. R, Lot, Ester, Kap Horn, Rotschild, Spichern, Elisa, Eli, d. Richtige RätseUösungeu: Ein Rätsel: Leo Bloch, Schlettstadt, z. Zt. Mülhausen. — Oberrealprimaner Marcel Bloch, Mülhausen (es heißt „Lag beomer"; das Rätsel ist jetzt auch nicht „zeitgemäß"). — Madeleine Weil, Rosheim (das selbst gestellte Rätsel zählt natürlich nicht bei den Lösungen). — Jacques, Jenny u. Alice Braun, Ingweiler. — Helene Samuel, Neubreisach. Zwei Rätsel: Suzanne Geismar, Romansweiler, Schülerin der Höh. Mädchenschule, Wasselnheim. — Alfred Fohlen, Püttlingen. Drei Rätsel (aus Nr. 31 u. 32): Fernande Levy, Selektanerin, Zabern. -^- Hedat'jah. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) „Ich kann ihm nicht Unrecht geben", sagte Abner nach einer Pause, „in Zeiten der Gefahr darf man die Last auf seinen Schuldern nicht verdoppeln. Ich zog die Lehre aus Deinen Worten, mein Sohn, daß die Jugend oft erfahrener spricht und urteilt, als das Alter, das ein langes Leben hinter sich hat." Unter diesem Gespräch waren die Stunden verrauscht, der Abend nahte und mit ihm die Stunde zum Gebete. Die Männer erhoben sich und gingen alle nach dem Tempel. Acht Tage blieb der Mann aus Naphthalie im Hause Abners, als diese Zeit um war, machte er sich auf und zog in seine Heimat, begleitet von den Segenswünschen der ganzen Familie und bereichert mit dem, was er gesehen und erfahren in der Stadt Jerusalem. Das Fe ft der Jünglinge. Die Mittagssonne glühte mit heißem Strahl und zog goldene Streifen auf den schwarz gepflasterten Straßen der Stadt,') als sich ein seltsamer Zug Zion hinaufbewegte, weißgekleidete Jungfrauen, mit Blechinstrumenten, Harfen und Psaltern bewaffnet: sie trugen goldene Ringe an den Zehen der mit hellen Lederriemen sandalenartig verschnürten Füße, Spangen glänzten an ihren Armen und Kränze von Kopherblätter und Granatblüten schmückten ihre schwarzgelockten Häupter. Die Schar, die von unzähligem Volk begleitet, war in drei Gruppen geteilt; die erste faßte die preisgekrönten Schönheiten, unter denen, als Schönste der Schönen, die Königstochter Zippora hervorleuchtete. Ihr Purpurmantel floß um ihre hohe königliche Gestalt, und der goldene Haarreif leuchtete wie eine Krone über ihre hohe Stirne. Die zweite Gruppe bestand aus den Reichen und Adeligen, die dritte aus den Armen und Häßlichen. So zogen sie singend und spielend und in ernster, abgemessener Weise tanzend nach den Weingärten, die weit hinter den königlichen Palästen am südwestlichen Ende des Zion lagen. Als sie dort anlangten, erschien von entgegengesetzter Seite ein endloser Zug von Jünglingen, festtäglich geschmückt und mit Myrthenzweigen und Palmblüten begrenzt. Die Jünglinge gruppierten sich im weiten Halbkreise, die Jungfrauen ließen sich auf erhöhten Sitzen auf der Erde nieder, die Mitte nahm die Königstochter ein, an deren Seite Dinah saß; dann entschleierten sich alle, die Musik schwieg und die Schönen nahmen zuerst das Wort und sangen: „Erhebt ihr Jünglinge das Haupt und seht, welche Ihr Euch unter uns wählet. Glänzend wie der Sonne Licht strahlt das Feuer unserer Augen, weiß wie Milch ist die Farbe unseres Antlitzes, und schwarz wie Gagat, die unserer Haare, Granaten gleichen unseren Lippen und Perlen aus dem Meeresgründe den Zähnen unseres Mundes, schön und stolz ist unsere Gestalt, darum wählet uns Jünglinge! denn wohlgefällig ist die Schönheit dem menschlichen Auge." Dann schwiegen die Schönen und die Häßlichen und Armen begannen: „Laßt Euch nicht irreführen, Jünglinge Judäas, und von Schönheit blenden! wie Rauch vergeht sie und wie Nebel, die aufsteigen aus dem Tale Cidron, aber ein tugendhaftes und gottesfürchtiges Weib blüht ewig, ewig wie die Rose Jerichos, die der Blick der Liebe verjüngt, darum wählt uns, Ihr Jünglinge." Die Geadelten und Reichen antworten, indem sie die Macht besangen: „Reichtum und Adel ist mehr denn Alles. Wir dehnen uns auf weichen Pfühlen, Sklaven und Knechte harren unseres Winkes, Gold ist der Boden, auf den wir treten, und Leckerbissen bedecken unsere Tafeln. Durch Gold kauft sich der Mann Macht und Ehre und kann der nächste an des Königs Seite werden; darum wählt uns, Jünglin,ge Judäas." Der Gesang schwieg. Jünglinge traten aus dem Kreise, gesenkten Hauptes nahten sie sich und beugten sich vor dem Gegenstände ihrer Wahl; nahm ihn die Jungfrau an, so warf sie ein Ende ihres langen, wallenden Schleiers über seinen Nacken, wies sie ihn ab, so verhüllte sie mit demselben ihr Angesicht. Die Gewählten traten mit ihren Jünglingen in H König Salomon lieh die Stadt mit Basalt pflastern.