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Das jüdische Blatt · 1913-01-10 · 2 (10.1.1913) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Das jüdische Statt. Nr. 2. Uiitsellösimgen aas Uv. 82. 1. ifeffiiui, Undine, Larali, Tebet, Jehu, (Senfersee, Ereb Raupe, Diägoner, Ahasia, Lineal, Lavendel, Cvrlc, Sofrafetf. („Lustiger Dalles geht ueber alles"). 2. Pelvdiö (»ach Seiei-bajoschor); Elieser, Laura, Cftcnbe, Duero, Isinael, Zaul. ttichtige Rätsettosungen: Frida Plaut, Nürnberg. — Marguerite, Suzette u. Rene, Hochfelden. Isaak Bloch, Realschüler, Rosalie Blorli, Schülerin der höheren Töchterschule, Sulz (O.-E.). Aiax u. Paul Geismar, — Susi Zivi, Colmar. - Alfred Levy, Realschüler, Gebweiler (O. E.). — Marcel u. Idon Hirsch, Trimbach. Renne u. Georges Weill, Kürzel. Paul Geismar, Realquinluner, Colmar. — Lllbert Fohlen, Püttlingen lLothr ). Pvoune, Andre u. Marcel Benedikt, Wingersheim. Renn u. Georges Cahn, Wörth a. S. Berlhold Adler, Bad Mergentheim. Suzanne Levy, Oberchnheim. — Leo Meyer, Weitersweiler. Georg Wahl, Realschüler, Dörnach. — Minna Waller. Dolksschülerin, Lembach. - Cacilia u. Leopold Lehmann, Dauendorf. — Leo Blum, Rosheim. Hedwig Koppel, Rördliugen. Kaß und Lieöe. Eine Erzählung aus der Zeit der ungarischen Freiheitsbewegung. Bon Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Sechzehntes Kapitel. Nach einer halbeit Stunde sehen wir den Doktor schweißtriefend den bezeichneten Kreuzweg erreichen, wo vier breite Straßen quer auseinanderliefen, eine woher er gekommen, eine nach Göny, zwei nach Jgmant. Es war aber auch ein Ritt mit dem Sturmwind um die Wette gewesen. Jonathan wäre Lazarus entgegengeritten, doch er wußte nicht, auf welchem Wege er kommen würde. So stand er also am Saume des Waldes, an eine riesenhafte Fichte gelehnt und blickte auf die Straßen, die sich wie mattweiße Bänder im Sternenlichts abzeichneten. Jede verrinnende Minute fiel ihm wie glühendes Blei aufs Herz. Wenn unterdes die Verfolger kamen!... Unwillkürlich griff der junge Mann nach dem Paar geladenen Pistolen in seiner Seitentasche und horchte. Es ließ sich aber nichts hören, als das geheimnisvolle Rauschen der Waldbäume. Endlich, endlich ließ sich das ferne Rollen von Rädern hören; bald darauf sah er eine große, dunkle Masse sich den kleinen Hügel berabbewegen. Jonathan sprengte dieser Masse entgegen, die sich, als er näher kam, als eine Reihe, aus acht Wagen bestehend, entwirrte. „Herr Lazarus!" rief der Doktor mit gedämpfter Stimme. „Wer ruft?" antwortete Lazarus aus dem vordersten Wagen. Der Doktor war schon bei ihm und sprang vom Pferde. Es war keine Zeit zu Reden und Gegenreden. „Herr Lazarus!" rief er atemlos. „Ich ritt Ihnen nach, Ihrer Tochter ist ein Unglück zugestoßen; sie will sie noch einmal sehen. Schnell steigen Sie aufs Pferd und jagen Sie nach Hause, sonst könnten Sie zu spät kommen." Wie Lazarus vom Wagen und aufs Pferd kam, wußte er selbst nicht, so betäubte ihn das, was er gehört. Der Doktor schlug auf das Pferd und es verschwand mit dem Reiter bald hinter dem Hügel. Jonathan hatte gewußt, daß es nur ein Mittel gab, Lazarus so schnell zu entfernen, und er hatte es gebraucht, wie ein Arzt, der selbst ins geliebte Fleisch schneidet, um zu retten. Jetzt wandte sich Jonathan an die Bauern, die ihn bestürzt und neugierig umstanden, es -waren meist Familienväter, und erklärte ihnen alles und machte sie auf die nahe Gefahr aufmerksam. Die Sache war verraten, von wem. sagte er natürlich nicht. Kaiserliche Soldaten würden bald da sein, sie sollten sehen, daß sie fortkämen, sonst könnte es ihnen schlecht ergehen. Die Bauern jammerten um ihre Pferde und Wagen und machten sich daran, die Ersteren auszuspacknen. Doch es blieb ihnen keine Zeit dazu. Aus dem Walde tönten Stimmen, die Bauern nahmen Reißaus. Es war höchste Zeit, schon sprengten dunkle Gestalten auf die Straße und sperrten sie ab. „Jetzt gilt's", dachte der Doktor, der bleich, aber ruhig und fest die Zügel der Pferde ergiff und den Hügel ganz herunterfuhr. Die übrigen Gespanne folgten gehorsam. Bald umringten ihn die Reiter. Der Graf war der Vorderste, der Unfall, der eine Viertelstunde Verzögerung herbeigeführt, sonst keine bösen Folgen hinterlassen, hatte die Laune des Edelmanns verdorben. Er packte Jonathan bei den Schultern und ihn grimmig schüttelnd rief er: „Habe ich Dich endlich, verfluchter Jude! Jetzt entgehst Du nicht mehr meinen Händen." Der Doktor besaß eine ungeheure Muskelkraft, mit einem Ruck schüttelte er die Fäuste des Wütenden von sich ab und trat einen Schritt zurück. „Was wünschen Sie, Herr Graf?" srug er kaltblütig. Bei dem Ton dieser Stimme, die ihm so bekannt war, fuhr der Graf, wie von einer Natter gebissen, auf. Er starrte einen Moment sprachlos vor Ueberraschung, Zorn und Wut dem jungen Arzte ins Gesicht. Dann aber überkam ihn wie der Blitz die ganze Wahrheit, der volle Zusainenhang dieses Ereignisses. Der vorüberjagende Reiter und der Doktor waren ein und dieselbe Person gewesen. „Ach, mein lieber Don Quixote, Sie waren da wieder der Retter in der Not, wie ich sehe", sagte der Oberst und seine Stimme klang schrill, wie das Pfeifen einer Lokomotive. Der Doktor begnügte sich mit den Achseln zu zucken. „Reizen Sie mich nicht!" drohte der Graf. „Was führen Sie in den Wagen?" „Das wissen Sie ja besser als ich, Herr Graf. Doch wenn Sie's nicht wissen sollten, Lebensmittel nach Göny." „Wo sind die Fuhrleute, ich sehe keinen einzigen." „Die kommen nach, ich fuhr mit den Wagen voraus." (Fortsetzung folgt.) -I ■ ' ll' 3ri( .. *!. i I. Wli > P * **! "Xv-X-X-X-'i 3er toiHiMierH liniKugjapj ■L " fr Vflliv,, 0. Dietz Sänfte i^Jtl

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