Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 296)
- Language
- German
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schulen und eine höhere Schule, und zwar ein Lehrerseminar in Jerusalem. Beinahe 4000 Schüler werden in diesen Instituten, die etwa 125 Lehrer beschäftigen, unterrichtet. Abgesehen von einer gründlichen religiösen Ausbildung, erhalten die Schüler dieser Institute einen Unterricht in weltlichen Fächern, der in keiner Weise dem in entsprechenden nicht-misrachistischen Schulen erteilten Unterricht nachsteht. Besondere Beachtung verdient die Tachkemoni-Schule in Jaffa, die größte der palästinensischen Volksschulen, für die Aufnahme von 500 Schülern eingerichtet, die Misrachi-Talmud-Torah in Jerusalem, die erst seit zwei Jahren besteht und doch schon 300 Schüler zählt, ferner das Lehrerseminar des Misrachi, das bereits zwei Lehrerjahrgänge ausgebildet und .gegenwärtig etwa 100 Studierende hat. Besondere Erziehungsarbeit wird in Palästina auch von den misrachistischen Jugend-Organisationen und von dem ,,Hapoel Hamisrachi" (der Arbeiterorganisation des Misrachi) geleistet. Die misrachistischen Jugend-Organisationen sind zum größten Teile aus Schülern des Jischubs zusammengesetzt. Abgesehen von ihrer Tätigkeit auf dem Gebiete des Erziehungswesens und ihrer regen Anteilnahme am öffentlichen Leben Palästinas, nehmen diese Organisationen auch bedeutenden Anteil an dem Ansiedlungswerk. Im vergangenen Jahre erwarben sie zwei Bodenkomplexe, von denen der eine in der Nähe von Jerusalem in der Gegend der Synhedrin- Grabstätten gelegen und zum Zwecke der Errichtung einer jüdischen Vorstadt, die den Namen „Synhedria" tragen soll, bestimmt, der andere sieben Kilometer von Jerusalem entfernt, auf dem Wege nach Nablus gelegen ist. Auf diesem Flecken Erde soll eine Gartenstadt erbaut werden, die den Namen des Rabbiners I. I. Reines, des Begründers des Misrachi, tragen soll. Die Organisation, die in allen Städten und Kolonien Palästinas Zweige hat, gibt auch eine Rundschau unter dem Namen „Hadwir" heraus, die jüdischem Wesen und höherem jüdischen Wissen gewidmet ist. Ferner sorgt sie für Flugblätter und ähnliche misrachistische und zionistische Propagandamaterialien zur Verteilung unter den orthodoxen Juden Palästinas. Der Hapoel Hamisrachi ist die Organisation der religiös-nationalen Arbeiter Palästinas. Er zählt bereits über 1000 Mitglieder. Die Poale- Hamisrachisten sind Handwerker, die schwere körperliche Arbeiten in den Städten und Kolonien verrichten. Einige landwirtschaftliche Kwuzoth, wie z. B. die Siedlungen Kfar-Uriah, Petach-Tikvah u. a. nu sind aus ihren Reihen entstanden. Das Hauptbüro der Misrachi- Organisation hat diese Kwuzoth angelegentlichst unterstützt. Die Organisation besitzt eine eigene Monatsschrift, die unter dem Namen „Hapoel Hamisrachi" erscheint. Unter der tätigen Mitwirkung der Misrachi-Weltorganisation sind Küchen und Kantinen für solche Misrachiarbeiter, Immigranten und Chaluzim eröffnet worden, die nicht die Kost der sonstigen Arbeiterkantinen zu genießen wünschen. Es existieren nunmehr Misrachikantinen in Jerusalem, Jaffa, Haifa und Petach-Tikwah. In all diesen Städten hat der Misrachi auch seine eigenen Büros für Immigration und Arbeitsnachweis, die solchen Einwanderern, welche die religiösen Aussichten des Misrachi teilen, zur Verfügung stehen und ihnen mit Rat und Tat bei ihrer Ansiedlung im Lande behilflich sind. 287