Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIII (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 278)
- Language
- German
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jüdischen Öffentlichkeit für den Zionismus zu werben. Es wurden im Jahre 1922 15 Schekel verkauft. Der Verband steht in gutem Einvernehmen mit den bestehenden jüdischen Vereinigungen und Gemeindeverwaltungen. Osterreich. Der Zionistische Landesverband für Österreich zählte Ende 1922 15 200 organisierte Mitglieder und 23 429 Schekelzahler. Der Verband besteht aus 14 Bezirkssektionen in Wien und 19 Provinzortsgruppen. Außer diesen zählt der Landesverband folgende Sonderorganisationen und Verbände: 1. den Österreichischen Landesverband im Weltverbande zionistischer Studenten mit 2 700 Mitgliedern; 2. den Verband der sephardischen Zionisten „Jehuda Halewi" mit 1100 Mitgliedern; 3. die Vereinigung der russisch-ukrainischen Zionisten mit 80 Mitgliedern; 4. den Kreis Österreich der jüdischen Turn- und Sportvereine mit über 4000 Mitgliedern und 5. den zionistischen Frauenverband mit 1000 Mitgliedern. Dem Zionistischen Landesverband gehört auch die hiesige Landesorganisation der Föderation Hitachduth, die 3 Vereine mit 1200 Mitglieder zählt, an. Seit dem XII. Zionistenkongreß hat sich der Landesverband nicht nur numerisch vergrößert, sondern auch organisatorisch gestärkt. Das Interesse für zionistische Fragen, insbesondere für den Wiederaufbau Erez Israels, ist auch außerhalb der organisierten Zionisten reger geworden. Durch die zionistischen Mitglieder wurden auch die Bnei Brithlogen für die Mitarbeit am Wiederaufbau Palästinas gewonnen. Die große Zahl der seit Kriegsausbruch in Österreich lebenden zionistischen Ostjuden hat ebenfalls viel zur Stärkung unseres Gedankens in den jüdischen Massen beigetragen. In der vor drei Jahren geschaffenen,,Wiener Morgenzeitung" besitzen die österreichischen Zionisten ein zionistisches Tageblatt in deutscher Sprache, welches wesentlich zur Stärkung der Bewegung beigetragen hat. Seit dem XII. Kongreß fanden zwei Parteitagungen, im Oktober 1921 und November 1922, statt. Ein ausführlicher Bericht über die Tätigkeit des Wiener Palästinaamtes befindet sich im Kapitel über Immigration. Die Einschränkung der Immigration nach Palästina im Mai 1921 traf über 1000 Chaluzim, die bereits in Wien transportbereit waren, auf das härteste. Dank der Opferwilligkeit einer kleinen Gruppe von Gesinnungsgenossen gelang es damals, ein eigenes Chaluzheim in Kahlenbergerdorf zu erwerben, wo 100, im Notfalle 300 Chaluzim untergebracht werden können. Außer den Chaluzim wurden in diesem Heime Transporte ukrainischer Pogromwaisen, die im Juli 1922 nach Palästina reisten, beherbergt, und im Sommer wird das Heim als Ferienheim für Jugendliche zur Verfügung gestellt. Ferner wird die Errichtung einer landwirtschaftlichen Schule sowie praktische landwirtschaftliche Kurse in der Nähe des Chaluzheims geplant. Auf kulturellem Gebiete ist vor allem der hebräische Schulverein zu erwähnen, der gegenwärtig zwei jüdische Volksschulen und ein jüdisches Bealgynrnasium unterhält. Das im Jahre 1919 begründete und der zionistischen Zentrale in London unterstellte hebräische Pädagogium zählte im letzten Jahre 19 Dozenten und gegen 200 Hörer. Eine1'große Anzahl 269