Mannheim
Compact Memory

Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1923-01-01 · XIII (1923) · p. Seite 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XIII (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 199 (sequence 208)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9038125-9047323--0823-9047037
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

mitglieder, 1421 Familienväter und 3784 Angehörige und nur 2738 Unverheiratete. Das beruhte auf folgenden Ursachen: Die öffentlichen Arbeiten boten während dieser Periode nur wenig Arbeitsgelegenheiten für ungelernte Arbeiter, so daß nur gelernte Handwerker und Arbeiter, die meistens Familie besitzen, gute Aussicht auf Beschäftigung hatten. Da außerdem die Zahl der speziellen ,,permits", die den Palästinaämtern zur Verfügung standen, sehr klein war, so bemühten sich die Palästinaämter, diese Erlaubnisse möglichst für ganze Familien und nicht für Einzelpersonen auszunutzen. Erwähnenswert ist, daß die Zahl der Einwanderer aus asiatischen und afrikanischen Gebieten (Persien, Yemen, Mesopotamien, Algier, Marokko, Afghanistan usw.) während der oben erwähnten 10 Monate (Juni 1922 bis März 1923) ca.1400 Seelen ausmachte. Dieses Immigrantenelement hat den Vorteil der Kenntnis der Landessprache und der Sitten und Bräuche der Araber, kann sich aber andererseits schwer den unter unseren osteuropäischen Einwanderern üblichen Arbeitsformen, wie z. B. dem genossenschaftlichen System der Kwuzoth, anpassen. Auch werden sie zuweilen durch phantastische Vorstellungen über Palästina dorthin gelockt und sind dann von der rauhen Wirklichkeit leicht enttäuscht. Das führt häufig zu Klagen und Beschwerden über die zionistischen Institutionen in Palästina, während diese sich tatsächlich der erwähnten Einwanderer ganz besonders annehmen. Letztens wurden erneute Versuche zur Erleichterung der Einwanderung der yemenitischen Flüchtlinge gemacht. Es wurde eine Konferenz der Yemeniten Palästinas veranstaltet, und der von der Konferenz gewählte Ausschuß arbeitet in enger Verbindung mit der zionistischen Immigrationszentrale in Palästina, um die Einwanderung der Yemeniten zu erleichtern. Unter den Einwanderern der letzten Zeit sind zwei größere Gruppen von Flüchtlingen aus der Ukraine und Bußland zu erwähnen, die sich auf ihrem Wege nach Palästina in Konstantinopel und Polen aufhielten. Die letztere Gruppe war von der Gefahr bedroht, von der polnischen Begierung nach Bußland und der Ukraine zurückgeschickt zu werden. Leider sind die Bemühungen, besondere Erleichterungen für die Einwanderung dieser Gruppe von der Palästinaregierung zu erlangen, nur teilweise von Erfolg gekrönt worden. Wie erwähnt, bestand der größte Teil der Einwanderer während der letzten 18 Monate aus Handwerkern und anderen gelernten Arbeitern. Diese haben in den meisten Fällen in ihrem Fache Arbeit und Existenz gefunden. Wie in den früheren Jahren, boten die Bauarbeiten auch während dieser Zeit die hauptsächliche Beschäftigungsgelegenheit. Da die Bauarbeiten, ebenso wie die öffentlichen Arbeiten, die in beschränktem Maße noch fortdauerten, während der Wintersaison abnehmen, hat die Zahl der Arbeitslosen während der beiden Winter 1921 1922 und. 1922/1923 die Zahl von 2000 erreicht. Im April 1923 betrug sie über 1500. Es besteht jedoch Aussicht, daß, wie im vorigen Jahre, die Arbeitslosigkeit im Sommer wesentlich abnehmen wird. Gegenwärtig (Mai 1923) befinden sich in den Einwanderungslagern der zionistischen Immigrationszentrale in Palästina ca. 300 größtenteils neu eingetroffene Einwanderer, die auf Kosten der Zionistischen Organisation verpflegt werden. 199

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.