Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 229)
- Language
- German
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— 198 — Berichte der Sammelstellen RUSSLAND I. Organisation. Die russische Sammelstelle in Moskau unter der bewährten Leitung des Herrn Dr. Tschlenow mußte ihre Tätigkeit — infolge Repressalien — im März 1911 einstellen. Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds sah sich genötigt, sämtliche Agenden der russischen Sammelstelle zu übernehmen. Mit ihrer Leitung wurde Herr Dr. Kl atzk in betraut. . Nach Einstellung des Wochenausweises im „Rasswjet" war die Veröffentlichung der Spendenspezifikationen etwa 6 Wochen unterbrochen und wurde anfangs Mai in der „Welt", die seitdem das Ausweisorgan der russischen Sammelstelle bildet, wieder aufgenommen. Die gegen die Nationalfondsarbeit gerichteten Maßregeln, welche die Aufhebung der Sammelstelle in Moskau zur Folge hatten, haben sich inzwischen sehr verschärft. In vielen Orten wurden Haussuchungen gemacht, Flugblätter und Büchsen in Beschlag genommen, Spender und Vertrauensmänner unter Anklage gestellt. Trotz dieser schwierigen Bedingungen, unter denen wir seit zwei Jahren zu arbeiten haben, ist es vuns gelungen, eine Steigerung der Einnahmen zu erzielen. Wie aus der Statistik für das erste Halbjahr 1912 hervorgeht, ist in der Periode vom 1. Januar bis 30. Juni in den Ergebnissen unserer Sammlung eine Zunahme von ca. 20 000 M., d. i. um 50 % zu konstatieren. Das Jahr 1912 hatte gegenüber 1911 eine Mehreinnahme von ca. 32000 M. zu verzeichnen. Besonders erfreulich ist das Resultat des ersten Halbjahres 1913, das gegenüber dem ersten Halbjahre 1912 eine Zunahme von 88 o/0 der Eingänge aufzuweisen hatte (112 000 M. gegenüber 59 000 M.). Es ist dabei zu beachten, daß diese Steigerung nicht auf große Zuwendungen, sondern auf Vermehrung der regulären Spenden zurückzuführen ist. In einer ganzen Reihe von Städten haben sich die Eingänge verzehnfacht. Dieser Erfolg, der angesichts der traurigen Verhältnisse, die eine großzügige Arbeit für den Nationalfonds unmöglich machen, mit besonderer Genugtuung konstatiert werden darf, ist der nie versagenden Opferwilligkeit unserer Spender und Vertrauensmänner zu verdanken, darf aber nicht