Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XI (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 174)
- Language
- German
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— 153 — Für den Betrieb der Werkstätten in Jerusalem wurde nun vor kurzem eine auf geschäftlicher Grundlage basierende Gesellschaft gegründet. Sie wurde unter dem Namen „Werkstätten Bezalel, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" beim deutschen Konsulat in Jerusalem in das Gesellsehafisregister eingetragen. Das Kapital dieser Gesellschaft beträgt 100 000 M.r jedoch dürfte es sich bald beträchtlich erhöhen, da der Verein Bezalel die nach Liquidierung seiner Warenbestände und Deckung seiner Passiva ihm verbleibenden Aktiva, sowie den Gegenwert des ihm in Jerusalem gehörenden Werkstätteninventars in Form von Anteilen oder als Darlehen in der neu gebildeten Gesellschaft zu investieren beabsichtigt. Der Leiter der Gesellschaft glaubt, mit diesen für einen Betrieb von 350 Arbeitern nicht übermäßig großen Mitteln Fabrikation und Absatz geschäftlich betreiben zu können. Gelingt dieses, so wird es für den Verein von großer Bedeutung sein, da dieser dann, befreit Von den Sorgen, die mit einem geschäftlichen Betrieb naturgemäß verbunden sind, sich mit um so größerer Energie den gemeinnützigen Aufgaben der Erziehung und Belehrung wird widmen können. Seine Tätigkeit wird sich dann nicht nur auf die Ausgestaltung der Kunstgewerbeschule und die Vergrößerung des jetzt schon nicht ganz unbedeutenden Museums erstrecken, sondern er wird auch den bisher mehr ins Hintertreffen gekommenen zweiten Teil seines Programms, die Einführung von Hausindustrien, mit größerer Intensität betreiben können. Jüdischer Kulturfonds Kedem Anläßlich der Tagung des Zentralkomitees der Zionistischen Organisation im September 1912 zu Berlin wurde der Beschluß gefaßt, einen Kulturfonds ins Leben zu rufen, dessen Aufgabe es sein soll, in großzügiger Weise unter den Juden des Orients, hauptsächlich in Palästina, Kulturarbeit zu leisten. Herr M. Feldstein ermöglichte die Gründung dieses Fonds durch eine hochherzige Stiftung von 40 000 Francs, deren Zinsen für die gedachten Zwecke verwendet werden sollen. Ferner überwies er 2000 Francs, um die ersten Kosten der Gründung zu bestreiten. Das Zentralkomitee wählte ein vorbereitendes Komitee zur Ausarbeitung der Statuten und Einleitung der nötigen Schritte zur Legalisierung der Gesellschaft. Dem vorbereitenden Komitee gehörten die Herren Dr. Levin, Sokolow, Feldstein, SI a to pol ski, Dr. Klee und Dr. Weil an. Dieses Komitee hielt mehrere Sitzungen ab und beschloß, die Gesellschaft unter dem Namen „Kedem, Keren Hatarbuth Haibrith" als englische Genossenschaft eintragen zu lassen.