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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1913-01-01 · XI (1913) · p. Seite 14

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XI (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 14 (sequence 21)
Language
German
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IRI
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sehr verschieden. Es muß jedoch prinzipiell betont werden, daß die zionistische Organisation an den jüdischen Tagesfragen nicht vorüber gehen kann, wenn sie nicht den Zusammenhang mit dem jüdischen Leben der Gegenwart verlieren will. Wir sind uns darüber klar, daß die Kolonisation in Palästina ein allmählich fortschreitender Prozeß ist, der nicht über Nacht die Judenfrage in ihrem gesamten Umfang zu lösen vermag. Was wir in Palästina erstreben, ist die Konzentration unserer Volkskraft, die Bildung einer jüdischen Heimstätte, die angesichts der jüdischen Wanderungsverhältnisse und angesichts der ökonomischen Zustände Palästinas in naher Zukunft nicht imstande sein wird, die Majorität der Juden oder gar das gesamte jüdische Volk aufzunehmen. Die Bildung einer solchen Heimstätte soll die Erhaltung des Judentums bewirken, soll den nationalen Zusammenhang erneuern und wird so dahin führen, daß das Judentum der ganzen Welt in ökonomischer, politischer und kultureller Hinsicht auf ein höheres Niveau gehoben, daß seine nationale Existenz gesichert und seine nationale Gleichberechtigung neben allen anderen Völkern anerkannt wird. Bei dieser Sachlage ist es ganz natürlich, daß die Zionisten sich auch heute schon des jüdischen Volkes überall annehmen und in allen Ländern für eine Verbesserung seiner Existenzbedingungen wirken. In Nationalitätenstaaten, in denen die Juden einen erheblichen Teil der Bevölkerung bilden, werden sie naturgemäß zu einer politischen Betätigung geführt werden. In Amerika handelt es sich vor allem um die Regelung der Einwanderung und um die Fürsorge für die großen jüdischen Massen, welche durch die unablässige Wanderbewegung aus Ost- Europa dort hingelenkt werden. So sehen wir, daß beispielsweise in New-York die Zionisten mit an der Spitze derjenigen Bestrebungen stehen, die auf eine Verbesserung der jüdischen Gemeindeverhältnisse, auf eine Zusammenfassung der dort vorhandenen Hilfskräfte gerichtet sind. In den Ländern West-Europas, wo die Juden zahlenmäßig nur einen geringen Bruchteil der Bevölkerung ausmachen, werden sie sich nicht politisch organisieren, sondern sich auf soziale Fürsorgetätigkeit für die unbemittelten jüdischen Kreise und auf kulturelle Förderung der Juden durch Gründung von jüdischen Schulen usw. beschränken. An allen derartigen Aktionen hat der Zionismus ein lebhaftes Interesse, denn sie alle dienen der Hebung und Organisierung der Juden. Hier ist auch die von Herzl aufgestellte Forderung der Eroberung der Gemeinden zu nennen, die zu einer großzügigeren Auffassung des jüdischen Lebens und zu einer aktiven Teilnahme an den philanthropischen und nationalen Bestrebungen der Gegenwart erzogen werden müssen.

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