Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 385 (sequence 385)
- Language
- German
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Es bestehen 14 Bezirkssektionen in Wien und' 17 Ortsgruppen in der Provinz. Der organisatorische Zusammenhang zwischen Landesleitung un)d den1 Gruppen Wiens wurde durch die monatlich zusammentretende Obmännerkonferenz herlgestellt. Von allen wichtigen Vorkommnissen sind Verständigungen durch Rundschreiben erfolgt. Im Februar 1926 fand in Wien der Organisationsdrive statt, der die Exekutive veranlaßte, die Ijiar-Aktion zu inaugurieren. Den schwierigen Verhältnissen in der Provinz Rechnung tragend, mußte an die Arbeit ein anderer1 Maßstab gelegt werden. Nach Beseitigung vielfacher Hindernisse konnte am 11. und! 12. Juni 1. J. in Graz der erste von' der Landesleitung einberufene Provinztag abigehalten werden. Die Veranstaltung war, das Niveau der Referate, der Diskussion, die Beteiligung und den äußeren Rahmen betreffend, beispielgebend, auf den neubegründeten zionistischen Provinzverband dürfen die größten Hoffnungen gesetzt werden. Trotz mehrfacher Vorstellung bei der Exekutive wegen Herabsetzung des S c h e k e 1 ip r e i s e s für Österreich wurde er mit einer Höhe bemessen, die den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes keinesfalls angemessen und beispielsweise viel höher ist als in Deutschland, Polen und den Balkanstaaten. Dieser Umstand war auch zum Teil bestimmend: für die unbefriedigenden Resultate. Bis zum Stichtage wurden an die Exekutive 5766 Schekalim bezahlt, davon durch die Landesorganisation 5366. Mit der Exekutive war der Kontakt ein reger, der sich auf den schriftlichen Weg beschränkte. Im Juli 1926 besuchte Präsident Dr. Desider Friedmann die Exekutive in London. Zu den Nachbarstaaten werden die Beziehungen auch reger. Im Juni 1927 veranstaltete das Zionistische Landeskomitee mit einem Separatdampfer eine Fahrt nach Bratislava (Tschechoslovakei), an der geigen 1000 Zionisten teilnahmen; eine Zionistenfahrt in diesem Umfange ist in der österreichischen Geschichte nicht bekannt. Sie war außer dem agitatorischen Gewinn politisch1 von großer Wichtigkeit, da sich! die Stadtverwaltung und! Neologengemeinde von Bratislava durch1 ihre Präsidenten in bedeutsamen offiziellen Reden für den Zionismus aussprachen. Im Juli 1. J. entsandte Bratislava gegen 100 Zionisten nach Wien, die sich als eigene Gruppe am Herzl-Grabgange beteiligten. Die Kulturarbeit (Referent Dr. David Rothblum) hatte speziell im letzten Jahre große Fortschritte zu verzeichnen. Ein eigenes KuJlturaimt stellte allen Gruppen» ein für das ganze Arbeitsjahr ausreichendes Vortragsprogramm und Referenten zur Verfügung. Außerdem wurde die „Jüdische Buchgemeinischaft" gegründet, die schon zahlreiche Mitglieder aufweist. Die Nützlichkeit dieser Institution geht schon aus den vielen Zuschriften des Auslandes hervor. Ein Jugendführerkurs, der die Ausbildung Jugendlidher zu zionistischen Jugendführern zum Ziele hatte, wurde mit - 385 - 25