Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 308 (sequence 308)
- Language
- German
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aber in den letzten Jahren mußten wir dieses Prinzip aufgeben., Kindergärten eröffneten wir in beschränkter Zahl in den Städteny in den Kwuzot, wo man die Kinder unmöglich ohne Aufsicht lasset* kann, und in den Kolonien, idie sich in größerem Maße an der Erhaltung der Kindergärten beteiligen, so daß ein großer Teil der Kinder außerhalb der Kindergärten bleiben muß. Was die Volksschulen anbetrifft, so wird nur ein kleiner Teil der Kinder nicht von ihnen erfaßt. Einige hundert Kinder können in unseren Institutionen wegen Raummangels nicht aufgenommen werden und eine gewisse Anzahl von Mädchen besucht keine Schulen wegen der Unbildung ihrer Eltern oder weil sie arbeiten müssen Ein gewisser Teil der Knaben verläßt aus wirtschaftlichen Gründen die Volksschulen schon vor dem Abschluß. Derartige Fälle finden sich auch in einigen Kolonien. Die Eltern nehmen bisweilen die Kinder schon mit zwölf Jahren aus der Schule, um sie in ihrer Wirtschaft zu beschäftigen. Man kann die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, auf 5—7°/0 schätzen. 11. Die innere Arbeit. 1. Kindergärten. Die Kindergärten sind im vergangenen Jahre einer neuen' Aufsicht: unterstellt worden. Herr Altmann, früher Leiter von Kursen^ für hebräische Kindergärtnerinnen im Auslande, übernahm die Aufsicht über unsere Kindergärten. Seine reiche Erfahrung, seine Hingabe an die Arbeit, die Energie und der Takt, die ihn auszeichnen, brachten neues Leben in die Kindergärten. Die Tendenz zu Verbesserungen, die immer unter den Kindergärtnermnen lebendig war, erhielt einen neuen Antrieb und nahm konkrete Formen an. Wir haben in den letzten Jahren das System der großen Kindergärten mit zahlreichen Klassen aufgegeben und sind zu kleinen, aus ein bis zwei Klassen: bestehenden Kindergärten übergegangen. Diese Änderung ist von günstigem Einfluß auf die Arbeit gewesen. Aufgehört bat der Lärm und die Unruhe, die notwendigerweise in den großen Kindergärten herrschten und zweifellos auf die Nerven der Kinder schädlich gewirkt haben. Die Arbeit wurde gesünder, geordneter. Die kleinen Kindergärten gaben die Möglichkeit, die Klassen auf eine größere Anzahl von Stadtvierteln zu verteilen, und infolgedessen brauchen die Kinder jetzt nicht mehr größere Strecken von ihrem Hause zurückzulegen. Daher hat das häufige Fehlen und Zuspätkommen aufgehört, das die weite Entfernung des Kindergartens zur Folge hatte. Das System der freien Arbeit, das wir in den letzten Jahren im Kindergarten angewandt haben, hat mehr Festigkeit gewonnen. Die Kindergärtnerin ist bemüht, im Kindergarten die Atmosphäre einer Familie, eines Hauses zu schaffen. Das Kind fühlt sich glücklich in dieser Atmosphäre der Freiheit, des Lichtes und der Liebe, es arbeitet, spielt, zeichnet und formt zusammen mit seinen Kameraden und Kameradlinnen unter Aufsicht der Kindergärtnerin. Der Kindergarten sorgt nicht nur für die Erziehung und geistige Entwicklung tdes Kindes, sondern auch für seine körperliche Entwick- - 80S -