Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 294 (sequence 294)
- Language
- German
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schaftlichen Produktion für die Schaffung von Spiritus- und Stärke- Fabriken, Herr Lane die Untersuchung der Verwendung der im Lande vorhandenen Holzarten für die Industrie usw. Räume für die Industrie. Die mittlere und kleine Industrie des Landes leidet sehr unter dem Mangel an geeigneten Räumen, die genügenld Licht und Luft für die Arbeit bieten. Manche Betriebe müssen schon aus diesem Grunde ihre Arbeit in der ersten Zeit einschränken. Wenn auch heute die Mieten nicht sehr hoch stehen, so ist es doch sicher, daß mit einer neuen Einwanderung die Mieten wieder so hoch steigen werden, daß die Industrie sich wieder in der gleichen Lage sehen wird, wie sie vor zwei Jahren war, da die Mieten den größten Teil der Betriebsiunkostem ausmachten. Es ist darum nötig, daß die zionistische Organisation geeignete Betriebsräume schafft. Die in solche Bauten investierten Summen sind nicht als Ausgabe, sondern als fruchtbare Investierung zu betrachten, die durch die Einnahmen aus den Mieten sowohl eine Amortisierung der investierten Summen als auch Gewinne abgeben wird. Die Hausindustrie. Für die Lösung des Problèmes der Schaffung von Existenzmöglichkeiten für die städtische Bevölkerung ist eine Hausindustrie von nicht geringer Bedeutung. Wenn es auch im allgemeinen nicht die Aufgabe der zionistischen Organisation ist, Industriezweige zu schaffen, sondern den bestehenden und durch private Initiative geschaffenen Industrieen zu helfen, so trifft 'dies bei der Schaffung einer Hausindustrie nicht zu, die stete künstlich angeregt werden muß. Wir haben hier im Lande die Konzentrierung großer Massen in den Städten vor uns, die aus Mangel an Mitteln weder zur L andwirtschaft noch in die Industrie eingereiht werden können. Für sie wäre eine Hausindustrie vielleicht das einzige Mittel, ihnen eine Existenzmöglichkeit zu schaffen. Wie rasch sich eine Hausindustrie entwickeln kann, sehen wir aus Beispielen, wie dem Bezirk Nürnberg, dessen Hausindustrie erst im Jahre 1898 geschaffen wurde, und die bereits nach 7 Jahren Erzeugnisse für mehr als 200 Millionen Goldmark absetzte (ein großer Teil dieser Erzeugnisse wird in Ägypten abgesetzt). Ebenso rasch entwickelte sich die Strick-Hausindustrie am Rhein, oder die Leder-Industrie in Offenbach. In der Schweiz ernähren sich 126.000 Familien, d. h. mehr als 25°/0 der Arbeiterschaft des Landes, durch Hausindustrie. Da wir es im Lande mit einem intelligenten Menschenmaterial zu tun haben, das imstande ist, sich an die komplizierteste Arbeit zu gewöhnen und da ein großer Teil der Einwanderung aus Polen stammt, wo man an Hausindustrien gewöhnt ist, glauben wir, daß die Bedingungen für die Entwicklung einer Hausindustrie günstige sind. - 294 —