Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 212 (sequence 212)
- Language
- German
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terkunft finden sollte, und b) ein großer Prozentsatz der Einwanderer nicht über hinreichende private Mittel verfügt, und daher bei landwirtschaftlichen- und industriellen Unternehmungen Unterstützung benötigt, ist die Konferenz der Ansicht: daß der Keren Hajessod neben seinen wichtigen Funktionen auf sozialem und kulturellem Gebiete noch eine beträchtliche Zeit lang an der Beschaffung der unerläßlichen Mittel zur Unterstützung dieser wirtschaftlichen Unternehmungen in einem großen Ausmaße wird teilnehmen müssen.. Im besonderen ist der Keren Hajessod dazu berufen, die ersten Vorbedingungen für jene Einrichtungen zu schaffen, die die Beistellung von Krediten auf einer wirtschaftlichen Basis ermöglichen. Die Konferenz, die die überragende Wichtigkeit der Schaffung einer großen Landwirtschaft treibenden Bevölkerung anerkennt, weist mit größtem Nachdruck auf die Bedeutung des Boden-Fonds, des Keren Kajemeth, hin. Die Konferenz betrachtet daher eine ständige Vergrößerung der Hilfsquellen der beiden Fonds als eine wesentliche Vorbedingung für den wirtschaftlichen Aufbau des jüdischen nationalen Heimes. II. Landwirtschaftliche Kolonisation. 1. Landwirtschaftsbank. Die Konferenz ist der Ansicht, daß es zur Förderung jüdischer Kolonisation in Palästina erwünscht sei, eine Landwirtschaftsbank ins Leben zu rufen, die bereits im Lande ansässigen Siedlern gesicherte Kredite gebensoll. Bevor jedoch an die Errichtung der Bank geschritten wird, sollte ermittelt werden, a) ob das Aktienkapital der Bank, das sich auf mindestens L 200.000.— belaufen müßte, teils vom Keren Hajessod und anderen jüdischen Institutionen, zum anderen Teil von Bankiers, die an dem Absatz der Bankaktien interessiert sein würden, aufgebracht werden könnte, b) ob eine Möglichkeit besteht, die Bankaktien mit Hilfe von ausländischen Bankiers unterzubringen, c) ob eine Möglichkeit besteht, daß die Palästina-Regierung bereitwäre, aus ihrem Budget während einer noch zu bestimmenden Periodejährlich eine Summe als langfristigen Kredit der Bank zu gewähren. Derartige Kredite von beispielweise L 200.000.— jährlich würden die Bank instandsetzen, ihre Geschäfte sogleich in größerem Maßstabe zu beginnen,- selbst wenn der Fortschritt des Aktien verkauf es während der ersten- Jahre nur eine bescheidene Summe ergeben würde. Die Forderung, daß die Regierung der Landwirtschaftsbank finanzielle Hilfe gewähre, kann durch die Tatsache gerechtfertigt werden, daßdie Steigerung der Regierungseinnahmen während der letzten Jahre hauptsächlich jüdischer Einwanderung, Kolonisation, Bautätigkeit und Bodener— Schließung zu verdanken ist, die die Wirkung hatten, die Eingänge aus Zöllen, Boden- und Haussteuern beträchtlich zu erhöhen. Ebenso trugen die jüdischen Einwohner im sehr großen Maße zu den Einnahmen der Eisenbahnen und der Post bei. Dadurch würde die Regierung, wenn sie der Bank hilft und so die jüdische Kolonisation fördert, beitragen, neue Steuer-- und sonstige Einnahmsquellen für die Zukunft zu schaffen. Die Regierung sollte eigeladen werden, ein entsprechendes Maß von- Kontrolle über die Verwaltung der Bank auszuüben. Die Konferenz hält sich nicht für befugt, eine Ansicht auszusprechenmit Bezug auf den Anspruch irgendeines anderen Teiles der Bevölkerung, auf Regierungsunterstützung betreffend landwirtschaftlichen Kredite. - 212 -