Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XV (1927)
- Date
- 1927-08-30
- Page
- Seite 34 (sequence 42)
- Language
- German
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über die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung sind in dem besonderen Bericht des Arbeitsdepartements enthalten. In dem vorliegenden Bericht muß bloß auf die politische Entwicklung hingewiesen werden, die sich aus der Arbeitslosigkeit ergab, und auf ihre Wirkung für die Zusammensetzung der Bevölkerung des Landes. Die Arbeitslosigkeit machte sich zuerst im Herbst 1925 fühlbar, stieg auf insgesamt 3500 bis Ende des Jahres und wuchs bis auf 6200 im Juni 1926. Im Sommer 1926 besserte sich die Arbeitslage, die Arbeitslosigkeit fiel auf 4000 im September, doch stieg die Zahl im Herbst rapid und erreichte im Februar 1927 das Maximum mit 8300. Diese Arbeitslosigkeit wurde notwendigerweise der beherrschende Faktor in den Beziehungen zwischen der Zionistischen Palästina-Exekutive und der Regierung, wie sie auch die hauptsächlichste Frage war, mit der sich die Zionistische Exekutive selbst beschäftigen mußte. Der High Commissioner in Palästina befaßte sich persönlich intensiv mit dieser Frage und ließ sich hrufig von der Exekutive darüber informieren. Die von der Palästina-Regierung eingenommene Haltung war, daß die arbeitslosen jüdischen Arbeiter ein Teil der allgemeinen Bevölkerung seien, für deren Wohlfahrt die Regierung verantwortlich sei. Von diesem Gesichtspunkt aus war die Regierung bereit, innerhalb gewisser Grenzen Hilfe bei der Erleichterung der Arbeitslosigkeit durch konstruktive Arbeit zu leisten, und die Regierung traf Maßnahmen für die Durchführung einer Anzahl öffentlicher Arbeiten, die im Budget nicht vorgesehen waren, eben als ihren Beitrag zur Arbeitslosenhilfe. Damit die Arbeitslosen Vorteil von diesen Arbeiten haben könnten, gab die Regierung ihre Zustimmung dazu, daß sie ohne Konkursausschreibung von jüdischen Arbeitern durchgeführt werden sollten, vorausgesetzt, daß die Kosten für die Regierung nicht über das Maß dessen hinausgehen, was das Departement für öffentliche Arbeiten in der Regel zahlt. Die wichtigste auszuführende Arbeit war die Straße Jaffa—Petach Tikwah, die seit einigen Jahren zur Erörterung stand und für welche budgetmäßig in drei Raten während der Jahre 1926 bis 1928 Vorsorge getroffen war, die aber in dem ganzen Ausmaß als Notstandsarbeit zu Ende 1926 in Angriff genommen wurde. Die der Regierung durch die Situation der Arbeitslosigkeit auferlegten Ausgaben (obgleich sich diese Ausgaben nur auf Arbeiten bezogen, deren Notwendigkeit ganz unabhängig von der wirtschaftlichen Lage bereits anerkannt war), hatten, unvermeidlich Einfluß auf die Haltung der Regierung zur Immigration und es wurden ernste Einschränkungen auferlegt. Die Exekutive selbst war aus eigener Initiative bereit, die Einwanderung vorübergehend auf Personen zu begrenzen, deren Unterbringung im wirtschaftlichen Leben des Landes ihr gesichert schien. Erörterungen zwischen der Regierung und der Exekutive über diese Frage führten zu der Bewilligung reduzierter Einwanderungspläne für die Zeit vom Oktober 1926 bis zum März 1927 und vom April 1927 bis zum September — 34 —