Mannheim
Compact Memory

Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1911-08-09 · X (1911) · p. Seite 162

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
X (1911)
Date
1911-08-09
Page
Seite 162 (sequence 189)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9038125-9038126--0192-9038315
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 162 — Versuch mit einer der schwierigsten Sammelmethoclen lieferte uns den überzeugenden Beweis, daß es ein schlechtes Sammelmittel überhaupt nicht gibt. Man muß nur Mittel und Wege finden, um die erfolgreiche Ausnutzung der einzelnen Sammelmittel nach Möglichkeit zu sichern. Die allgemeine Beliebtheit, deren sich insbesondere die hübschen illustrierten Kinderflugblätter hier in Budapest erfreuen, berechtigen uns zu der Hoffnung, daß es im nächsten Jahre in Budapest kein jüdisches Kind mehr geben wird, das im Kreise seiner Familie nicht für den jüdischen Nationalfonds gesammelt hätte. Die intensive Verbreitung dieser Sammelmethode im ganzen Lande ist dasjenige Mittel, von dem wir die Mehrung unsers Volksschatzes entsprechend der zahlenmäßigen Stärke des ungarischen Judentums und entsprechend auch den aufgewandten Kosten erhoffen. Die Leerung der Büchsen kann trotz der energischen Aktion, die infolge der Ermahnungen des Kölner Hauptbureaus eingeleitet wurde, noch immer nicht als tadellos funktionierend bezeichnet werden. Von den in Ungarn verteilten 5666 Büchsen wurden bloß 1801 geleert. Hierbei muß aber in Betracht gezogen werden, daß die Eruierung der vor der Errichtung der Sammelstelle verteilten Büchsen noch immer nicht gelungen ist, daß viele verloren gegangene und umgetauschte Büchsen noch immer nicht von der Liste gestrichen worden sind, so daß wir entgegen den statistischen Ziffern ruhig behaupten können, daß die Hälfte der vorhandenen Büchsen dennoch geleert worden ist. Der Durchschnittsertrag einer geleerten Büchse belief sich in diesem Jahre auf 2.60 Kr., so daß das verteilte Büchsenmaterial bei gewissenhafter Handhabung der Leerungen jährlich mindestens 10000 Kr. unserm Fonds einbringen müßte. ' Ein Rückgang ist lediglich bei den Telegrammformularen und bei den Marken zu verzeichnen. Der Grund hierfür scheint uns darin zu liegen, daß diese Sammelmittel bei der jetzigen Art der Manipulation eine vollständig ausgebaute Organisation voraussetzen, während bei uns in dieser Hinsicht noch viel zu wünschen übrig bleibt. Eben aus diesem Grunde haben wir auf Vorschlag eines Gesinnungsgenossen Versuche angestellt, diese Sammelmethode in einer unsern Verhältnissen entsprechenden Form zu pflegen. Auf eine erfreuliche Erscheinung können wir hinweisen, indem wir berichten, daß diesmal in unserer Abrechnung — wenn auch vorläufig nur mit einem Betrag von 179 Kr. — der Posten „Subventionen der Kultusgemeinden" figuriert. Dies ist der beste Gradmesser dafür, daß auch die offiziellen Gemeindekreise die großartige Idee des J. N. F. schon zu würdigen beginnen. Im laufenden Jahre hat sich die Nationalfondskommission konstituiert, die zurzeit aus folgenden Mitgliedern besteht: Dr. Ludwig Dömeny, David Lindenbaum, Emanuel Widder, Simon Hirschler (Buchführung), David Widder (Sekretariat). Unser Bureau verfügt über eine bezahlte Kraft, während die Mitglieder der Kommission die verantwortungs- und; mühevolle Arbeit der Kontrolle und Leitung vollständig uneigennützig, aus Liebe zur Sache, leisten. Die Zahl der Vertrauensmänner ist ständig im Wachsen begriffen. Gegenwärtig beträgt sie 173 (im vorigen Jahre hatten wir 157, im Jahre 1908/9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.