Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 115 (sequence 138)
- Language
- German
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— 115 — Im Vordergrunde der Arbeit stand naturgemäß die Verbreitung der Idee des tboratreuen Zionismus und die organisatorische Zusammenfassung aller vorhandenen und neugewonnenen Gesinnungsgenossen zu einer kompakten Einheit. Die Propaganda umfaßt alle Weltteile, wo religiöse Juden wohnen. Infolgedessen wurde die Korrespondenz zum größten Teil in hebräischer Sprache geführt. Bei der Ausdehnung des Arbeitsfeldes und den Hindernissen, denen der Misrachi fast allerorts begegnet, konnte die Werbearbeit in einem Zeitraum von kaum IV2 Jahren über die ersten Anfänge nicht hinauskommen. Die Hindernisse stammen einerseits aus der Voreingenommenheit und dem Widerstreben vieler rabbinischen Autoritäten gegen den Zionismus, anderseits aber und vorwiegend sind sie in den abnormen, politischen und sozialen Verhältnissen begründet, die gerade in den Ländern, wo die orthodoxen jüdischen Massen leben, jede öffentliche propagandistische und organisatorische Tätigkeit ungemein erschweren. Ferner litt die Propaganda unter dem Mangel an geeignetem Agitationsmaterial. Ein eigenes publizistisches Organ besitzt die Föderation nicht. Die von nichtmisrachistischen zionistischen Organen herausgegebenen Agitationsschriften sind größtenteils für den Misrachi nicht verwendbar. Neue Propagandabroschüren war er nicht in der Lage, erscheinen zu lassen; das Manuskript einer druckfertigen, hebräischen Broschüre verfiel in Kußland der Konfiskation. Dagegen wurde in ca. 10 000 Exemplaren ein wirksames Flugblatt „Für Thora und Zion" verbreitet, das überall eine gute Aufnahme fand und dem Misrachi viele neue Freunde zuführte. Als sehr vorteilhaft erwiesen sich die Verbindungen, die brieflich in allen Ländern angeknüpft wurden. Der Misrachi beteiligte sich lebhaft an der allgemein zionistischen Sammelarbeit. Von den Spezialzwecken der Föderation erfreute sich die Tachkemonischule, die nunmehr von einem neutralen Komitee verwaltet wird, besonderer Beliebtheit. Als sehr erfreulich ist zu bezeichnen, daß sich an den Sammlungen für dieses jüdische Kulturwerk auch zionistische und nichtzionistische Nichtmisrachisten wie überhaupt alle jüdischen Kreise rege und mit Interesse beteiligen. Die Föderation unterhält neben dem Frankfurter Zentralburcau je ein Landesbureau für Ungarn, Galizien-Bukowina und für Eußland. Ortsgruppen der Föderation befinden sich in Deutschland 16, Galizien- Bukowina 40, Ungarn 17, Türkei 4 (Palästina 3), Tunis 3, Marokko 3, Nordamerika 3, Schweiz 2, England 2, Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen. Bulgarien, Südafrika je 1; ferner in Rußland. Die Schekelsammlung war im Jahre 5670 wie in der gesamten Organisation so auch im Misrachi ungünstig. Sie ergab etwa M 1680, im Jahre 5671 wurden die Sammlungen eifriger betrieben und erzielten M 3530. Die Arbeitsleistung und die Arbeitsfreudigkeit der Gruppen war sehr ungleich. In Palästina, Rußland und England zeigt sich in letzter Zeit in 8*