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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1911-08-09 · X (1911) · p. Seite 106

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
X (1911)
Date
1911-08-09
Page
Seite 106 (sequence 127)
Language
German
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IRI
…/9038125-9038126--0130-9038253
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— 106 — desselben hervorzurufen. Unter dem Drucke der äußern Notwendigkeiten und auf der Basis der vorhandenen seelischen Prädispositionen beginnt sich ein neues Leben zu entwickeln. Die junge Generation hat schon angefangen, sich jüdisch-national zu organisieren. Der Turnverein „Makkabi", der früher eine durch ziemlich ausgesprochene assimilatorische Tendenzen gekennzeichnete, fast ausschließlich aus aschkenasischen Juden bestehende, jedes Einflusses entbehrende Institution war, ist seit mehr als zwei Jahren ein national-jüdischer Verein mit klar ausgesprochenem nationalem Programm, der mehr als 1000 Mitglieder in Konstantinopel und Vororten zählt, wovon der überwiegende Teil sephardische Juden sind. Der „Makkabi" hat Schwestervereine in andern Städten der Türkei, wie Saloniki, Adrianopel, Aleppo. Die Gründung dieser Turnvereine sowie anderer Organisationen, der Hatechia, Kadimah, Bene-Israel in Konstantinopel, die jüdischen Klubs, die Beliebtheit, deren sich die nationaljüdischen Zeitungen beim Publikum erfreuen, und last not least, die Siege, welche die nationale Strömung bei den letzten Kommunalwahlen in Konstantinopel und Saloniki davongetragen hat, alles dies beweist zur Genüge, daß das nationale Selbstbewußtsein große Fortschritte gemacht hat. Es ist dies eine sehr erfreuliche Tatsache, denn es erscheint selbstverständlich, daß eine jüdisch-nationalgesinnte ottomanische Judenheit sich dem Zionismus gegenüber nur sympathisch verhalten kann. Für die Propaganda ist es eine dringende Aufgabe, für die ottomanischen Juden passende zionistische Literatur fertigzustellen. Der Zionismus hat seit seinem Bestehen in der palästinensischen Judenheit ein starkes Echo gefunden. Ist dieselbe doch durchweg aus Elementen zusammengesetzt, bei denen die Liebe zum Lande der Väter den wichtigsten Faktor für ihre Ubersiedlung aus den verschiedensten Ländern der Diaspora nach Palästina gebildet hat. Gerade der Umstand aber, daß einerseits die dem Zionismus innewohnenden Regenerationstendenzen — Wiederkehr zur produktiven landwirtschaftlichen Arbeit, Belebung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift, kulturelle Hebung der Volksmassen usw. — für die Juden des neuen Jischuws Gemeingut geworden sind, daß anderseits das zionistische Arbeitsfeld viel näher und konkreter liegt als für die noch im Goluth wirkenden Zionisten, ist die Ursache, daß hier die Formen der zionistischen Betätigung andere sind als im Goluth. Dies kommt besonders auf kulturellein Gebiete zum Ausdruck. Palästinensische Eltern waren es, die den Grundstock zu den beiden Gymnasien in Jaffa und Jerusalem, sowie zu der Schule Tachkemoni gelegt haben, die dann durch die tatkräftige Mitwirkung der ausländischen Gesinnungsgenossen in ihrer Entwicklung gestärkt worden sind. Um die Schaffung guter Schulbücher in hebräischer Sprache bemüht sich der Verlag „Mohelet," der auch mit Hilfe des Verbandes der Lehrerschaft die Monatsschrift;;MoledethK als Lektüre für die Jugend herausgibt. Der Verband gibt die treffliche Zweimonatschrift;;Haclnnuch"< für pädagogische Fragen heraus. „Le-Am" und „Jeffeth" besorgen Ubersetzungen aus der populärwissenschaftlichen und belletristischen Literatur

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