Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 104 (sequence 125)
- Language
- German
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— 104 — Die niclitzionistische jüdische Presse beschäftigt sich fortwährend mit unserer Bewegung; die nichtjüdische Presse steht uns nach wie vor nicht unfreundlich gegenüber. Die Aussichten für den Zionismus sind in Rumänien sehr günstig; es fehlt jedoch noch immer an den nötigen Kräften für die Propaganda. Serbien In Serbien arbeiten vier zionistische Vereine, von denen der größte der in Belgrad bestehende Verein Zion mit einer Mitgliederzahl von 240 ist. Dieser Verein, der beständig im Wachsen begriffen ist, hat im vergangenen Jahr eine große Agitation für den N. F. entfaltet, so daß zwei Einschreibungen in das Goldene Buch und der Ankauf eines Olbaumhains erfolgten. Von Erfolg gekrönt war auch die Arbeit des Vereins Gideon in Belgrad, der im September 1910 von der studierenden Jugend gegründet wurde. Im vergangenen Jahr erstreckte sich seine Tätigkeit vornehmlich auf die Hauptstadt, doch wird man schon im nächsten Jahre daran gehen, Zweigvereine im Innern Serbiens zu begründen. Auch die beiden Vereine in Nisch und in Schabatz haben in der Berichtsperiode Fortschritte aufzuweisen, und es steht zu hoffen, daß alle Vereine Serbiens nachholen werden, was sie während der Krise 1^08/09 eingebüßt haben. Bulgarien Die Mitgliederzahl der Landesorganisation ist in der Berichtperiode um etwa 200 gewachsen. Die Zahl der Schekelzahler beträgt etwa 800. Ein neuer Verein wurde in Provadia gegründet. Das Parteiorgan „Hasebofar" erscheint regelmäßig, und zwar in vergrößertem Format. Auch im letzten Jahre unterstützte die Landesorganisation eine Schülerin und einen Kolonisten in Palästina. Als wichtigstes Ereignis im politischen Leben der bulgarischen Juden ist das Resultat der vor kurzem vorgenommenen Gemeindewahlen besonders hervorzuheben. Fast alle größeren jüdischen Gemeinden haben zionistische Gern ^indevorstände gewählt, namentlich Philippopel, Rustschuk, Varna, Viddin usw. Sofia ist ohne Kampf, einem Kompromiß zufolge, in den Händen der Nichtzionisten geblieben. In Fragen der Gemeinde- und Schulpolitik hatten die bulgarischen Zionisten einen schweren Kampf besonders gegen die Assimilationstätigkeit der Alliance zu führen. Die letzten Wahlen jedoch sowie die fast vollendete Verdrängung der Alliance aus den jüdischen Schulen zeigen, daß der Sieg der nationalen Idee im bulgarischen Judentum unausbleiblich ist.