Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- X (1911)
- Date
- 1911-08-09
- Page
- Seite 38 (sequence 49)
- Language
- German
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— 38 — nach Palästina zurückziehen, sei es, daß sie sich an einem der schöneren und klimatisch bevorzugten Orte eine Villa bauen, sei es, daß sie sich dem gesunden Landleben ergeben, letzteres am besten in der Weise, daß sie schon jahrelang vorher sich eine Pflanzung haben anlegen lassen, deren Früchte sie dann in beschaulicher Ruhe genießen. Das gilt vor allem für die in Rußland, Rumänien und Südafrika lebenden Juden, aber auch für viele, die in englischen, amerikanischen und deutschen Großstädten leben, sich aus dem Hasten und Treiben des Großstadtlebens heraussehnen, aber doch einer jüdischen Atmosphäre nicht entraten wollen. Viele werden auch ihre für die Landwirtschaft geeigneten Söhne für Palästina vorbereiten wollen und ihnen dort eine Wirtschaft zu kaufen wünschen, so daß auch der Landwirtschaft auf diese Weise neue und solide Kräfte zugeführt werden. Schon erkennt man überall die Anfänge dieser Entwicklung, die große Dimensionen anzunehmen vermag. Auch die Vereinigung einer Anzahl von Kapitalisten zu gemeinsamer Bewirtschaftung ländlicher Güter ist ein erfreuliches Zeichen des wachsenden Interesses für Palästina, sei es, daß die Besitzer später die Güter unter sich parzellieren wollen, wie es z. B. bei einer rumänischen und amerikanischen Gruppe der Fall ist, sei es, daß sie das Land dauernd gemeinsam mit jüdischen Arbeitern bewirtschaften wollen und nur den Nutzen daraus zu ziehen beabsichtigen. Hierfür ist ein typisches Beispiel die im vorigen Jahre als deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung begründete Tiberia-Land- und Plantagengesellschaft. Diese Gesellschaft, an der zehn Herren in Moskau und zwei Gesinnungsgenossen in Wien und Berlin beteiligt sind, hat am Tiberiassee in einer überaus fruchtbaren und zukunftsreichen Ebene eine große Guts Wirtschaft eingerichtet, in der schon jetzt ca. 70 jüdische Arbeiter ständig Beschäftigung finden. Im Interesse der Ausdehnung des Betriebes muß das Kapital der Gesellschaft, das bisher 300000 Jê betrug, um weitere 25°/o erhöht werden. Vermögende Palästinafreunde, die in der Lage sind, Anteile à 30000 J6 zu erwerben, können demnach noch Aufnahme finden. Eine besonders erfreuliche Erscheinung ist schließlich noch das Bestreben mancher reicher Stammesgenossen, sich durch größere Stiftungen für gemeinnützige Zwecke in Palästina zu verewigen und den dauernden Dank ihres Volkes hierdurch zu erwerben. Die Stiftungen unserer Gesinnungsgenossen Moser und Wolffsohn für Gymnasium und Arbeiterhäuser sind uns allen bekannt, ebenso hat ein Herr in Kiew vor einigen Monaten 30000 Frs. für Arbeiterwohnungen gestiftet, während einMoskauerGesinnungsgenosse sich vor kurzem bereit erklärt hat, einen namhaften Betrag für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Auch unsere Petersburger Gesinnungsgenossen haben unlängst eine größere Sammlung für Arbeiterhäuser eingeleitet. Hoffentlich wird das Beispiel der russischen Zionsfreunde überall Nachahmung finden, denn die Errich-