Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 1 (1912-1913)
- Issue
- 2 und 3 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Die Descendenz des Karl Abraham Freiherrn v. Wetzlar. D.— Während die ältere Genealogien sich hauxtsächlieh mit Stammbäumen und Ahnentafeln beschäftigte, ist es ein Verdienst der modernen Genealogen, nachdrücklich auf den grossen Wert von Descendentenzusammenstellungen hingewiesen zu haben, die besonders geeignet sind, als Grundlage für weitere wissenschaftliche Forschungen zu dienen. Wohl zum erstenmal1) wird hier der Versuch unternommen, die Nachkommenschaft eines jüdischen Ehepaares durch mehr als hundertfünfzig Jahre in Evidenz zu halten und alle Deseendenten — in männlicher und in weiblicher Linie — festzustellen.2) Wir versagen es uns für diesmal irgendwelche Schlussfolgerungen aus dem von uns angeführten Material zu ziehen. Wir wollen weder nach Chauvinistenart stolz tun, weil Nachkommen des Abraham Wetzlar auf Ministerfauteuils und auf General srossen saßen, noch auch traurig werden, wenn wir hier wiederum erkennen, welche Unsumme von Volkskraft, Intelligenz und Kapital, durch Abfall und Mischehe dem Besuchskarte des Philipp Freiherrn Wetzlar v. Plankenstern. Judentum Verloren ge~ gangen ist. Nichts kennzeichnet so sehr die hohe soziale Stellung des ersten Freiherrn v. Wetzlar, als der gute alte Adel seiner Schwiegersöhne, unter denen sich drei Grafen (Triangi, Festetics-Tolna, Clary) befanden* Da es aus verschiedenen Gründen noch nicht möglich war, die gesamte Descendenz des ersten Freiherrn v. Wetzlar zu eruieren, so begnügen wir uns diesmal, die Nachkommen seiner Söhne Raymund und Philipp anzugeben. Von seinen vier Söhnen blieb Alexander unvermählt, die übrigen waren bereits Mischehen eingegangen, und zwar auch durchaus mit Adeligen. Therese Calmer v. Piquengy, Johanna Freiin v. Eyb, Karoline v. Zepharovich, letztere aus einer noch nicht lange nobilitierten serbischen Familie, hießen seine Schwiegertöchter. Raymund Freiherr v. Wetzlar hatte vier Söhne, von denen Johann Adam Freiherr v. Wetzlar mit Franziska Freiin v. Beck vermählt war und einen Sohn hatte, der unter dem Namen Sabit Pascha türkischer ') Der interessante Aufsatz Felix Theilhabers über die Familie Samson im „Archiv für Rassen- und Gesellschartsbiologie" ist vorwiegend statistisch und führt die Descendenz nicht namentlich an. 2j Herrn Dr. Heinrich W. Höfflinger, der mir bei dieser Arbeit mehrfach behilflich war, sei auch an dieser Stelle bestens gedankt.