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Sabbath-Blatt · 1843-03-25 · 12 (25.3.1843) · p. Seite 48

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
12 (25.3.1843)
Date
1843-03-25
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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48 »Diese Erklärung scheint jnk ganz richtig," fügte Bernhard bestätigend hinzu; »ich weiß ja, wie es mir jetzt geht. Ich überlege oft: wird wieder Krieg ausbrechen, ,,oder nicht? soll ich Papiere kaufen oder nicht? Und diese Uberlegung, dieser Zweifel verursacht mir manche schlaflose Nacht. Ich wollte, der Krieg wäre erst da und die Papiere wären gehoben, dann wüßte ich Loch wenigstens, woran ich wäre." Unterdessen war es spät geworden. Mendelssohn, Lessing und die übrigen Gäste empfahlen sich; die junge Hamburgerinn wohnte beim Doktor. Sie legte sich bald nieder/ konnte aber nicht schlafen. Ob wohl das Sinken oder Steigen der Papiere die Ursache ihrer Schlaflosigkeit sein mochte? (Schluß folgt.) LesefrüchLe. Mie Coüekte.] Der Probst Zöllner erzählt in seinem Lesebuchs für alle Stände folgende zwei schöne Anekdoten: Vor zwei Jahren, als ich die jährliche Armen - Collekte sammelte, kam ich unter andern zu einem alten Jsraeliten, der an einem Tischchen sitzend, in einem rabbinischen Buche las. Hinter ihm standen zwei Knaben. Ich sagte ihm, daß ich mit meinen Begleitern käme, um auch ihn um einen Beitrag zur Abstellung des Bettelns zu ersuchen. Er stand stillschweigend auf, holte aus einem Schränkchen einen kleinen Beutel hervor, worin nur eine sehr mäßige Summe sein konnte, und gab reichlicher, als ich erwartet hatte. Indessen fragte einer von Len Knaben, ob die Sammlung etwa für die französische Colonie geschehe. Indem ich ihm aber Auskunft geben wollte, kam mir der Greis zuvor und sagte in einem warmen Tone: »Was fragst du, für wen es sei? Es ist für Menschen. Was liegt Daran, wie sie heißen? Es sind Kinder unscrs Vaters, und er hat es uns gegeben: wir sollen ihnen Helfen in seinem Namen." Bei eben dieser Sammlung kamen wir zu einem wohlhabenden Israeliten, bei welchem wir auf der Flur eine Frauensperson fanden, die uns sehr unhöflich empfing, weil sie uns wahrscheinlich für gemeine Bettler ansah. Sie sprach ihre Abweisung und deren Gründe so laut aus, daß ihr Herr aus seinem Zimmer kam, um zu sehen, was es gebe. Er erschrak, da er uns gewahr wurde, bat uns׳, zu ihm einzutreten und, indem er etwas sehr Ansehnliches zu der Sammlung gab, sagte er: » Ich darf wohl die Herren nicht erst um Verzeihung für mein einfaltiges Mädchen bitten. Wer eine so große Beschwerde aus Menschenliebe übernimmt, hat auch wohl Mitleiden mit den Einfältigen." Mavid Löbel.j Der Jsraelite David Lobel in Zültz schrieb am 26. Seprbr. 1793 an Len Feldprediger des von Men gd en'scheu Cürassier - Regiments Herrn Klotz zu Neustadt in Schlesien: »Eine Soldatenfrau aus Kofel, die bei mir als Kinderwärterin dient, ist schon seit 10 Tagen krank, und da ich es an nichts fehlen lasse, so will ich auch darin meine Schuldigkeit thun und Ew. Wohlehrwürden bitten, zu der Frau, die evangelisch ist, herüber zu kommen. Ich sende deshalb meine Pferde und werde Sie wieder zurückbringen lassen. Thun Sie mir's zu Gefallen, denn, wenn die Frau sterben sollte, ohne sich nach ihrer Kirche auf Len Tod vorbereitet zu haben, müßten meine Frau und ich uns Vorwürfe machen. Ich erwarte Ew. Wohlehrwürden u. s. w." (Aus Feder's Ehrentempel.) A n z ei ge n. Bei Julius Springer in Berlin ist so eben erschienen und auch in allen Buchhandlungen zu haben, in Elbing bei Lev in: Dev Paria. Gedicht von Fredrik Montan. In Umschlag broch. 10 sgr. Dieses erste Produkt eines jungen Talentes giebt uns in schönem poetischen Gewände eine Schilderung des gehässigen Druckes, den ״״dev Jude"" in allen Lebensverhältnissen zu erdulden hat, — und fordert mit kräftigem Worte die Eman cip ati on. Allen israelitischen Volksschulen ist als sehr zweckmäßig und von allen Seiten auf's Günstigste beurrheilt zu empfehlen: Schweizer, D., hebräische Wandfibel, in neun stufenweise auf einander folgenden Tafeln, nach der LautirmeLhode zum Gebrauche öffentlicher Schulen. Fol. 9 Blätter. Preis 54 Xr. oder 15 Ngr. (12 gGr.) C. H. BeLsche Buchhandlung in Nördlingen. Soeben erschien in Commiss. bei Neu mann-Hartmann in Elbing r Meyer, Leo, Naturgeschichte zum Gebrauche für Gymnasien, höhere Schulanstalten und Dolksschullehrer. 1. Theil. Königsb. 1843. __ 20 Sfr. Von den im Jahre 1842 erschienenen Nummern des »Sabbath-Blattes" können auf Verlangen noch Exemplare abgegeben werden. Alle Postanstalten, Zeitungs - Expedi- Ikonen und Buchhandlungen des In- und Auslandes führen die dießfälligen Bestellungen aus. Der Verleger. Druck und Verlag von Neumann-Hartmann in Elbing.

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