Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXX (1968)
- Issue
- 10 (Octubre, 1968)
- Date
- 1968-10-01
- Page
- Seite 19 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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OCTUBRE 1968 BOLETIN INFORMATIVO 19 GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND STILL IN DER ECKE sitzt es, fast versteckt und ruehrt sich kaum. Doch ist’s vorhanden, gegenwaertig. Man isst und trinkt, erzaehlt und plaudert, Ein jeder hat was mitzuteilen. Der Wasserfall der Unterhaltung streift kaum den stillen Gast. Was sind die Themen? Hohl bleibt das Herz, sind sie verrauscht, Leer Kopf und Geist; der Magen voll. “ES” hoert erstaunt und unberuehrt das blinde Streifen durch Geplaetscher. “Vietnam?” “Es langweilt schon”. Wer kann’s versteh’n? “Die Negerfrage?” “Indiens Hunger?” (Man nimmt vom Nachtisch gerne noch, denn das Rezept war neu und nicht gespart). “Frau Mueller hat doch neulich, hoert, nur einen einz’gen Gang gereicht! Was sagt Ihr?” “Schaebig!” “Beziehung, glaubt’s, das ist das Wahre! Gesetz Na schoen, ist hart fuer Andere’ “Mein Sohn und Militaerdienst? Unsinn! Das “Kind” braucht gutes Essen, Ruhe, Pflege, Er koennte nie, mein armer Liebling... Oh nein, das haben wir nicht noetig”! Der Mensch der dunklen Haut schreit endlich auf in Abwehr gegen Unrecht, Quaelerei. Er will nur wuerdig leben duerfen im Schutz des Landes, das er — ruft es ihn — Mit seinem Lebensblut verteidigt. “Ach Unsinn! Gleichheit, Illusorisch’ Ideal! Was sagtest Du, wollt’ Deine Tochter...” Oh, wie abgestanden, eng und dumm ist diese ew’ge, sture Frage! Selbst Juden stellen sie, da sie vergessen, dass auch fuer SIE man sie schon stellte! Hat “Gutes” weisse, “Uebles” dunkle Haut, um es zu einer Norm zu stempeln? Gibt es ein Recht, dazu Partei zu weigern, nur weil es “Gott sei Dank, sowas nicht gibt bei uns?” Gott schuf sie wohl, all diese Arten, Farben, Rassen, damit der stille Gast in seiner Ecke nicht ganz vergessen und verdorre, dass er Dich ruettle und Dich plage, dass er Dich “lebend” halte und Dir sage: dass Du kein Recht, Dich fernzuhalten ■ von Fragen, Noeten und Gewalten, dass Stellung Du zu den Problemen, wie sie auch heissen, hast zu nehmen. Aus den bequemen Sofaecken Muss einmal jener Gast Dich wecken, Geduldig wartend seine Zeit, Wann endlich Du fuer ihn bereit, Wenn er aus Stumpfheit Dich gerissen, Der stille Gast: UNSER GEWISSEN. (/¡aie por 13 Palto» do EUROPA con un boleto de 1' clase sin jeeargo para tranas axpraso» o reserva de asientos con duración de l S ó 3 meses EURAILPASS DIRIJASE A SU ACENTE DE VIAJES o a la oficina de emisión en Samiago BANDERA 73 OF 112 Cas. 3931 FONO (9700 DER GROSSE ZAUBERER (Zum 25. Todeslage Prof. Max Reinhardle) Am 31. Oktober 1943 starb zu New York, seinem Exil, Prof. Max Reinhardt, wenige Wochen, nachdem er, am 9. September, den 70. Geburtstag hatte begehen koennen. Damals, schon schwer leidend hatte sich der grosse Theatermann von seinem Krankenlager noch einmal erhoben, um, wie er es gewohnt war, am Jom Kippur den Gottesdienst aufzusuchen, betend und fastend den ganzen Tag in einer New Yorker Synagoge zu verbringen; es sollte dies sein letzter Ausgang sein. Franz Werfel hat Reinhardt einmal den “Erloesser des deutschsprachigen Theaters” genannt. Betrachtet man die enorme Fuelle seiner Buehnenschoepfungen, die (Dauer seines Wirkens, den Glanz, der von seinen Leistungen ausging, so darf man ihm wohl den Koenigsrang unter den Theaterleitern und Regisseuren eines halben Jahrhunderts zuerkennen. Als er, um 1901, nachdem er schon zehn Jahre als Schauspieler unter Otto Brahm gewirkt, mit einigen Freunden gemeinsam das Berliner Kabarett “Schall und Rauch”, das nachmalige “Kleine Theater”, uebernommen hatte, begann jene Laufbahn, die zu den hoechsten kuenstlerischen Gipfeln fuehren sollte. Er hiess eigentlich Goldmann und war, 1873, in Baden bei Wien zur Welt gekommen. Nicht, um sein Judentum zu verheimlichen —er bekannte sich stets stolz zu seinem Volke— sondern als Buehnennamen waehlte er sich „Reinhardt“. Der junge Schauspieler in ihm gefiel sich in der naturalistischen Darstellung alter Maenner, aber seine grosse darstellerische Phantasie konnte sich nur auf dem Wege zum Regisseur durchsetzen. Als dann sein Genie am Buehnensternenhimmel aufging, hatte er einen Kampf aufzunehmen gegen Erstarrung auf der einen und vielfach uebersteigerten Naturalismus auf der anderen Seite. Er begann mit neuen Methoden, mit abgestimmter Beleuchtung, mit platischen Dekorationen, mit unerhoert belebten Volksmassen, mit der von ihm eingefuehrten Drehbuehne, mit einer nie dagewesenen Pracht von Farbenzusammenstellungen, mit immer neuen, genialen, buehnenwirksamen, Einfaellen. Schon im Jahre 1904 uebernahm Reinhardt das geraeumigere “Neue Theater am Schiffbauerdamm”, um bald darauf, als Brahm vom“ Deutschen” ins “Lessingtheater” hinueberwechselte, die altehrwuerdige Kunststaette in der Schumannstrasse (heute “Max Reinhardtstrasse”) zu uebernehmen, die zu Anfang der Achtziger Jahre entstanden war und heute noch, unbeschaedigt, existiert. Und hier erlebte die Welt bald ein kuenstlerisches Ereignis ersten Ranges: Shakespeares “Sommernachtst rau m” erfuhr eine Inszenierung, die einer Renaissance gleichkam. Nie zuvor war ein Wald im Mondschein maerchenhafter, erstanden als damals. Die ganze Welt der Klassiker ist in jenem Jahrzehnt bis 1914 durch Reinhardt von jeglichem Beiwerk befreit, auf das Rein-Menschliche, das Ewig-Gueltige, gestellt worden. Er gliederte seinem Hause die intimeren “Kammerspiele” an und hier, wo er Strindberg und Schnitzler, Wedekind und Stucken spielen liess, rueckte er das Buehnengeschehen so nahe an den Zuschauer heran, dass dieser der Seele feinste Regungen wahrzunehmen vermochte . Damals erfuellte Reinhardts Ruhm die gesamte Theaterwelt, und er fuegte seiner Aktivitaet noch die Uebernahme der Berliner “Volksbuehne” waehrend der Kriegsjahre hinzu. GLANZZEIT DES DEUTSCHEN THEATERS Im Weltkriege sandte man ihn in die neutralen skandinavischen Laender, damit er und sein beruehmtes Ensemble dort fuer deutsche Kultur wirkten. Und dann kam die Nachkriegsepoche mit neuen gigantischen Aufgaben: Hatte er schon frueher auf der Zirkusarena grandiose Massenszenen i m “Koenig Oedipus” in der “Orestie” und im “Mirakel” erstehen lassen so liess er nun den alten, “Zirkus Schumann” in ein “Grosses Schauspielhaus” umwandeln; doch dieses Experiment misslang: Im “Theater der Fuenftausend” konnte sich das Drama nicht entfalten. Enttaeuscht wandte sich der Meister von Berlin ab und Wien zu: Im “Theater in der Josephstadt”, einer idealen Kunststaette, verwirklichte er mehrere Jahre hindurch grosse Plaene. Und dann, im Kontrast zu dem misslungenen Plan, baute er sich das intime “Theater der 500” am Berliner Kurfuerstendamm, um hier das moderne Gesellschaftsstueck in Meisterinszenierungen herauszubringen. Doch das “Deutsche Theater” blieb weiter seine Lieblingskunststaette, zu der er allerdings immer nur als Gastregisseur zurueckkehrte, je weiter man sich dem Jahre 1933 naeherte. Aber parallel liefen die von ihm begründeten “Salzburger Festspiele”, die Weltruf erhielten, und die er vom benachbarten Schloss Leopoldskron aus so lange, wie dies in Oesterreich npch moeglich war, leitete. “Jeder* mann” fuehrte er dort rum groessten Triumpf. Max Reinhardts Erfolge sind nicht zu trennen von den grossen Kuenstlern, di» er entdeckt oder neu-herangezogen hatte, von seinem grossen Buehnenges t a 11 e r Prof. Ernst Stern. Gertrud Eysoldt und Lucy Hoeflich, Moissi, Kayssler, Wegener, um nur einige Namen zu nennen, fanden unter seiner Regie die vollendetsten Ausdrucksmoeglichkeiten ihrer grossen Begabungen. Albert Bassermann, schon unter Brahm beruehmt, sah seinen Traum erfuellt, mehrere Jahre lang bei ihm die Klassiker zu spielen, und der spaeter so undankbare Werner Krauss, wo waere er geblieben, wenn Reinhardts Genie ihn nicht entdeckt und gefoerdert haette? 1938, im fuer ihn verlorenen Europa, wanderte er mit seiner zweiten Lebensgefaehrtin, der wunderbaren Helene Thimig, nach USA aus. Er inszenierte dort den “Sommernachtstraum - Film”, und einige andere Plaene fanden ihre teilweise Realisierung. Doch sein eigentliches Lebenswerk hatte er in der alten Heimat zuruecklassen muessen, die ihn so unendlich viel verdankt. Vielleicht wird es niemals wieder seinesgleichen geben. Julius Bab, sein grosser Biograph, widmete ihm vor nunmehr 25 Jahren folgende Abschiedsverse: “Der Zauberer hob den Stab. Ein Regenbogen stieg strahlend aus dem feuchten Grund, von schimmernden Gestalten schien ein Chor aus dieser dumpfen Welt emporgezogen . Ein Wettersturm hat diese Welt vernichtet; der Zauberer der aus Nichts Gestalten treibt, er ging. In dankendem Erkennen bleibt das hohe, bunte, Spiel, das er gedichtet”. Curt Wtlk. Grosse Auswahl in Nationalen, auch Perser Teppichen Teofilo Schneider Av. Bustamante 6 — direkt am Plaza ItaUa — Fono 495243 — Auch fachmännisch# Reparaturen und Reinigungen. HOTEL PANAMERICANO empfiehlt seine Festraeume fuer Ihre Vereasialtungea und jede Art von Festlichkeiten. Kueche unter Leitung eines Wiener Chefs. Huérfanos — Teatinos — Fono 82911