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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-07-01 · 7 (Julio, 1968) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
7 (Julio, 1968)
Date
1968-07-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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JULIO 1968 BOLETIN INFORMATIVO 23 MEHR BESCHÄFTIGUNG FUR DIE ISRAEL-WERFT DAS JUDENTUM IN SCHULLEHRBUECHERN Die Beschaeftigungslage der Israel-Werft hat sich erheblich gebessert, da das Unternehmen Schiffsbauauftraege und Bestellungen für die Durchführung von Reparaturen erhalten hat. Für die naechsten vier bis sechs Monate ist die Werft voll beschaeftigt. Der Direktor Libertowski rechnet mit weiteren Auftraegen, darunter vom Sicherheitsministerium. Dank der Zunahme des Beschaeftigungsvolumens konnte die Direktion der Werft 30 zusaetzliche Arbeiter einstellen, und jetzt werden 628 Arbeiter beschaeftigt. Im Moment ist die Werft mit dem Bau eines grossen Schwimmdocks beschaeftigt, das IL 13 Millionen kostet und das eine Hebefaehigkeit von 20.000 Tonnen hat. Der Ausschuss der Wirtschaftsminister hatte vor einigen Monaten über Bau dieses Schwimmdocks Beschluss gefasst. Nach Eingehen der Bauplaene von der Werft in Luebeck und nach Eintreffen des notwendigen Materials aus Grossbritannien geht die Arbeit am Dock programmgemaess vor sich. Die Werft hat für die Hafenbehörde zwei Schleppdampfer in Arbeit, die im Hafen von Aschdod eingesetzt werden. Jeder Dampfer kostet IL 5,1 Millionen. Ferner wird ein grosser Kran für die Werke am Toten Meer (Kosten IL 2,5 Millionen) gebaut. Die Werft erhielt diesen Auftrag, nachdem sie infolge eines günstigen Angebotes die Ausschreibung für diese Bestellung gewonnen hatte. Die Direktion bemüht sich sehr, die Qualitaet der Arbeit und die Leistungsfaehigkeit des Betriebes nach Kraeflen zu heben. ANKAUF DER DAN DURCH ZIM (Haifa, AS).— Die Direktion von Zim beschloss, den Personendampfer “Dan” (früher “Bilu”) von der Regierung (Gesellschaft Kawim) zu erim Mittelmeer und wird sie auch weiter auf dieser Route einsetzen. Die Direktion beschloss auch, für eine Vierwerben, Bisher benützte ZIM telmillion IL Sicherheitsandie “Dan” als Charterschiff leihe zu zeichnen. In der evangelischen Zeitung “JUNGE STIMME — Eine Zeitung junger Christen” (Ausgabe vom 9. Maerz 1968) wurde auf Seite 2 unter der Ueberschrift “Ueber uns — fuer uns, Sprengstoff in hausbackenem Lehrbuch” folgender Artikel veroeffentlicht, der sich mit der Darstellung des Judentums in christlichen Schullehrbuechern befasst: Die “Evangelische Glaubenslehre” von Hans Frauenknecht ist allen evangelischen bayerischen Abiturienten seit 1953 ein Begriff. Die von den meisten Schuelern und Lehrern als “hausbacken” empfundene Minidogmatik (1962 in 4. Auflage) ist “lehrmittelfrei”. Wie gefaehrlich und missverstaendlich auch brav und hausbacken gehaltene Lehrbuecher sein koennen, zeigt folgendes: Auf Seite 42 dieses Werkes in Nr. 11, die unter anderem von dem “Erlebnis der Geschichte” als einer etwaigen Offenbarungsquelle spri c h t, heisst es: “Laesst er (Gott) uns nicht in sein Herz schauen, wenn er offenkundig Lohn oder Strafe ueber die Menschen bringt? Gerade im besonderen Schicksal des juedischen Volkes nach der Kreuzigung Jesu liegt ja ein eindringlicher Hinweis auf das (vgl. Nr. 3,2)”. Wird einem schon, goettliches Geschichtswalten an dieser Stelle nahegelegt, angesichts der tragischen juedischen Geschichte ein christliches “Siehste!” zu sprechen, so erfaehrt man beim Nachschlagen in Nr. 3 auf Seite 22. “Der Messias kam, aber sein Volk schrie ‘Kreuzige ihn!’ Es aergerte sich an seiner scharfen Ablehnung pharisaeischer Selbstgerechti g k eit ebenso wie an seiner menschlichen Niedrigkeit; seinen Anspruch auf Gottessohnschaft lehnte es als Gotteslaesterung ab. So rief es das Gericht Gottes auf sich selbst herab. ‘Sein Blut komme ueber uns und unsere Kinder!’ (Matth. 27,25) Hierin und nicht im Politischen oder Allgemein- Menschlichen liegt das Geheimnis des einzigartigen Schicksalsweges, den dieses Volk seither geht und der durch Blut und Traenen gekennzeichnet ist. Stellvertretend fuer die ganze Menschheit hat Israel gehandelt, als es den Gesandten Gottes ans Kreuz brachte. In solcher Stellvertretung muss es durch seine Leiden heute noch vom Compre el Automóvil con personalidad AUSTIN MINI saloon CARROCERIA GRP SUSPENSION HIDROLASTICA MOTOR TRANSVERSAL FACILIDADES DE PAGO MAURICIO HODHSCima S.A./.C. AV. GRECIA 310 - FONO 495027 OTRO PRODUCTO DE LA AVANZADA INGENIERIA DE THE BRITISH MOTOR CORPORATION Ernst des goettlichen Waltens zeugen”. Angesichts solcher kurzschluessigen scheintheologischen Aeusserungen in einem Lehrbuch fuer Dogmatik fuer die Oberstufe der bayerischen Gymnasien wird einem deutlich, wie es geschehen kann, dass ein kleines Maedchen aus dem Volksschuluntei rieht nach Hause kommt und fragt: “Stimmt es, dass die Levis im ersten Stock den Herrn Jesus umgebracht haben?” Was ist theologisch dazu zu sagen? War das Motiv der Verurteilung Jesu von juedischer Seite her gesehen damals verstaendlich, sogar nach dem damals geltenden Gesetz “gerecht”, so war der Prozess Jesu (an dem Juden und Heiden beteiligt waren) ungerecht. Fuer uns ist die Frage wichtig, ob das Neue Testament unter dem “Juden” nur den Angehoerigen des juedischen Volkes versteht oder nicht vielmehr den Typ des frommen Menschen schlechthin. Wer aus dem Gesetz einen Gott und aus Gott ein Gesetz macht, ist “Jude” in Sinne des Neuen Testaments. Auch Christen werden immer wieder zu solchen Juden. “Sein Blut komme ueber uns und unsere Kinder”, sollen die Juden angesichts des Sterbens Jesu gerufen haben. Man verwies “unter Christen” und nicht nur in jenem Lehrbuch fuer Glaubenslehre, das nach seinem Vorwort “nicht nur ein Lehrbuch, sondern mehr ein Lebensbuch sein” soll, oft auf den Zusammenhang zwischen dieser Aussage und den spaeteren juedischen Leiden. Die Moeglichkeit einer Rechtfertigung dieser Leiden und auch oft ihrer Verursacher war damit gegeben. Es gibt noch andere Spuren eines zeitbedingten religioesen Antisemitismus im Neuen Testament. So sagt Paulus im 1. Brief an die Thessalonicher (2,16), dass “der Zorn schon ueber sie gekommen ist auf das Ende hin”. Weil sie Jesus getoetet und ihn (Paulus) und die Propheten verfolgt haetten, gefielen sie Gott nicht und seien “allen Menschen zuwider”. Der Vergleich der einzelnen neutestamentlichen Schriften miteinander zeigt jedoch, dass diese Polemik zeitbedingt war. Leider erweist sich jene zeitbedingte neutestamentliche Polemik in ihrer verheerenden Wirkung dauerhafter als das Liebesgebot den Juden gegenueber. Tauchte eigentlich niemals ernsthaft, weder im Mittelalter, noch in der Reformationszeit, noch unter deutschen Christen die Frage auf, ob Jesus nur durch die Juden gestorben sei oder auch fuer sie? Nicht die Selbstverfluchung “sein Blut ueber uns” sollte im Unterricht und auch sonst in dieser Hinsicht die alles tragende Aussage sein, sondern das Bekenntnis “sein Blut fuer uns alle”. In dem Dokument “Bristol 1967” des Oekumenischen Rates heisst es ueber “die Kirchen und das juedische Volk” unter anderem: “Die Stellen im Neuen Testament, welche die Juden mit der Kreuzigung belasten, muessen in dem weiteren biblischen Verstaendnis gelesen werden, nach dem Israel Repraesentant aller Menschen ist. Ihre Ablehnung ist ein Spiegel unserer eigenen Ablehnung”. (Juedischer Presse-Dienst)

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