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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-05-01 · 5 (Mayo, 1968) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
5 (Mayo, 1968)
Date
1968-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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MAYO 1968 BOLETIN INFORMATIVO 15 Schawuot, Fest der freien, sittlichen Entscheidung Von Curt Wilk "Die Menschen und ihre Denkmaeler verfallen, und nur die Ideen leben immer, dauernder als Erz". (Theodor Herzl) Alle wichtigen Ereignisse innerhalb der Natur und die Hoehepunkte des geistigen Lebens innerhalb eines Volkes finden in den Festen des Volkes ihren Niederschlag, weil sie auf Ideen begruendet sind, die sich tief in das Volksbewusstsein eingegraben haben. Und deshalb ist es kein Zufall, dass die Thora und auch andere Teile der Bibel so stark den naturverbundenen Charakter unseres Festes hervorheben, weil eben in jener alten Zeit die Juden, oder, richtiger gesagt, die Israeliten, in erster Linie ein Volk waren, das Landwirtschaft betrieb, Bauern und Hirten hervorbrachte. Doch immer mehr setzten sich spaeter, in Verbindung mit dem Opferkult zunaechst, religioese Gedanken durch; es entstand der Staat der Priester und Propheten; das geistige Gut verdraengte allmaehlich, noch bevor der Zweite Tempel zugrundegegangen war, das Tieropfer, und die religioese Ideenwelt der Gesetzeslehrer wurde die Begleiterin des juedischen Volkes auf seiner Wanderung durch die Jahrtausende. Ganz besonders am Schawuot-Feste wird diese Entwicklung deutlich: Spricht die Thora nur von der Darbringung der “Bikurim”, der Erstlinge von der Weizenemte, vom Feste der Feldfruechte, des taeglichen Brotes, so ist es der Talmud, im Judentum der Bibel gleichgestellt, der uns darueber belehrt, dass uns an diesem Tage, dem 6. des Monats Siwan, die Lehre geworden, dass wir zugleich die Sinaioffenbarung, die Verkuendung des Zehnwortes, begehen, und dieser Charakter des Schawuot-Festes musste der beherrschende werden, nachdem das Volk den eigenen Boden verloren hatte. Im Schawuot-Feste verbinden sich in einzigartiger Weise Natur und Geist, Gebotserfuellung und Lebensfreude. Es wurde der Tag der Weltgesetzgebung, der Verkuendung des Gedankens, dass der Mensch sich zu enscheiden habe zwischen Gut und Boese, zwischen Recht und Unrecht, zwischen Sklaverei und geistiger Freiheit. Sollte nicht in unserer sehr ernsten Zeit eine Sehnsucht durch die Menschheit gehen nach dem Sieg der Idee von dem einigeinzigen Gotte, dem Inbegriff in moralischer Hinsicht; um Mitternacht verlieren Farben ihre Deutlichkeit und werden zu einem finsteren Grau. Moralische Prinzipien haben ihre Bestimmtheit verloren, und der moderne Mensch haelt das fuer absolut richtig oder absolut falsch, was die Mehrheit tut”. Wir Juden haben mehr als auch nach La Paz Montag LH 495 Mittwoch LH 497 Donnerstag LH 4M Sonnabend LH 493 Santiago de Chile Ab 08,10 08,45 08,10 La Paz An 09,30 11,30 Ab 12,15 Lima An 10,15 10,30 13,00 10,30 Guayaquil An 13,05 13,05 Bogotá An 15,30 14,10 Kingston An 16,50 17,05 New York An 22,30 22,40 22,15 22,30 Frankfurt An 12,15 12,15 12,15 12,15 Ausserdem montags und freitags, Abflüge von Santiago nach Europa über Buenos Aires. Alle weiteren Einzelheiten erfahren Sie bei Ihrem IATA Reisebüro oder bei ULTRAMAR, Agencia Maritima Ltda., Agustinas 1080, Telefon 81892, Santiago; Blanco 853, Valparaiso, Generalagent für Chile. Lufthansa der sittlichen Vollkommenheit, und der einen, fuer imandere Voelker erfahren, was mer zusammengehoeren d e n es heisst, unfrei, im aufge- Menschheit, die nach dieser zwungenen Gehorsam, zu den- Vollkommenheit strebt? ken. Tragisch und schmerz- In seiner beruehmtgewordelich-hoch war stets der Preis, nen “Genfer Predigt” des Jahden wir auch fuer unsere geires 1966 sagte Martin Luther stige Freiheit, fuer das Recht King: der freien, sittlichen Entscheidung, bezahlen mussten. Doch “Es ist heute Mitternacht wir wussten immer, dass das menschliche Gewissen auf die Dauer nicht zum Schweigen gebracht werden kann. Der groesste Feind in unserer Geschichte, der blutduerstige Diktator des “Dritten Reiches”, nannte das menschliche Gewissen eine “juedische Erfindung”. Und dies war, von seinem Standpunkte aus, logisch, denn er musste im Zehnwort vom Sinai das groesste Hindernis fuer die Verwinklichung seiner teuflischen Plaene erblicken. Doch dieses Gesetz vom Sinai, das “Zehnwort”, galt im iuedischen Volke niemals als “starres oder erstarrtes Gesetz”, sondern als goldene Lebensregel, als der Wille Gottes, dem sich Volk und Menschheit freiwillig zu ihrem eigenen Nutzen unterwerfen sollten. Der freie Gott wuenschte freien Gehorsam und keine sklavische Befolgung ohne eigenes Nachdenken und eigenes Verantwortungsbewusstsein. Gelingt es, sowohl in Israel wie in der Diaspora, jene l Uebereinstimmung zu erreichen, die fuer den Juden der alten Zeit selbstverstaendlich war, naemlich am “Feste der Thora” auch Gott in der Natur zu verherrlichen, und am “Feste der Erstlinge”, der Weizenemte, der hohen sittlich-ethischen Postulate des Judentums zu gedenken, Schawuot zum Tage der Gewissenspruefung zu erheben, dann erst hat dieses Fest den Juden von heute seine volle Bedeutung erhalten. RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachen Edif. Pza. de Annas Local 1S6, (entrepiso) Eingang MONJITAS *7» v 21 DE MATO 5Ss Telefon privat S4S8V Cinturones y Botones SE FORRAN venta y hechura por mayor y menor entrega rápida Arturo Prat 240 Fono 382967

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