Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1967)
- Date
- 1967-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BOLETIN INFORMATIVO FORTE Inscripción PAGADO xss TARIFA PUBLICACIONES REDUCIDA PERIODICAS ■BMJDOtt 3.CL I*HK IBKOIL «nt AÑO XXIX m 12 SANTIAGO DE CHILE DICIEMBRE 1967 DEUTSCHE GAESTE IM STAATE DER JUDEN Von Dr. Abner Nechuschlan, Tel-Aviv Es ist, als sei ein Bann gebrochen. Wie viele hundert te von Deutschen sind es, sind es tausende? Noch in keinem der letzten Jahre kamen solche Scharen aus der Bundesrepublik wie in diesem Herbst hierher: Lehrer, Geistliche der beiden christlichen Konfessionen, Stadtverordnete, Muetter und erwerbstaetige Frauen, Unternehmer aller denkbaren Branchen und so und so vieler Rangstufen, Gewerkschafter, Aerzte, Rechtsanwaelte, Agronomen, kaufmaennische Angestellte von Betriebsingenieuren bis zu Verkaeufern, Bezirksvertretern, Reisenden, natuerlich Journalisten en masse, Fernsehreporter und Rundfunksprecher, und vor allem Jugend ... Reichen die geschmackvollen Raeume der Deutschen Botschaft in der Soutinstrasse, einem der vornehmen Wohnviertel Tel- Avivs, nicht fuer die Empfaenge aus, die ihr Chef Dr. Rolf Pauls allen diesen Israelbesuchern jetzt fast Wo che fuer Woche veranstaltet, laedt er sie gelegentlich in das eine oder andere der komfortablen Hotels an der Seekueste des benachbarten Herzlia ein, dem vom Diplomatischen Corps bevorzugten Villenort, ob es sich um Reisegruppen der Evangelischen Akademie in Tutzing am Starnberger See handelt, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der niedersaechsischen Landeszentrale fuer politische Bildung, des Hessischen Jugendrings, der Berliner Freien Universitaet und ihres Studentendorfs in Dahlen und wer weiss welcher anderen Vereinigungen noch. Sie durchstreifen das Land “von Dan bis Beer Scheba”, wie es ln der Bibel heisst, oder vielmehr von den Hoehen im hohen Norden, oestlich des Oberlaufs des Jordan, die den Syriern im diesjaehrigen Krieg abgerungen worden waren, ueber das juedische und das bis zum Juni jordanische Jerusalem mit seinem militaerisch besetzten Hinterland, dem “Westufer”, bis zur Hafenstadt Eilath im tiefen Sueden des Negew. Sie erklimmen die Ber g f e s t e Massada, besuchen Kibbuzim, bestaunen Saeulenreihen, Aequadukte, Amphitheater aus roemischer, die Ausgrabungsstaetten aus noch viel aelterer Zeit, die Burgruinen der Kreuzritter. In einem jener Hotels brachte der Botschafter un laengst massgebende Vertreter der hiesigen Oeffentlichkeit mit dem Praesidentei? des Deutschen Staedtetages, Oberbuergermeister Dr. W. Brundert, dem Vorsitzenden des DGB Ludwing Rosenberg, dem Direktor Walter Hesselbach von der Bank fuer Gemeinwirtschaft in Frankfurt und 'anderen deutschen Persoenlichkeiten zu zwangloser Aussprache zusammen, nachdem die Gebaeudegrundsteine fuer eine Sozialwissenschaftliche Fakultaet der Tel-Aviver Hochschule und fuer das Martin Buber-Zentrum der Jerusalemer Umversitaet feierlich gelegt worden waren. Aus eigenem Antrieb hatten sich die von diesen Ehrengaesten des abendlichen Empfangs repraesentierten Koerperschaften zu grosszuegiger Mitfinanzierung der beiden Institute bereit erklaert. Als weiteres Zeichen derselben taetigen Sympathie, eines von manchen Beispielen, sei noch erwaehnt dass die Siedlung Rämat Hadassah, in der Orangengegend des anmutigen Scharon, mit Hilfe einer namhaften Spende der deutschen Pfadfinder, der hessischen und katholischen Juvendverbaende soeben an den Bau einer geraeumigen neuen Turnhalle gehen konnte., Ihrerseits lassen die Israelis mindestens so wie in den letzten vorangegangenen Jahren keinen Vorabend des sabbatlichen Ruhetages vergehen, an denen Ueberlandfahrten und Fuehrungen aus jüdisch-religioesen Gruenden ausfallen, ohne dass deutsche Touristen an diesen Freitag- Abenden von Familien sonder Zahl aufs gastfreundlichste aufgenommen werden. Neben anderen gemeinnuetzigen Stellen —und auch einigen Reisebueros als den Arrangeuren der Besuchergruppen— sorgt neuerdings dafuer ein von Tel-Avivern d e u t scher Landesherkunft aus den Reihen der Bne Brith-Logen spontan ins Leben gerufener Helferkreis, der sich den beziehungsreichen Namen "Die Begegnung” gegeben hat. Dieser Kreis schaltete sich einige Male organisatorisch auch in die Vorfuehrungen der Dokumentarfilme ein, die von der Deutschen Botschaft seit einigen Wochen mancherorts hier im Lande kostenfrei oder gegen eine einzige, nur nominale Gebuehr gezeigt werden. Zwei Kurzfilme fol gen dem 45-minuetigen Bildstreifen “Deutschlands Weg nach Israel”, der die Enwicklungen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und dem juedischen Staat darstellt. Einleitende Worte sprach jedesmal Dr. Herbert Limmer, der ruehrige, allseits beliebte Presse-Attaché der Botschaft. Der Zustrom ueberstieg in Tel-Aviv, Jerusalem, Haifa und einer ganzen Reihe von Provinzorten alle Erwartungen. Vor den Saelen, die sich dann bis an den Rand fuellten, bildeten sich regelmaessig lange Warteschlangen. Es kamen, wie besonders erwaehnt sei, jedes Mal auch Menschen nichtdeutscher Geburtslaender in nennenswerter Zahl, und viele israelgebuertige Jugendliche. Nicht nur mit seinen Landsleuten also kann Botschafter Dr. Pauls zufrieden sein, sondern auch mit der Aufnahme, die sie in diesem Staat finden. Recht erfolgreich haben er und seine Mitarbeiter, es zeigt sich jetzt zwei Jahre hindurch so behutsam wie zielbewusst darauf hingewirkt, die Beziehungen zwsichen Israelis und Deutschen zu entschaerfen, soweit es sich in einer verhaeltnismaessig so kurzen Zeit nach Hitlers “totaler L o e s u n g der Judenfrage” schon bewerkstelligen laesst. Als der juedische Staat in der zweiten Mai.haelfte von der numerischen Uebermacht der angriffsbereiten Armeen seiner Nachbarn unmittelbar bedroht war, trug dazu die Hilfsbereitschaft der bundesdeutschen Oeffentlichkeit so viel bei, wie im Juni der Enthusiasmus, mit dem sie den Kampfgeist der israelischen Jugend im “Krieg der sechs Tage” begruesste, einer der von der Deutschen Botschaft gezeigten Kurzfilme, von denen die Rede war, legt davon beredtes Zeugnis ab. Unbeeinflusst von diesem stimmungsmaessigen “Tauwetter” blieben weiterhin allerdings betraechtliche Gruppen der hiesigen Bevoelkerung, Ueberlebende der Konzentrations- und Vernichtungslaeger, der Warschauer Ghettokaempf er, Rechtsnationalisten einer grundsaetzlichen (oder parteitaktischen) Deutschlandfeindlichkeit und gewisse, ihnen nahestehende Teile der Studentenschaft. Doch auch auf verstaendigungsbereite Israelis wirkte es in den letzten (Fortsetzung Seite 4) ZU CHANUKKA 572B MAKABAEER UNSERER TAGE Von all unseren Voll —und lienfest, doch es feiert zu- Halbfesten ist Chanukka dasjenige, das zum Geschehen in unserer Zeit die offenkundigsten Analogien bildet. Denn noch mehr als andere Tage des Jahres feiern diese das Wunder des juedischen Ue berlebens. Es erinnert uns daran, wie vor rund 2100 Jahren das juedische Volk unter Fuehrung eines kuehnen Offiziers, des Juda Makkabi, seine Souveraenitaet zurueckgewann. Durch den heroi sehen Wiederstand gegenueber dem halb-groessenwahnsinnigen Antiochus Epipha nes, der damals eine aehnlich grausige Rolle spielte wie in unserer Zeit der Nazi-Diktator, rettete Juda Makkabi die Gewissensfreiheit und das Judentum vor der Aufsau gung durch die heidnische Welt. Im Chanukkafeste duerfen wir die Erfuellung der Vision des Phopheten Jesaiah erblicken: “Das Volk, das in der Finsternis wandel te, hat ein grosses Licht gesehen”. Die Chanukka-Kerzen sind daher der symbolische Ausdruck fuer den unbezwinglichen Glauben der Juden, dass das Licht der politischen und religioesen Freiheit, das in den traurigsten Zeiten unserer Geschichte niemals gaenzlich erloschen war, in den kommenden Jahrhunderten weiterhin leuchten wird. Zugleich bilden sie eine Mahnung an die Jugend, des Makkabaeergeistes eingedenk zu bleiben. Ganz gewiss ist die Chanukka - Woche ein Famigleich eine echte Volkstradition, indem es die juedischen Eltern verpflichtet, ihren Kindern erneut den Chanukka - Geist zu vermitteln, der die Makkabaeer dazu befaehigte, einer gewaltigen Uebermacht entgegenzutreten. Es ist die einzigartige Bedeutung der Gestalt des Juda Makkabi, dass dieser Krieger zwar Schlachten zu schlagen verstand, dass aber sein Kampfgeist religioesen Motiven entsprang. Letztlich kaempfte er fuer den Ruhm Gottes und die Erhaltung der juedischen Kultur. Nicht allein, dass er Feldherr war, machte diesen Mann zu einer unsterblichen Figur, sondern, dass er sich im Dienste der juedischen Idee stehend fuehtte, duerfte ihn zum Vorbild juedischer Wesensart gemacht haben. Und von hier aus ergibt sich eindeutig die Parallele zu unserer Zeit: Auch wir koennen uns nicht in Sicherheit waehnen. Noch immer muessen wir vielen boeswilligen Anfeidungen und Verleumdungen entgegentreten. Kann es z.B. eine groessere Niedertracht geben als die Behauptungen, des sowjetrussischen Staatsmannes vor den “Vereinten Nationen”, dass der Staat Israel m seinem heroischen Verteidigungskriege die schlimmsten Nazimethoden sich zum Vorbiid genommen, diese angewandt habe? Glaube und Volkstum muessen auch heu¬ Von Curt Wilk te von uns verteidigt werden wie in den Tagen der Makkabaeer, weil es der Geist ist, der den Koerper eines voikes baut. Niemals brannte der Hasmonaeergeist lebendiger in den Herzen des arbeitenden und kaempfenden Israel als in den vergangenen Junitagen dieses Jahres 1967. In fast 20 Jahren, seit der denkwuerdigen UN-Entscheidung vom 29. November 1947, haben die Israelis die Fackel der Freiheit hochgehalten. Wenn sie in all dieser Zeit nicht vom Meere der arabischen Nachbarlaender verschlungen wurden, so verdanken sie ihre Errettung dem sie beherrschenden Makkabaeergeiste. Und man wird diesen Weg weitergehen in dem Vertrauen darauf, dass das gesamte juedische Volk hinter Medinat Jisrael steht wie waehrend des glorreichen 6 Tage-Feldzuges, als nur bestimmte Gruppen sich von uns absonderten. Die Verteidiger der israelischen Unabhaengigkeit sind gleichzeitig die Verteidiger der juedischen Rechte in der ganzen Welt, und weil wir Juden der Diaspora dies wissen, opfern wir gern fuer alle nationalen Zwecke, l'uer alle geistigen und religioesen Institutionen in und ausserhalb Israels. Fchter Chanukka - Geist durch verstaerkte Leistungen zugunsten Israels, fuer die Wahrung seiner Position im Voelkerleben, wird den Lichterglanz des Festes noch heller erstrahlen lassen.