Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1967)
- Date
- 1967-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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NOVIEMBRE 1967 BOLETIN INFORMATIVO 5 EINE KLARE ANTWORT Mit Erschrecken und Bestuerzung hatte die israelische und juedische Oeffentlichkeit von der Kriegshandlung Kenntnis genommen, welche die Aegypter am 21. Oktober unter dem schuetzenden Mantel des Waffenstillstands durehgefuehrt hatten. Die “Elath”, ein 2.500 to Zerstoerer und Flaggschiff der israelischen Flotte war von ferngesteuerten thermomagnetischen Raketen sowjetischer Machart versenkt worden; unter seiner Besatzung waren 50 Tote zu beklagen. Wie lange noch soll der sinnlose Hass der arabischen Machthaber und der russischen Imperialisten uns Opfer an Blut und Leben auferlegen? Es sollte die einzige Frage sein, die ohne Antwort blieb... und es vorerst noch bleiben wird. Die anderen Fragen waren: Ist Israel in der Lage, eine solche Provokation heimzuzahlen? Hat es unter diesen Umstaenden noch Sinn, das W a f f enstillstandsabkommen von Juni weiter zu respektieren? Sollte es einzig und allein dazu dienen, die geschlagenen Araber vor den letzten militaerischen und politischen Konsequenzen ihrer Niederlage zu bewahren und ihnen den Kampf aus dem Hinterhalt und die Vorbereitung einer neuerlichen Revanche zu gestatten? Wird die ONU eine solch eindeutige, flagrante, unverschaemte Verletzung ihrer Verfuegungen wieder ohne Verurteilung hinnehmen? Die Antworten waren, von der letzten bis zur ersten, recht eindeutig. Getreu dem Grundsatz kommunistischer Dialektik und “Moral”, dass nicht der Moerder, sondern der Ermordete die Schuld hat, brachte die USSR eine Resolution im Sicherheitsrat ein, die in der ueblichen Forderung der Verurteilung Israels gipfelte. Wenn sie auch erfolglos blieb, ist es dochnicht minder bemerkenswert, dass der absolut logische Beschluss einer Verurteilung Aegyptens weder vorgeschlagen noch geschweige denn angenommen wurde. An seiner Stelle einigte man sich auf die schon ilfif MOSCHE DAJAN: ‘Israel ist nicht alarmiert...” fast zum Ritual gewordenen Ermahnungen an beide Seiten, die angreifende und die angegriffene, und erneuerte den Feuereinstellbefehl, Allerdings hatte inzwischen Israel nicht nur zum Gegenschlag ausgeholt, sondern ihn, gruendlich und praezis wie immer, zu Ende gefuehrt. Der Sicherheitsrat aber hatte sich wieder einmal als ein Tribunal erwiesen, in dem eine Meute feindlicher Woelfe sich den Schafspelz der Richtertoga notduerftig und hastig ueberstuelpen, um die Opfer ihrer imperialistischen Politik nur desto “besser hoeren, besser sehen, besser fressen” zu koennen. Und nach der Repressalie: betrachtet Israel die Waffe n s t i 1 lstandsbestimungen weiter als verbindlich? Ja, sagte Verteidigungsminister Mosche Dajan auf einer Pressekonferenz am 27. Oktober und erklaerte: “Israel haelt sich auch weiterhin an die von der ONU geforderte Waffenruhe vom Juni dieses Jahres. Wir erwarten jedoch, dass der Waffenstillstand auch von arabischer Seite eingehalten wird. Der unprovozierte Raketenangriff auf den Zerstoerer “Elath” war ein flagranter und gefaehr- Iicher Bruch der Waffenstillstandstimmungen durch die Aegypter”. In einer unmissverstaendiichen Anspielung auf die Folgen dieses Angriffs: “Ich hoffe, die Aegypter werden einsehen, dass es auch fuer sie am besten ist, wenn sie sich an die Waffenruhe halten”. Und mit einer neuerlichen Versicherung, die durch ihre Friedfertigkeit einen bei Dajan fast ungewohnten Akzent aufweist: “Israel betrachtet das Waffenstillstandsabkommen vom Juni als die elementare Grundlage unseres gegenwaertigen Verhaeltnisses zu den arabischen Staaten”. Das hat natuerlich viele gute Gruende. Der politische besteht darin, dass die ONU nun schon viermal Israel auf provisorsische Grenzen gewiesen hat. Die ersten, des Teilung,spl'ans fuer Palaestina vom Jahre 1947, wurden durch die arabische Invasion von 1948 ausradiert. Die zweiten liefen entlang der Waffenstillstandslinien von 1948 und 1949. Sie wurden 1956 durch die Sinai-Kampagne gesprengt, aber 1957 —zum dritten— durch Druck der ONU wiederhergestellt. Endgueltig fuer null und nichtig erklaert durch die faktische arabische Kriegserklaerung vom Mai dieses Jahres, erfuhren sie die nunmehr entscheidenden Aenderungen durch den Krieg der 6 Tage von Juni und den Waffenstillstandsbefehl, den Transjordanien am 7.6., Aegypten am 8.6. und Syrien am 10.6. akzeptierte. Da es bei dieser Gelegenheit der USSR und den Arabern nicht gelang, die Forderung auf Rueckzug auf die Linien des status quo ante durchzusetzen, stehen heute die israelischen Truppen am Suez- Kanal, am Jordan und in Golan kraft des einzigen I E3 MONATSSPIEGEL ".- - - ONU-Beschlusses, der von den Ereignissen nicht ueberholt worden ist. Ein anderer, ebenso schwerwiegender Grund, ist militaerischer Natur. Israel ist zwar heute in der Lage, jedem seiner arabischen Nachbarn den Schaden zuzufuegen, den es will, wann es will und wo es will, wie dies die israelische Presse in ihrer verstaendlichen Empoerung nach der Versenkung der “Elath” unterstrich, aber man muss sich natuerlich fragen: cui bono? Der Suez- Kanal, der Jordan, die Hoehen von Golan sind die besten denkbaren Linien, um die Sicherheit des eigentlichen Israel, der “alten Gebiete”, zu gewaehrleisten. Es waere absurd, sie weiter vorzuverlegen und kein Mensch denkt ernstlich daran. Eine dringende Veranlassung, das inzwischen von den Russen wieder etwas geflickte arabische Kriegspotential durch eine grosse Aktion neuerlich auf Null zu reduzieren, Besteht auch nicht, da es noch weit davon entfernt ist, wieder eine ernstliche Gefahr fuer die israelische Sicherheit darzustellen. Viele andere Betrachtungen weisen in die gleiche Richtung . und es eruebrigt sich, sie ex post facto alle noch einmal zu Ende zu denken. Zusammenfassend bleibt die Tatsache bestehen, dass man sich nicht durch eine Provokation —selbst solch schmerzlichen Ausmasses— zu unbesonnenen Handlungen hinreissen lassen wollte. Man beschloss vielmehr, eine Antwort zu erteilen, welche einerseits den begrenzten Rahmen eines Bruchs der bestehenden und gueltigen Waffenstillstands abkommen nicht spröngt, andererseits aber an Klarheit, Haerte und Praezision nichts zu wuenschen uebrig laesst. Wie dies dann geschah, war wieder einmal ein Meisterwerk. Am dritten Tag nach dem erlittenen Schlag entspann sich ein Gefecht am Suez-Kanal, wie es zuerst schien, eines der vielen Gefechte, die dort immer wieder von den Aegyptern vom Zaun gebrochen wurden, ohne dass es Herrn Thants Beobachterstab jemals moeglich war. eindeutig mit dem Finger auf den Schuldigen zu zeigen. Nach wenigen Stunden stellte es sich heraus, dass es dieses Mal um mehr ging: die israelischen Moerser hatten zwei der drei aegyptischen Erdoel-Raffinerien (Nasr Oil Co. und Suez Oil Processing Co., beide in Port Suez; eine dritte, kleine, ist in Alexandrien) in Brand gesetzt; sie brannten praktisch bis zu ihrer vollstaendigen Zerstoerung volle zwei Tage lang. Einer Bewertung der Resultate muss immer wieder vorausgeschickt werden, dass nichts, aber auch gar nichts, uns die 50 Menschenleben zurueckgeben kann, die mit der “Elath” verloren wurden. Das kann keine Repressalie, kann noch nicht einmal der Frieden bewerkstelligen. Gerade darum ist es aber um so wichtiger, bei diesem tragischen do ut des darauf hinzuweisen, dass die israelische Gegenrechnung keinen Preis in Menschenleben eihschloss. 50 Aegypter? 500? 5.000? Machte das Unsere wieder lebendig? Ist nicht schon genug Blut geflossen? Im selben Stil, in welchem die Militaerpolizei in den Neuen Gebieten den Helfershelfern der Terroristen begegnet, indem sie naemlich die Haeuser zerstoert. die sie als Schlupfwinkel benutzen, aber ihr Leben respektiert, in dem gleichen Stil erteilte das Israelische Verteidigungsheer seine unvergessliche Antwort auf die blutige aegyptische P r o v o kation. Sein Schlag traf den Solarplexus der aegyptischen Kriegswirtschaft —und nicht nur der Kriegswirtschaft— und setzte ausser Betrieb: * die gesamte Gas-Produktion, * die gesamte Kerosene- Produktion, * 80% der Oelraffinerle- Kapazitaet, * eine unbestimmte, aber betraechtliche Proportion der bereits gespeicherten Reserven an Fertig-Produkten. Es eruebrigt sich auch nur darauf anzuspielen, was dieser Verlust fuer die ohnehin schon schwer angeschlagene aegyptische Wirtschaft bedeutet und es ist auch vor,, erst garnicht moeglich, es zu praezisieren. Vorlaeufige Schaetzungen schwanken zwischen US$ 60 Mi, dem Buchwert der Installationen, und US$ 300 Mi, immerhin der Haelfte des jaehrlichen Devisenhaushai t e s, wenn man die indirekten Verluste, Verdienstausfall, Industrielaehmung und andere Folgen schaetzungsweise dazurechnet. Etwas genauer wird man das erst wissen, wenn es sich heraussteilen wird, wie rasch die Russen bereit und in der Lage sind, ihrem Freund Nasser eine neue Raffinerie aufzustellen. Sind sie daran ebenso interessiert, ebenso hurtig dabei wie im Nachschieben von Flugzeugen und Raketen? Und wo ((Fortsetzung Seite 6)