Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1967)
- Date
- 1967-09-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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SEPTIEMBRE 1967 BOLETIN INFORMATIVO 31 W. I. Z. 0. Im vorigen Jahr veranstaltete die Gruppe Anne Frank das erste Bridge-Turnier und erntete aufrichtige Anerkennung des Publikums fuer die scrgfaeltige Vorbereitung, und sachgemaesse Organisation. Die Nachfrage nach Plaetzen fuer die diesjaehrige Wiederholung ist erfreulich gross. Das Turnier wird am Sonntag, den 1. Oktober, nachmittags 4 Uhr im Estadio Israelita stattfinden. Tee usw. ist im Preis einbegriffen. Anmeldungen fuer die Platzeinteilungen, die von Bridge-Experten vogenommen werden, bitten wir bei Frau Dorrit Langsam (Tel. 282173) und Frau Irene Ruschin (Tel. 253409) vorzunehmen. Die Gruppe Emunah hat den “Juveniles” der Bomba Israel im Namen des Centro Henrietta Szold eine Fahne gestiftet. Den Vorsitz der neunten und juengsten Gruppe unseres Centro, “Raquel Shazar”, die bis jetzt mit grossem Eifer von Frau Evi Zimmermann geleitet wurde, haben in ihrer Vertretung Frau Eva Stark (Tel. 481943) und Frau Vera Nathan uebernommen. VORANZEIGE Am 24. Oktober findet die alljaehrliche Fruehjahrs-Modenschau unseres Centro statt. Details werden noch von unseren Damen und durch die Presse bekannt gegeben. Nur so viel: auch in diesem Jahr wird sie von unserer beliebten und mit viel Geschmack begabten Ruth Wolf geleitet. Die technische Oberleitung hat die Gruppe Kaloniot uebernommen. PROGRAMM Grupo Kaloniot Lunes, 9 de Octubre 16 horas Lunes, 16 de Octubre 16 horas Grupo Raquel Shazar Lunes, 9 de Octubre 16 horas Lunes, 23 de Octubre 16 horas Grupo Anna Frank Lunes, 2 de Octubre 16 horas Gruppe Henrietta Szol Donnerstag, 19. Oktober 17 Uhr Donnerstag, 2. November 17 Uhr Gruppe Golda Meir Montag, 9. Oktober 20.30 Uhr Montag, 23. Oktober 20.30 Uhr Gruppe Vera Weizmann Montag, 9. Oktober 17 Uhr Montag, 30. Oktober 17 Uhr Gruppe Hanna Meisel Dienstag, 10. Oktober 17 Uhr Dienstag, 31. Oktober 17 Uhr Gruppe Ahawah Montag, 9. Oktober 17 Uhr Montag, 30. Oktober 17 Uhr Grupo Emuna Lunes, 16 de Octubre 16 horas En torno a las Fiestas Kinesiología para niños Sra. Inge Rosenberg Conceptos aclaradores sobre psicología clínica Sra. Daisy Safan La Biblia Sra. Sima Rzepka La historia de los sonidos de la música Sras. Mónica Friedmann y Nancy Kleiman Aktuelles aus Israel Frau Clara Weintraub und Frau Hanne Berliner Besuch im neuen Gebaeude der UNO Das arabische Problem in Israel Herr Moshe Szpiro Sukkoth.Feier Eine kleine Nachtmusik.' Ein Film aus Mozarts Leben Schoenheitspflege Frau Anita Bucki Erlebnisse am Rande der Raumschiffahrt Frau Hilde Fuchs Aktuelles aus Israel Der Mensch und das Judentum Rabb. Egon Loewenstein Auf Adams Spuren Frau Margot Kreisberg Mi viaje a Europa desde el punto de vista religioso Sra. Inge Rosenberg ••»•i ItitiHHl * i tili >M| 14 .. wuenscht Ihnen ein ¿lueckliches Rausch Haschanah 5728 ALBERT BASSERMANN Im Flugzeug, hoch ueber den Alpen, war Albert Bassermann auf dem Rueckweg von New York nach Zuerich im 85. Jahre eines ruhmreichen Lebens dahingegangen. Dies geschah am 15. Mai 1952. Jetzt, am 7. September, sind hundert Jahre verflossen, seit der fuer etwa fuenf Jahrzehnte erste Menschengestalter im deu ts c h e n Sprachkreise das Licht der Welt erblickte. Einzigartig wie sein Leben war sein Tod. Wenige Monate zuvor, bereits schwer leidend, hatte er auf einer New Yorker Buehne, sitzend, den “Mephisto” im “Faust” dargestellt, wenn auch nur die wichtigsten Szenen. Der Sohn aus dem vornehmen Mannheimer Buergerhause hatte es anfangs nicht ganz leicht gehabt, als er, nach zweijaehrigem Chemiestudium, zum Theater hinueberwechselte. Seine Sorge galt dem etwas sproeden Organ, das er aber zu bekaempfen wusste, indem er aus der Not eine Tugend machte: Eines Tages war das “Bassermannsche Organ” ein Teil seines Wesens, seines grossartigen Temperaments, gewor den, und dieses, dazu der leuchtende Blick, der federnde Gang, den noch der 65-jaehrige besass, die ausdrucksvollen Zuege, die “seelische Noblesse”, wie ein beruehmter Kritiker die Kunst Bassermanns charakterisiert hatte, dies alles zusammen, hatte ihm frueh einen Platz in der ersten Reihe der deutschen Schauspieler gesichert. In der Berliner Luft war er gereift, als er, nach fuenf Jahren Meiningen unter dem “Theaterherzog”. zu Barney an das “Berliner Theater” kam. Dann, auf Otto Brahms be deutender Buehne, bei Max Reinhardt, bei Barnowsky. bei Leopold Jessner. ueberall wo er auftrat, erfuellten sich die hoechsten Erwartungen des Publikums, auch bei sei- Daunendecken mii importierten Daunen Steppdecken Fabrik "Marcelo" Max Wefxstcén 6c Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Bezugsstoffe u. Inletts staendig auf Lager. Schlafsaecke fuer Ausfluegler Komme einmal im Monat nach Viña u. nehme Auftraege entgegen. Genie und Charakter nen zahlreichen Gastspielen der spaeteren Zeit in Oesterreich und in der Schweiz. Er spielte unendlich viele Rollen — dicke, schwarze, Notizhefte verzeichnen jedes Detail seines Auftretens •— doch nur solche, die seiner Natur entsprachen. Niemals ist ein Stueck durch ihn gehemmt worden, aber zahlreich sind die Auffuehrungen von Stuecken, die sein Erscheinen gerettet hat. Ganz besonders die Epoche von 1920-30 etwa zeigte Bassermann auf der vollen Hoehe seines Koennens. Er wandte sich an Reinhardts Berliner “Deutschem Theater” liebevoll den Klassikern zu', und Sein “Koenig Lear” war wie ein aus der Urzeit des Mythos entstiegener seniler Lebensinvalide; sein strahlender “Egmont”, der lebens frohe “Oth e 1 1 o”, “Wallenstein”, "Malvolio”, “Wilhelm Teil”, “Shylock” und “Nathan” sind aus dem Bassermannschen Repertoire nicht wegzudenken, ebensowenig wie die Ibsenschen und Hauptmannschen naturalistischen Gestalten: “Baumeister Sollness, der Advokat Helmer in “Nora”, der Hjalmar Ekdal in der “Wildente”. Wenn “Oswald” in den “Gespenstern” die Geschichte seiner Krankheit erzaehlte, ueberlief es dem Publikum eiskalt; lies er in Schnitzlers “Einsamen Weg” den “Herrn von Sala” die sarkastische Ueberlegenheit des Geistes spueren, triumphierte der Weltmann in Sternheims “Snob”, immer was es die einmalige Persoenlichkeit dieses Kuenstlers, die sich durchzusetzen vermochte. Bassermann ist der vom Theater besessene Komoediant geblieben bis ins hohe Alter. Als er, um 1928, etwa 60 Jahre alt war, wurde er ein Wandernder; er begann, zu gastieren: Wien und Zuerich vor allem gaben ihm grosse Moeglichkeiten, doch fast immer bestand er darauf, dass seine geliebte Frau Else, geb. Schiff, eine begabte Schauspielerin (1961 verstorben) ebenfalls eine Rolle erhalte. “Ich habe keinen Abend meines Lebens in diesen vierzig Jahren ohne meine Frau verbracht, und wir nehmen nemals Einladungen an”, so aeusserte er sich einmal zu einem New Yorker Reporter. Sein stilles Heim im Berliner Grunewald war jahrelang seine Welt, in welcher die genialen Schoepfungen vorbereitet wurden. Als der Nationalsozialismus sich Deutschland bemaechtigte, umwarb man auch Bassermann, dessen juedische Gattin man zur “Ehrenarierin” erklaeren wollte. Doch er wies ein solches Ansinnen zurueck und zerschnitt das Tischtuch zwischen sich und dem “Dritten Reiche”. Noch 1938, in Oesterreich, versuchten die Nazis, den Kuenstler zu halten, aber er verachtete sie grenzenlos und begab sich von Wien aus in die Schweiz, deren Bürgerrechte er erworben hatte, und dann nach Amerika. Die Bassermanns, mit 71 bezw. 58 Jahren, erlernten gutes Film- Englisch und versetzten Hollywood in massloses Erstaunen: Albert Bassermann wurde “Professor Koch” im “Paul Ehrlich-Film”, der Arzt in “The Moon and Six Pence”; er trat im Film “Madame Curie” auf und hatte eine Reihe weiterer Erfolge. 1948-49 besuchte er die Bundesrepublik, wo man ihn sehr ehrte und feierte; die einzige Schallplatte von ihm wurde damals hergestellt. Bassermann besass stets den Mut zur Wahrheit und war ein Mensch von hohem Rechtsempfinden; edles Menschen— und begnadetes Kuenstlertum flössen in seinem Wesen ineinander. “Diesem Mimen wird die Nachwelt Kraenze flechten”. CURT WILK ALTERSHEIM CISROSO Vor seiner Rueckkehr nach Deutschland, anlaesslich seiner Versetzung in den Ruhestand, kam der bisherige Botschafter der deutschen Bundesrepublik Herr G. von Nostiz, um sich von unserem Altersheim, seinem Vorstand und seinen Insassen, zu verabschieden. Herr von Nostiz wurde von dem Vorsitzenden des Altersheims Herrn Adolfo Ebstein begruesst, der zum Ausdruck brachte, wie sehr Insassen und Direktorium sich freuten, den Vertreter der deutschen Bundesrepublik im Heim begruessen und ihm zum Abschied von Chile alles Gute wuenschen zu können. Herr von Nostiz brachte dem Heim als Abschiedsgeschenk einige sehr wertvolle Buecher und zwei schöne Bilder mit, darunter solche aus seinem Privatbesitz. Herr Adolfo Seidemann, der aelteste Insasse, sprach dem Botschafter den Dank aller Damen und Herren des Altersheims aus, der zweimal den Weg zu ihnen gefunden und unserem Altersheim soviel Interesse entgegengebracht hatte. Herr Adolfo Ebstein, Fraeu lein Ackermann und Herr Seidemann wurden mit je einer Buecherspende besonders geehrt. Bei einer gemuetlichen Once weilte der Botschafter ueber eine Stunde in unserem Kreise und verabschiedete sich auf das Herzlichste von jedem einzelnen unserer Insassen. Das Comité des Altersheims Allen unseren Freunden und Bekannten wuenschen wir ein Glueckliches Neues Jahr Familie EMANUEL HERZBERG Santiago, Oktober 1967.