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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-08-01 · 8 (Agosto, 1967) · p. Seite 17

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AGOSTO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 17 EINE AUSSTELLUNG IN TEL-AVIV Jüdische Presse im 19. Jahrhundert Anlaesslich der Eroeffnung des Neubaus der Bibliothek von Prof. Walter Hirsch in Tel Aviv, der deutschsprachigen Bibliothek in Israel, wurde eine Ausstellung der juedischen Presse im 19. Jahrhundert aus dem internationalen Zeitungsmuseum der Stadt Aachen gezeigt. Es ist ein Kuriosum besonderer Art, dass diese Ausstellung aus einem deutschen Museum, zusammengestellt werden konnte, wo all die gezeigten Stuecke die Verfolgung gerade auch der geistigen Gueter juedischen Lebens ueberstanden haben. Fuenf Abteilungen waren in dieser Ausstellung zu sehen. Die juedische Presse in deutscher Sprache; die hebraeische Presse; die jiddische Presse; die Anfaenge in Ladino; die juedische Presse in anderen Sprachen. Ausserdem wurde die erste Zeitung der Welt, der “Aviso” - die erste Ausgabe wurde “Avisa” genannt - in einem Jahresband gezeigt. Dieser Band stammt aus dem Jahre 1609. In einem umfangreichen Katalog, den der Leiter des Internationalen Zeitungsmuseums der Stadt Aachen, Dr. Bernhard Poll, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Johann Maier, dem Direktor des Martin-Buber-Instituts fuer Judaistik der Universitaet Koeln, zusammengestellt hat, werden Geschichte und Inhalt der ausgestellten Zeitungsexemplare in den fuenf Abteilungen erlaeutert. Man liest dort den Titel “Sulamith”, herausgegeben von David Fraenkel in Dessau, “eine Zeitschrift zur Befoerderung der Kultur und Humanitaet unter der juedischen Nation”. Es war die erste Zeitschrift fuer Juden in deutscher Sprache. Man erfaehrt, dass Dessau die Geburtsstadt von Moses Mendelssohn ist, und dass David Fraenkel in Dessau die Leitung der 1799 ins Leben gerufenen juedischen Freischule innehatte und darum die Zeitschrift “Sulamit” in Dessau herausbrachte. Bis 1848, dem Jahr der Buergerrevolution, ist sie dort erschienen. Einem weiteren juedischen Blatt, der “Allgemeinen Zeitung des Judenthums”, kam in Leipzig grosse Bedeutung zu. Diese Zeitung wurde mit einer Ausgabe von 2. Mai 1837 ausgestellt. Aus dem Jahre 1840 sahen die Besucher der Ausstellung, die Zeitung "Der Orient”, die, ebenfalls in Leipzig, von Dr. Julius Fuerst herausgegeben wurde. Aus Frankfurt am Main wurde ein Probeblatt der “Israelitischen Annalen” nach Tel Aviv gebracht und der “Central-Anzeiger fuer juedische Literatur”. Aus Meiningen und Elbing in Ostpreussen waren juedische Zeitungen zu sehen, aus Hamburg-Altona “Der treue Zionswaechter”, herausgegeben von Dr. Enoch im Jahre 1845. In Bayreuth erschien 1846 em Wochenblatt “fuer die religioesen und bürgerlichen Angelegenheiten Israels”, mit dem Titel “Sinai”. Dieses Wochenblatt gab Dr. Joseph Aub, Rabbiner zu Bayreuth, heraus. In Bayreuth, das durch Richard Wagner bekannt, wurde, lebten im Gebiet der alten Markgrafschaft Bayreuth 2.280 Juden. Joseph Aub wurde 1830 Rabbiner dieser Gemeinschaft und damit einer der ersten Rabbiner in Bayern. In der deutschen Abteilung der Ausstellung wurden aucn deutschsprachige Zeitungen fuer juedische Gemeinden anderer Staaten gezeigt, so z. B. “Deborah”, ein Beiblatt zum “Israelit”, gewidmet den Toechtern Israels, herausgegeben von Bloch & Co. in Cincinnati. In Szegedin in Ungarn erschien im Jahre 1859 “Bne-Chananja”, eine Monatsschrift fuer juedische Theologie, Aus Wien und Prag kamen etliche deutschsprachige Zeitungen, zu denen auch das beruehmte Herzl-Blatt “Die Welt” gehoert, das 1897 als Zentralorgen der Zionistischen Bewegung gruendet wurde. Aus Budapest war’ eine Ausgabe des “Organs der ungarisch-israelitischen Fortschrittspartei”, “Die Palme, Zentralblatt fuer Kunst, Wissenschaft und Literatur”, ausge stellt. Aus Kattowitz, Koe nigsberg, Koeln, Karlsruhe, Loebau in Westpreussen, Breslau und Duermanach im Eisass sind Zeitungen und Periodica fuer die juedische Bevoelkerung in der Ausstellung in Tel Aviv gezeigt worden. Der 2. Teil der Ausstellung war der hebraeischen Presse gewidmet, deren frueheste Periodica nur mit Vorbehalt als “Presse” im heutigen Sinn bezeichnet werden. Der Katalog belehrt darueber, dass diese Zeitschriften der rabbinischen Gelehrsamkeit galten und oft mehr Sammelschriften im strengen Sinne des Wortes darstellten. Man kann die einzelnen Geschichten dieser Zeitschriften hier nicht wiedergeben, aber es ist interessant, dass im Jahre 1873 in Lyck in Ostpreussen eine solche hebraeische Wochenschrift mit dem Titel “Ha-Maggid”, der Kuender, herausgegeben wurde, oder in Wilna eine Wochenschrift mit dem Titel “Ha- Karmel”, der Weinberg, in Warschau eine mit dem Titel "Die Morgenroete”, und in Paris, Jerusalem und Mainz hebraeische Zeitschriften mit dem Titel “Libanon” erschienen. All diese Blaetter waren ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Jiddische Bla etter aus Lemberg, Koenigsberg, Wien, Bukarest, London, New York und Chicago gehoertenzum 3. Teil der Ausstellung. Im 4. Ausstellungsteil wurde die fruehe juedische Presse in Ladino dargestellt, der Sprache, die die Juden im Balkan, in Kleinasien und zum Teil auch in Syrien-Palaestina sprachen nach den Jahren der Vertreibung aus Spanien (1952). Das erste Blatt in Ladino erschien 1678, die “Gazeta de Amsterdam”. Aus Saloniki, Smyrna und Konsta n t i n o p e 1 wurden Exemplare von Blaettern in Ladino gezeigt. Franzoesische, englische, ungarische, rumaenische und polnische Zeitungen waren in dem Teil “Juedische Presse in anderen Sprachen’ zu sehen. Zweifellos stellte diese Austeilung eine Besonderheit dar. Es handelt sich bei den ausgestellten Zeitungen um Schaetze, die Krieg und Verfolgung ueberlebten, wofuer man Dr. Poll, dem Leiter des Museums, das heute mehr als 100.000 Ausgaben von Zeitungen enthielt, besonderen Dank sagen muss. Die juedische Presse im 19. Jahrhundert umfasste 894 Titel, von denen die Ausstellung 94 mit 135 Ausgaben zeigte. Davon sind 51 indeutcher Sprache, 9 in hebraeischer Sprache mit 15 Ausgaben aus neun Staedten, 13 in Jiddisch aus 8 Staedten, 4 in Ladino aus 3 Staedten und 17 in anderen Sprachen mit 26 Ausgaben. Von diesen 894 Periodica der juedischen Presse des 19. Jahrhunderts erschienen damals 193 in deutscher, 175 in hebraeischer, 159 in jiddischer, 150 in englischer Sprache und 47 in Ladino. Rund vier Fuenftel dieser Blaetter haben das Ende des 19. Jahrhunderts nicht ueberlebt. Die Hitlerzeit hat, nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Aufbluehen der juedischen Presse besonders im deutschsprachigen Mitteleuropa zu verzeichnen war, wie es Josef Fraenkel, Journalist und Forscher fuer Pressegeschichte in London, in einem Aufsatz formulierte, “850 Blumen des juedischen Zeitungsgartens in Deutschland, Oesterreich und den besetzten Gebieten z e r - stoert”. Der hohe Anteil m Hebraeisch, 153 in Jiddisch, 62 in Franzoesisch, 45 in Spanisch und Portugiesisch, 36 in Deutsch und 65 Titel in anderen Sprachen. Diese Zahlenangaben spiegeln auf ihre Art. die furchtbaren Verfolgungen wider, die die juedische Bevoelkerung in ganz Europa getroffen hat. Dr. Poll, der Leiter des Internationalen Zeitung s m useums in Aachen, reiste selbst nach Israel, um die Austeilung dort einzurichten. Sicherlich hat sie vielen Menschen, die einst aus den europaeischen Staaten in Israel eingewandert sind, einen interessanten Rueckblick in die Geisteswelt gegeben, die sie frueher in ihren alten Heimatlaendern umgab. (Deutschland-Berichte) Avifa 4 Relation ober Rettung* ßegeßen t>nt> «fragen Çaf / m®euft^:ímbS8el# '/@panntm/%'ebcríanW/ éngeítanbf/ graitcf* wkft/ingem/ Ofíemid) / ©dfjraefcm / pelen/ ' tmnfc m aflenpw&íniíen/ in £)fí: trnnb ÿtofâriMmetf. 0o atyfe angetangt. der deutschsprachigen juedischen Presse ist heute weitgehend verschwunden. Nach einer Zusammenstellung von Josef Fraenkel zaehlt die juedische Presse heute 933 Titel, davon erscheinen allein in Israel 332, in Nordamerika 258, in Europa 173, in Mittel- und Suedamerika 100, waehrend sich die restlichen 70 Titel verteilen auf Afrika mit 31, Kanada mit 18, Australien/Neuseeeland mit 15 und Asien (ohne Israel) mit 6 Blaettern. Die sprachliche Gruppierung ergibt danach folgendes Bild: Wm & k An erster Stelle liegen heute 324 Titel in englischer Sprache. Es folgen 248 Titel (Sefcriicftnnÿlhr/rôop. EDNA FERBER 80 4m. 15. August beging die beruehmte juedisch-amerikanische Erzaehlerin Edna Ferber den 80. Geburtstag. Diese hervorrage nde Schriftstellerin schuf viele volkstuemliche Buecher, in denen sie Typen darstellte, die fuer Amerika charakteristisch sind. Sie stammt aus Kalamazoo im Staate Michigan und ist die Tochter eines armen juedischen Kaufmannes. In Appleton, wohin die Eltern uebersiedelten, verbrachte Edna ihre Kindheit. Frueh schon musste sie die Sorge fuer die ganze Familie uebernehmen, und sie begann ihre Karriere als schlecht-bezahlte Reporterin einer kleinen Provinzzeitung. Spaeter wechselte sie zu grossen Zeitungen hinueber und landete schliesslich beim “Chicago Tribüne”. Ihr erstes, erzieherisches, Werk war “Dawn O’Hara”, mit dem eine ruhmreiche Laufbahn beginnen sollte. Im Jahre 1925 publizierte Edna Ferber “Das Komoediantenschiff” ein Buch, das spaeter auch durch den gleichnamigen Film sehr bekannt wurde. Die beste Schaffenszeit dieser klugen Frau lag in dem Jahrzehnt zwischen 1930 und 40, in der u.a. “Amerikanische Schoenheit” und “Cimarron” veroeffentlicht wurden. Auch dieser Roman wird noch heute viel gelesen. Ein JAHRE frueheres Werk “Fanny Herseif” behandelt ein ausgesprochen juedisches Schicksal. Stets wusste diese Erzaehlerin alle Volkskreise ihres Landes zu fesseln, weil sie selbst ganz im Leben stand. Alles Ungestueme, Abenteuerliche, findet eine Resonanz in dem fuer das Heitere, Bezaubernde, aufgeschlossenen Sinn dieser Schriftstellerin, die auch tiefes Verstaendnis fuer die Bitternisse des menschlichen Daseins hat. Zum 80. Geburtstage gruessen Edna Ferber zahlreiche Bewunderer ihrer Schriften in aller Welt. Curt Wilk V CIA.LTCA. Kunstgewerbliche Handweberei Wollkleider — Jackenkleider — Roecke — Ponchos fuer Damen und Kinder — Stolas — Tischwaesche aus DUNOVA und Leinen — Cortes fuer Kleider und Roecke, etc. Santiago 8 ta. Elena 2251 Providencia 2507 Viña del Mar Quinta 274 Teimieo M. Montt 850 Local 109

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