Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 7 (Septiembre, 1967)
- Date
- 1967-07-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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JULIO 1967 BpLETIN INFORMATIVO 27 £IH NEUERES KAPITEL JUEDISCHER RELIGIONSGESCHICKTE (Das ersle Buch ueber die Sondergemeinde "Adass Israel" - Jerusalem 1966) Unter dem Titel “Adass Jisroel” —Berlin— Entstehung, Entfaltung, Entwurzelung”, hat Max Sinasohn, der ehmalige, heute in I,srael lebende Rektor der Volks — und Grundschule dieser Gemeinde ein Buch veroeffentlicht, däs nicht nur Anerkennung fuer m eine ausgezeichnete Arbeit ~ verdient, sondern auch als ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der religioesen Stroemungen des letzten Drittels des vergangenensowie des ersten Drittels dieses Jahrhunderts bezeichnet werden kann. In kluger Begrenzung auf das Wesentliche, das Werk selbst und seine hervorragendsten Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellend, in geschmackvoller aeusserer Gestaltung, versehen mit guten Illustrationen, wird hier die Geschichte der “Adass”, wie man volkstuemlich zu sagen pflegte, der zweitgroessten der orthodoxen Sondergemeiriden in Deutschland, erzaehlt (die groesste war die Frankfurter “Israelitische Religionsgesellschaft”) , deren Mitgliederzahl, verglichen mit derjenigen der Berliner Hauptgemeinde, der “Juedischen Gemeinde” sehr gering, deren Einfluss im religioestraditionellen Leben, insbesondere in Verbindung mit dem beruehmten orthodoxen Rabbinerseminar, sehr erheblich gewesen ist. Kamen doch von dorther viele Rabbiner, die spaeter in aller Welt wichtige Positionen einnahmen, und deren religionsgesetzliche Entscheidungen weitgehend anerkannt wurden. Max Sinasohn macht sich seine Aufgabe nicht leicht; er musste gruendliche Vorarbeit leisten, eh er an diese Aufgabe herangehen konnte. Dass er, der auf dem Boden der Austrittssorthodoxie steht, zuweilen zu Urteilen neigt, die, mindestens aus heutiger Sicht betrachtet, nicht ganz gerecht und vorurteilsfrei sind, soll nicht als Vorwurf angesehen 'werden. Mag vom Standpunkt des streng gesetzestreuen Judentums aus im vergangenen Jahrhundert das Gemeindeleben viel zu wuenschen uebrig gelassen haben, so darf doch nie vergessen werden, dass es galt, die Einheit aufrechtzuerhalten und Juden die voellig abseits von jeder religioesen Betaetigung standen, in anderer Form an die Gemeinde zu binden. Insofern ist nicht jede Kritik an den Hauptgemeinden, von denen man sich separierte, gerecht, und es ist noch laengst nicht absolut sicher, dass der Uebertritt zu orthodoxen Sondergemeinden, der auf Grund des Bismarkschen “Austrittsgesetzes” moeglich geworden war, “der Weisheit letzter Schluss” bildete. Haben doch auch ueberragende rabbinische orthodoxe Autoritaeten den gegenteiligen Standpunkt vertreten, naemlich, mit den anderen religioesen Richtungen vereint, in den Einheitsgemeinden zu verbleiben und hier fuer das Ideal des thoratreuen Judentums zu kaempfen. Siebzig Jahre hat die Berliner “Adas s” bestanden, zwar immer nur einige Hundert aktiver Mitglieder gezaehlt, d. h. solcher, die ordnungsgemaess aus der Hauptgemeinde ausgeschieden waren, doch gehoerten zu ihr in ihrer besten Zeit mehr als 2.000 sogenannter passiver Mitglieder; dies waren jene orthodoxen Juden, die in der Einheitsgemeinde verbleiben wollten, also doch die Mehrzahl aller traditionell ausgerichteten Juden im damaligen Deutschland. Umso mehr ist der heilige Eifer und die Zaehigkeit zu bewundern, die jene relativ kleine Gruppe jahrzehntelang an den Tag legte. Hier war ein vorbildliches synagogales Leben geschaffen worden, das, nach Uebersiedlung in die neue Andachtsstaette, eine der schoensten Synagogen Berlins (in der Artilleriestrasse, 1904), weiter ausgebaut wurde, in aesthetischer Form und unter Beibehaltung aller traditionellen Werte mit weitreichender Verinnerlichung. Die Gemeinde unterhielt durch viele Jahre eine ausgezeichnete Religionsschule, die in Bezug auf Wissensvermittlung und juedische Erziehung nicht . ihresgleichen in der damaligen Rfeichshauptstadt besass. Es war die Adass, welche den Weitblick besass, in den zwanziger Jahren eine Volksschule sowie Realgymnasium und Maedchen- Lyceum zu errichten, welche den hohen staatlichen Anforderungen voll entsprachen, ohne jemals die juedischen Notwendigkeiten auch nur einen Augenblick aus dem Auge zu verlieren. Sinasohn laesst mit Dankbarkeit und in liebevoller Anhaenglichkeit die grossen Figuren der Gemeinde, des Seminars, der Schulen vor dem Leser erstehen, angefangen mit dem “Rebben”, wie man ihn zu nennen pflegte, den ehrwuerdigen und sehr gelehrten Rabbiner Israel Esriel Hildesheimer den ersten Rektor des Berliner Rabbinerseminars, ueber dessen Nachfolger im Rabbinat, die Rabbiner Dr. Esra Munk und Dr. Meier Hildesheimer, den Direktor der Oberschule, Dr. Schlesinger, die anderen hervorragenden Lehrer, Dr. Biberfeld, Dr. Ephraim Carlebach, Dr. Leo Deutschlaender, etc., die hier nicht alle namentlich erwaehnt werden koennen. Prof. David Hoffmanns ehrwuerdige Figur kommt uns bei dieser Lektüre in die Erinnerung, der grosse Talmudist, der 1921 starb und so viele Rabbiner ausgebildet hat. Wir begegnen dem letzten Gemeinderabbiner, Dr. Hermann Klein, der 1955 in Buenos Aires starb, haben die Freude, ein Verzeichnis der ehemaligen, noch am Leben befindlichen Schueier vorzufinden, das naturgemaess keinen Anspruch auf restlose Vollstaendigkeit erheben kann, und wir lesen mit schmerzlichen Empfindungen von den bewaehrten Kantoren und Lehrern, von Gemeindeleitern und Mitarbeitern die entweder des natürlichen Todes starben oder Opfer der Verfolgungen geworden sind. Juedisch politische Tagesfragen beleben dieses Buch ebenso wie kleine Episoden aus dem Dasein der grossen Persoenlichkeiten, auch der Frauen, die so segensreich am Gemeindewohl mitgearbeitet hatten. Und der Autor verschweigt auch nicht, erfreulicherweise, dass sich im letzten Jahrzehnt, ehe die Nazibarbaren das Werk zerstoerten, freundnachbarlichc Beziehungen zur grossen Hauptgemeinde angebahnt hatten, nachdem dort die konservative Richtung verstaerkt wurde und der gemaessigt liberale Fluegel mehr Einfluss gewonnen hatte. Unter dem Druck der feindlich gesinnten Machthaber musste der Zusammenschluss erfolgen; doch von da an, 1939, war ein wirkliches Gemeindeleben nicht mehr denkbar. So schloss in jenen schicksalsschweren Tagen ein interessantes und konstruktives, wirklich aufbauendes Kapitel juedischer Religionsgeachichte. Curt Wilk W. I. Z. 0. Besondere Zeiten verlangen besondere Massnahmen; alle geplanten Aktivitaeten mussten den Notwendigkeiten der Stunde weichen. Alles andere trat in den Hintergrund. Die Chaweroth widmeten sich mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele der Hilfe fuer Israel. Heute duerfen wir sagen, dass unsere Frauen sich mehr als je —und eine wie alle— als wahre Chaweroth und Partnerinnen Israels bewiesen haben. Und nicht allein das: mehrere unserer Chaweroth brachten das schoenste Opfer, naemlich, ihre Soehne und Toechter der Aufbau-Arbeit Israels zu widmen. ACHTUNG Auf Grund der allgemeinen Situation wurde auch unsere Rifa “Reise nach Vina fuer 2 Personen” bis zum naechsten Arbeitsjahr verschoben, ebenso bis auf weiteres das Kindertheater “Ituch”. Dagegen habenwir das besondere Vergnuegen, eine Zusage von Herrn Kodesch zu erlangen, dem es in kurzer Zeit gelang, sich einen besonderen Namen in unserer Kollektivitaet zu machen. Fuer ein interessiertes und anspruchsvolles Publikum haelt er am Sonntag, den 23. Juli, 7 Uhr nachmittags im Gemeindehaus einen Vortrag mit dem Titel: “Martin Buber”, Alle unsere Mitglieder und Freund: sind dazu herzlichst eingeladen. PROGRAMM ZUR HERZL — JAHRZEIT Grupo Anne Frank Lunes, 7 de agosto 16 horas Grupo Caloniot Lunes, 31 de agosto 16 horas Lunes, 14 de agosto 16 horas Lunes, 28 de agosto 16 horas Grupo Emunah Lunes, 7 de agosto 16 horas Lunes, 28 de agosto 16 horas Gruppe Vera Weizmann Montag, 7. August 17 Uhr Montag, 21. August 17 Uhr Montag, 17 Uhr 28. August Planificación de Familia Sra. Ruth Prager de Lewin Control de la natalidad Dr. Aníbal Faúndez Conceptos modernos del judaismo Sra. Mariana de Tobías El cuidado del jardín Sra. Dulli Kleiner Juegos de conocimientos México Sra. Margot Kreisberg Jeremias (nach dem Prophetendrama von Stefan Zweig) Einiges ueber primitive Kulturen Herr Juan Aufrichtig Die Gruppe feiert Geburtstag Die Herzl-Jahrzeit faellt in diesem Jahre auf den 28. Judieser Tag dazu geeignet, der li, Mehr denn je vielleicht ist moralischen und politischen Judenstaats - Grundlagen zu gedenken und auch der nationalen Fonds, die heute so ausserordentlich wich t i g e Funktionen in Israel erfuellen. Die nachstehenden Worte von Stefan Zweig aus seinem beruehmt - gewordenen Buche “Die Welt von gestern” vermitteln etwas von dem unsagbaren Schmerze, den das Hinscheiden Herzls ausgeloest hatte: “...ein sonderbarer Tag war es, ein Tag im Juli, unvergesslich jedem, der ihn miterlebte. Denn ploetzlich kamen auf allen Bahnhoefen der Stadt mit jedem Zug bei Tag und Nacht aus allen Reichen und Laendern Menschen gefahren, westliche, oestliche, russische, tuerkische Juden, aus allen Provinzen und kleinen Staedten stuermten sie ploetzlich herbei, den Schreck der Nachricht noch im Gesicht. Niemals spuerte man deutlicher, was frueher das Gestreite und Gerede unsicher gemacht, dass hier einer grossen Bewegung der Fuehrer gefallen war. Es war ein endloser Zug. Mit einmal merkte Wien, dass hier nicht nur ein Feuilletonist gestorben war, ein Schriftsteller oder mittlerer Dichter, sondern einer jener Gestalter von Ideen, wie sie in einem Lande, in einem Volke, nur in ungeheuren Intervallen sich sieghaft erheben. Am Friedhof entstand ein Tumult, zu viele stroemten ploetzlich zu seinem Sarge, weinend, heulend, schreiend, in einer wild-explodierenden Verzweiflung: es wurde ein Toben, ein Wueten fast. Alle Ordnung war zerbrochen durch eine Art elementarer Trauer, wie ich sie niemals bei einem Begraebnis gesehen. Und aus diesem ungeheuren, aus der Tiefe eines ganzen Millionenvolkes stosshaft aufstuermenden Sch merz konnte ich zum ersten Male ermessen, wieviel Leidenschaft und Hoffnung dieser einzelne und einsame Mensch durch die Gewalt eines einzigen Gedankens in die Welt getragen...” C. W. Gruppe Hanna Meisel Dienstag, 8. August 17 Uhr Montag, 21. August 17 Uhr Gruppe Henrietta Szold . Donnerstag, 3. August 17 Uhr Montag, 21. August 17 Uhr Donnertag, 14. September 17 Uhr Gruppe Ahawah Montag, 21. August 17 Uhr Montag, 11. September 17 Uhr Gruppe Golda Meir Montag, 21. August 20.30 Uhr Ein Filmnachmittag (Aus technischen Gruenden vom 25.7. verschoben) Zusammen mit Gruppe Vera Weizmann Das Judentum und der Mensch Rabbiner Egon Loewenstein Zusammen mit Gruppe Vera Weizmann Eine Kleine Nachtmusik (Ein Film aus Mozarts Leben) Zusammen mit Grupe Vera Weizmann Erlebnisse am Rande der Raumschiffahrt Frau Hilde Fuchs Einiges ueber primitive Kulturen Herr Juan Aufrichtig