Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 6 (Junio, 1967)
- Date
- 1967-06-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8553624-8559960-9195072--5171-8560089- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JUNIO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 13 DAS LAND IST GESPALTEN Von Kurt R. Grossmann — New York Kaum hatte General William C. Westmoreland ermuedet Saigon erreicht, veroeffentlichte die Grand Old Party (die Republikaner) eine seit langer Zeit vorbereitete Studie ueber den Vietnam-Krieg, die nicht nur aus serordentlich Kritisches ueber die Johnson-Linie auszusagen hatte, sondern, viel wichtiger, bewies, dass der Krieg in Suedvietnam im Wahlkampf eine Rolle spielen wird. Westmoreland hatte dem P r a e s i d enten einen Wechsel auf weitere amerikanische Truppen zurueckgelassen, der, wenn eingeloest, ihre Zahl per 1. Januar 1968 auf 600.000 bringen w u e r de. Im Spaetsommer werden 555.000 amerikanische S o 1 d a ten in cfiesem Dschungelgebiet k a e mpfen und, wie es der General ankuendigte, das Ende des Krieges ist nicht abzusehen. Die Kaempf e w e r d en blutiger und die Verluste groesser. Die letzte Todesziffer amerikanischer Soldaten belaeuft sich nun auf fast zehntausend, nicht zu sprechen von den z e h ntausenden Krueppeln, Verwundeten und Erkrankten. Die republikanische Studie fragt die demokratische Verwaltung: was ist genau “unser nationales Interesse in Thailand, Kambodien, Vietnam und Laos?” Zweitens: “Was sind wir bereit zu tun, um diese Interessen zu unterstuetzen?”. Die Republikaner sind, wie sich einige Tage spaeter zeigte, ueber Vietnam so gespalten wie die Demokraten. Waehrend die Senatoren Jacob K. Javits, Charles Percy und der rech tsstehende Bourke B. Hickenlooper, natuerlich der alte Senator Aiken aus Vermont der Johnsonregierung den Vorwurf machen, dass sie nicht faehig sei, konstruktive Verhandlungen zu fuehren, unterstuetzt der Fuehrer der Republikaner im Senat, Dirksen von Illinois, Johnson. Schon nach der ersten Rede von Westmoreland kam es im Senat zu einer erregender Debatte darueber, den Kommandeur der US Truppen im Felde fuer offensichtliche politische Zwecke nach den Staaten zurueckgebracht zu haben. Westmoreland huetete sich, in seiner 28 —Minuten — Rede im Kongress, die Opponenten des Krieges mit Epitaphs mangelnden Patriotismus zu belasten. Seine Rede wurde neunzehnmal mit Beifall unterbrochen, aber sie scheint nicht mehr als die Wirkung eines Medikamentes gehabt zu haben, das dem Schwerkranken fuer kurze Zeit Erleichterung bringt. Die Spaltung im Lande ist nicht beseitigt worden, aber der S e n a tor von Sueddakota, McGovern, hat nicht nur von “diesem Krieg des Wahnsinns” gesprochen, sondern befuerchtet, dass die Opposition mehr und mehr in ihrer echten Besorgnis um das Schicksal des Landes in ihrer Meinungsaeusserung limitiert werden wird. Schon ertoenen die haesslichen Worte gegen die Opponenten des Vietnam-Krieges: “Landesverraeter”, “unpatriotische Akteure“, “Abenteurer” u. s. w. Dabei erlebten die Anhaenger Johnsons bei der traditionellen Loyalitaetsparade am 1. Mai, die im Stadtteil Manhattan und Broocklyn als Gegenkundgebungen gegen die der Kommunisten stattfanden, eine grosse Enttaeuschung. Die Veranstalter erklaerten, dass 150.000 Amerikaner marschieren wuerden. Nach der “New York Times”, die an vier verschiedenen Stellen die Teilnehmer der Parade zaehlte, waren es ganze 3.500. Statt der erwarteten 1 Million Zuschauer gab es etwa 30.000. Selbst die inflationaer geneigten Veranstalter wussten keine andere Erklaerung als die: “Wir hatten viel mehr Anmeldungen, aber wir wissen wirklich nicht, warum nur so wenige gekommen sind”. Am 13. Mai soll eine andere Parade “fuer unsere Jungen in Suedvietnam stattfinden” (Wir erhielten diesen Artikel am 9. Mai - Die Redaktion), zu der man, ein bezeichnendes Charakteristikum fuer die Stimmung des Landes, auch Gruppen eingeladen hat, die fuer “haerteres Verhandeln” sind. Der Versuch, mit Hanoi zu verhandeln — nach Dean Rusk haben die Vereinigten Staaten 28 solcher Versuche in den letzten zwei Jahren gemacht— ist in jedem Falle und auf jeder Seite immer wieder eine tragische falsche Kalkulation gewesen. In dem Augenblick, da die Vereinigten Staaten Verhandlungsbereitschaft zeigten, insbesondere waehrend der Bombenpause von 37 Tagen im Dezember 1965 und Januar 1966, glaubte Hanoi, seine beruehmten vier Punkte durchsetzen zu koennen, Und als im Februar 1967 zum Beispiel Ho Chi Minh klar machte, dass die vier Punkte keine V o r b e dingungen fuer Verhandlungen seien, glaubten die U.S.A. in einer besseren Position zu sein und erhoehten ihre. Forderungen, die Hanoi wiederum ablehnte. Diese Situation erinnert an das einstige tra gische d e u tsch-franzoesische Verhaeltnis, das der franzoesische Professor Victor Basch— bis zu seinem tragischen Ende Praesident der Franzoesischen Liga fuer Menschenrechte— wie folgt umschrieben hat: “Franzosen (Amerikaner) wandern durch einen dunklen Wald und vermuten hinter jedem Busch einen schwer bewaffneten Raeuber”. So umgekehrt taten es die Deutschen und so tun es die Vietnamesen. Das gegenseitige Misstrauen ist so immens, dass die Idee des Generalsekretaers des Weltkirchenrates, Rev. Dr. Eugene Carson Blake, richtig ist, nur eine neutrale Macht kann ueberhaupt die beiden sich nicht trauenden Parteien an den Verhandlungstisch bringen. Er warnte das Land waehrend des Besuches des Generals, dass es schliesslich “in sein Unheil hineinstolpere’'. Diese Situation gibt den Demagogen im Lande die Gelegenheit, ihre gefaehrliche Ware an den Mann zu bringen. Der de-facto Gouverneur von Alabama, George C. Wallace, besuchte letzte Woche die Staaten Ohio, Indiana, Missouri und Illinois und neuerdings den Neuenglandstaat New Hampshire,' um ausfindig zu machen, ob er g e n ug Unterstuetzung bei den Waehlern hat, wenn er sich 1968 um das Amt des Praesidenten als Unabhaengiger bewirbt. Wallace kam von dem Besuch der vier ersten Staaten “ermutigt” zurueck, obwohl er in Cleveland, Ohio, auf grosse Opposition stiess. Aber nach den Meinungsumfragen ergibt sich das Bild, dass Wallace in sogenannten Goldwater — Suedstaaten 12-13% der Stimmen gegenwaertig erobern wuerde. Die Verlierer wuerden aber nicht die Demokraten (also nicht Johnson), sondern die Republikaner sein. Das hat der Gouverneur von Michigan, George Rommey, deutlich gemacht, als er in Atlanta, Georgia, warnte, das Prinzip des Zweiparteiensystems zu durchbrechen. Es gibt bereits verschiedene Wallace-Wahlbueros, aber seine endgueltige E n t s c heidung liegt noch nicht vor. Kein Zweifel, dass Wallace bei den Rechtsextremen, den Birchers, den Superpatrioten Anhang hat, und obwohl niemand glaubt, dass dieser extreme Mann von Alabama die Wahlen gewinnen kann, so wuerde seine Kandidatur den beiden kuenftigen Kandidatin .der traditionellen Parteien Probleme aufgeben. Dem Lande verbleiben so viele ungeloeste Probleme, die sich in den Lohnkaempfen der Eisenbahnangestellten, Transportarbeiter, der Drucker und vielen anderen manifestieren, in dem Kampf um Nichtdiskriminierung bei Haeuserkauf, das beinahe vergessene Problem der Bekaempfung der Armut, der Rehabilitierung der Ghettos —und vielleicht das wichtigste die Erziehung und Bildung der Jugend, die in gewissen Teilen des Landes (Grosstaedten) einfach katastrophal ist. Gewiss, die einzelnen Laender und die Staedte hoeren nicht auf, sich mit diesen Fragen zu beschaeftigen, und die Bundesregierung kann drohenden lebenswichtigen Streiks nicht ausweichen. Aber ueberall ist das Gefuehl vorhanden, dass der Krieg in Vietnam, die Regierenden 1 a e h m t. So bleibt die “Grosse Gesellschaft” ein schoener Traum, und die Furcht wird laut, dass der kommende Sommer draussen und drinnen ein sehr heisser werden wird. CURT WILK ZUM 70. GEBURTSTAG Den Lesern unseres “Boletín Informativo” ist Herr Curt Wilk ein guter Bekannter. Seine Beitraege zu den- Feiertagen, Biographien jue- Clínica de Alfombras Limpieza - Reparaciones Servicio de entrega Compra - Venta Gran surtido de alfombras persas nacionales, nuevas e importadas de ocasión. MONJITAS 625, FONO 30242 RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachen Edif. Pza. de Armas Local 136, (entrepiso) Eingang MONJITAS 879 21 DE MAYO 583 Telefon privat 54369 Daunendecken mit importierten Daunen Steppdecken Fabrik "Marcelo" Max Wetzitein & Sohn Av. M. Montt 26S6 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importiert« Besugssioffe u. Inletts staendlg auf Lager. Schlafsaecke für Ausflügler Komme einmal im Monat nach Viña u. nehme Auftraege enteaendischer Persoenlichkeitsn oder literarische Aufsaetze werden von uns gern gelesen. Es ist uns ein Beduerfnis von dieser Stelle dem Jubila r unseren herzlichen Glueckwunsch zu seinen 70. Geburtstag am 5. Juli auszudruecken. Damit verbinden wir unseren Dank fuer sein stets bewiesenes Interesse. Der Schreiber dieser Zeilen schaftlichen Kontakt behat mit dem Jubilar in vielen Jahrenstets einen freundwahrt und in ihnen seine Hingabe fuer alles Juedische schaetzen gelernt. C. W. — wie er seine Artikel zeichnet — spielt im juedischen Leben von Buenos Aires eine hervorragenden Rolle. Vor allem sucht er als Praesident der Gemeinde Beth Israel auf das gluecklichste, die nationalen und religioesen Ideale zu verwirklichen. In der Theodor Herzl Gesellschaft und als fuehrender Mitarbeiter des Keren Kajemet widmet er sich der nationalen Aufgaben fuer Medinat Israel. Im Leo Baeck Institut wahrt er treu das Erbe unseres grossen Lehrers. Unsere freundschaftlichen Beziehu n g e n wurden in jenen Jahren fester gesponnen, in denen er seine gesamtjuedischen Interessen dadurch bewies, dass er half, die Kontakte zwischen den Gemeinue und Institutionen aufzunehmen, die spaeter zur Gruendung der Centra fuehrten. Wir wuenschen dem Jubilar aus der Ferne noch viele schcene Jahre an der Seite seiner Gattin, in denen er seinen regen und umfassenden Geist und sein warmes juedisches Herz in den Dienst der juedischen Gemeinschaft stellen kann. Loewenstein DIE MÀZZA DER HOFFNUNG In U.S.A. ist eine amerikanisch-juedische Konferenz zu Gunsten des sowjetrussischen Judentums gebildet worden, die sich bemueht, den unter dem Druck der Sowjetregierung lebenden russischen Juden zu helfen. Dieser Institution gehoeren die 25 bedeutendsten juedischen Organisationen in Nordamerika an, wie z. B. American Jewish Committee, American Jewish Congress, American Zionist Council, B’nai B’rith, die orthodoxen, konservativen und reformistischen V e rbaende, fast alle zionistischen Verbaende und Parteien, die juedischen Kriegsveteranen, und die Frauenorganisation Hadassa. Die amerikanisch juedische Konferenz hatte fuer den Seder an Pessach folgendes angeregt: Nach dem Segensspruch, der ueber die Mazza vor dem Essen gesprochen wird, soll folgendes hinzugefuegt werden: Man zeigt eine Mazza, legt sie beiseite und spricht: “Diese Mazza, die wir als Symbol der Hoffnung fuer die drei Millionen Juden der Sowjetunion beiseite legen, erinnert uns an das unzerstoerbare Band, cas uns mit ihnen verbindet. Waehrend wir dieses Fest der Freiheit begehen, wissen wir, dass die Juden der Sowjetunion nicht so frei sind, um aus ihrer juedischen Vergangenheit lernen zu koennen und das Gelernte an ihre Kinder weiterzugeben. Sie koennen nicht die Sprache ihrer Vaeter lernen. Sie koennen ihre Kinder nicht lehren, die Rabbiner der kuenftigen Generationen zu sein. Sie koennen nur im Schweigen sitzen und unsichtbar werden. Wir werden ihre Stimme sein und unsere Stimmen werden sich mit tausenden von Menschen mit Gewissen vereinen wegen des Unrechts, das den Sowjetjuden zugefuegt wird. Denn sie sollen wissen, dass sie nicht vergessen sind und dass jene, die in der Dunkelheit sitzen, dennoch ein grosses Licht sehen werden”. Leider ist diese Mitteilung erst nach Pessach in unsere Haer.de gekommen. Loewenstein