Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-01-01 · 1 (Enero, 1967) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
1 (Enero, 1967)
Date
1967-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/8553624-8559960-9195053--5054-8559977
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

ENERO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 17 DAS Wir entnehmen einem Bericht des Korresponden ten der “Welt” — Michael Salzer, aus Stockholm ueber die Uebergabe des Nobelpreises an S. I. Agnon und Nelly Sachs: “Es will mir scheinen, als waere ein Maerchen Wirklichkeit geworden. Ich erinnere mich der Worte meines Vaters, der mir an meinem Geburstag immer gesagt hatte: “Nun feiern sie in Stockholm das Nobelfest...” Und jetzt bin ich mitten in diesem Fest”. So sagte es Nelly Sachs, und der Koenig nickte ihr aufmunternd zu, als sie, in einem schlichten, blauen Kleid inmitten des Glanzes der Diademe und Orden, zart und gebrechlich, zitternd mit wenigen Worten ihren dornenvollen Leben s w e g schilderte: von dem Tag vor 26 Jahren, an dem sie mit ihrer greisen Mutter nach Schweden kam, ohne einen Menschen zu kennen aber endlich die Freiheit atmen durfte, bis zu diesem Festabend i.m flackernden Kerzenschein des Goldenen Saals im Stockholmer Stadthaus, an dem sie, der einstige Fluechtling aus Berlin, zur Rechten des Koenigs sass. Nelly Sachs, die an diesem Tag ihren 75. Geburtstag feierte, und Samuel Josef Agnon, mit dem sie den Nobelpreis fuer Literatur (300.000 Kronen) teilt, waren die beiden, die im Mittelpunkt der Feier standen. Bei der Verleihungszeremonie, die im Konzerthaus vorangegangen war, musste sich der hochgewachsene Koenig tief verneigen, um ihnen Diplom und Goldmedaille zu uebergeben Nelly Sachs laechelte strahlend und dankte mit einem kleinen Knicks. Agnon, die schwarze, samtene Kippa auf dem Kopf, verwirrt und nervoes, wusste in der Aufregung kaum, wohin er sich verbeugen und wem er die Hand schuetteln sollte. Als die Reihe an ihn kam, hielt er die Rechte des Koenigs lange fest und fluesterte ihm einen aus der Heiligen Schrift geholten “Koenigssegen” ins Ohr. Da erklangen auch schon die Fanfaren, und der Beifall brach los. Der ungeachtet seiner 84 Jahre immer noch ruestige Koenig Gustav VI. Adolf applaudierte auch besonders herzlich' der von biblischer Weisheit erfuellten Tischrede Agnons. Der Monarch unterhielt sich abwechselnd mit seinen Tischdamen Nelly Sachs und der Frau des Medizin - Preistraegers Peyton Rous. Gegenueber sass' Prinzessin Sibylla, die verwitwete Mutter des Kronprinzen, zwischen dem franzoesischen Physik - Preistraeger Alfred Kastler und Agnon, dem gleich seiner Familie nach orthodoxem jued i s c h e n Brauch vegetarische Gerichte serviert wurden (Avocados, Gemuese und Salat, dazu israelischer Wein). Den uebrigen 780 Gaesten brachten 140 Kellner Steinbutt, Rebhuhn, NOBEL - FEST Sekt und Rotwein und fuer alle gab es dann Vanilleeis mit. warmer Schokoladensosse. Es war wie 1901, als die Stockholmer das erste Nobelfest zu Ehren der Forscher Wilhelm Roentgen, Emil Adolf von Behring, van t’ Hoff und Sully Prudhomme feierten. Die Elite des schwedischen Kulturlebens war zugegen wie die Creme der Gesellschaft mit allen Ministern, Wuerdentraegern und Diplomaten. Niemand schien sich darum zu kuemmern, dass die Botschafter der fuenf arabischen Laender und Pakistans aus Protest gegen die Wahl eines israelischen Preistraegers demonstrativ zu Haus geblieben waren. Wieder hatten die Frackverleiher viel zu tun, um alle der 2000 ins Konzerthaus geladenen Gaeste mit der “Uniform” zu versehen, auf die man nicht verzichten will, weil man eben glaubt, dass gerade elegante Toiletten und die Ordenspracht der Feier den “rechten Glanz” verleihen. Bei der Wahl der Preistraeger hielt man sich freilich kaum an den Wunsch des Stifters Alfred Nobel, der junge und aufstrebende Forscher und Dichter foerdern wollte. Diesmal war das Durchschnittsalter der Preistraeger 71 Jahre, und der 87 jaehrige Mediziner Payton Rous wurde fuer eine Entdeckung ausgezeichnet, die er vor — 56 Jahren gemacht hatte. Die meisten der greisen Preistraeger waren auch sichtlich erschoepft von all den Lobreden im grellen Licht und von der Hitze der Scheinwerfer. Der siebzigjaehrige Chemiker Robert Mulliken (dessen Molekül — Forschung erstmalig in der Geschichte des Nobelpreises von einer Frau, der Professorin Inga Fischer - Hjalmars, gewuerdigt worden w a r< brach waehrend des Festbanketts zusammen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden (wo er sich inzwischen wieder erholt hat). Zum ersten Male war es auch eine Studentin, die den Gruss der Stockholmer Stu- VISITA A PROVINCIAS En misión del Departamento de Provincias de la Federación Sionista de Chile, visitó la ciudad de Valdivia el Rabino Egon Loeiwenstein. Además de oficiar en un servicio religioso de la comunidad, el Rabino Loewenstein ofreció una conferencia en el local del Centro Sionista. BECA BENE BERITH Con motivo de la conmemoración del aniversario de la Declaración de ios Derechos Humanos, la Bene Berith de Chile ha instituido una distinción anual o bienal —a ser discernida por la Facultad de Derecho de la Universidad de Chile— que premiará la mejor tesis presentada en materia de Derechos Humanos. Esta distinción dentenschaft ueberbrachte. Die angehende Juri s t i n Ghristina Palm dankte den Preistraegern fuer ihr als Vorbild geltendes Lebenswerk und sprach ihnen sicherlich aus dem Herzen, als sie feststellte: “Alfred Nobel haette vermutlich wenig fuer diese Zeremonie uebrig gehabt. Er zog Einsamkeit vor, und Pomp und Glanz waren ihm zuwider”. Nelly Sachs gehoerte zu den letzten Gaesten, die nach Mitternacht im Schneegestoeber das Stadthaus verliessen. consistirá en un Diploma especial y una suma de dinero que fluctuará entre los En 600 anuales o E° 1.000 bienales. DIA DE LOS DERECHOS HUMANOS El 12 de diciembre se llevó a efecto en los salones del Estadio Israelita la ya tradicional velada, con la que el Consejo Chileno de Mujeres Judías, conmemora la Declaración de los Derechos Humanos. CONFRATERNIDAD ¡JUDEO- CRISTIANA El 17 de Diciembre tuvo lugar en el Hotel Crillón, la comida anual de camaradería de la Confraternidad Judeo- Cristiana con asistencia de personalidades católicas, protestantes y judías. NOTICIAS LOCALES PARIS y EUROPA con "LA CROIX DU SUD” —PARIS— con dos escalas todos los viernes -MADRIDcon tres escalas todos los miércoles ■ Europa y el Cercano Oriente, desde Orly, con inmejorables conexiones a 52 ciudades, gracias a la extensa red Caravelle de Air France. ■ Y, en breve, música, televisión y cine en todos los Boeing de Air France. a votre service LA RED AEREA MAS EXTENSA DEL MUNDO •PSÍ

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.