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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-01-01 · 1 (Enero, 1967) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
1 (Enero, 1967)
Date
1967-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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ENERO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 15 GEDANKEN ZWISCHEN ZWEI UND DREI Das verkannte Laeckeln Ein Bild haengt an der Wand. Es hat einen Ehrenplatz, zentral in einem breiten Paneel, sein Rahmen ist handgeschnitzt, echt vergoldet und gewichtig. Stellt eine Landschaft dar. Schraege, rotgoldene Sonnenstrahlen fallen aus getuermten Wolken, Baeume bluehen, ein Kind pflueckt bunte Blumen und die beglueckte Mutter, ein Baby im Arm, sieht ihm laechelnd zu. Es sei, so sagte man, ein kostbares Bild, dem jungen Paar zur Hochzeit geschenkt. Das war vor vielen, vielen Jahren. Ein ernster Kunstberater hatte beim Kauf Pate gestanden und in der neuen reizenden Wohnung den geeigneten Platz ausgesucht, der respektiert wurde. Man war sehr stolz auf das “gute Stueck”, wusste zwar nie ganz genau, wer der (unleserliche) Autor war, aber man hatte ja das Wort und Urteil des Kunsthaendlers. (Sein Nachfolger allerdings wollte dazu keine rechte Stellung nehmen, — aber das kommt wesentlich spaeter). Einmal im Jahr wurde das schwere Gemaelde mit viel Vorsicht und Muskelkraft von der Wand genommen, (Bilder hingen damals noch sehr hoch), wurde peinlichst abgestaubt, was besonders fuer den reichgesQhnitzten Rahmen, kein Luxus war und mit Herzklopfen und Hilfe der ganzen Familie — “mehr nach rechts, nein, mehr nach links” — hoch an seinen stabilen Hacken gehievt. Man atmete auf, wenn es einigermassen gerade wieder an seinem Platze hing, schwer, ein wenig drohend und sehr raumbeherrschend. Im Laufe der Jahre wechselten die Moebel von dunkel zu hell, von gewichtig zu leicht, von einfarbig zu lustig bunt. Das Bild blieb, wie und wo es war. Doch, war das suesse Mutterlaecheln nicht ein wenig resigniert, eine Kleinigkeit saeuerlich geworden, oder sah man es nur so? Warum wollte man nicht mehr so ganz an das etwas stereotype, gemalte Glueck glauben? Oft stand die junge Frau, nun selbst Mutter, skeptisch v o r der Oel—- Kollegin, die leicht fremd und verloren in ihrem ueberschweren Rahmen in der modernisierten Umgebung wirkte. Nach einigem Kampf mit dem konservativen Ehemann (es waren ja schliesslich seine Verwandten, die das Prunkstueck geschenkt hatten!) wurde beschlossen, die Landschaft mit einem neuartigen, jetzt ueberall gesehenen Rahmen zu umgeben. Das Gold daran war nun ' nicht mehr echt, es war eine eigenartig, etwas fleckig wirkende kupferfarbene Patina, das Holz glatter, schlichter, —na ja, wenn das die neue Richtung ist, muss sie eben fuer schoen gelten. Man fuehlte fast etwas, wie ein wenig schlechtes Gewissen, wenn man nun dem Bild gegenueber stand, man war ein bisschen geniert, bein a h e koennte man sagen, man vermied es, ihm in’s Gesicht zu schauen. Innerhalb der naechsten 5 Jahre wechselte man den Rahmen 4 mal. Zum Besseren? Wer weiss. Und die Oel-Mama laechelte weiter. Ein wenig nackter, moechte man sagen, weniger mysterioes beschattet, irgendwie nicht mehr so echt und warm. Und eines Tages, ohne grosse Vorbesprechung, im stillen, gleichen Gedankengang der wandelnden Geschmacksrichtung ins Neue, Gewagtere, wurde das Gemaelde ein klein wenig anders placiert und ein “Moderner” nahm den Mittel— und Hauptplatz an der Wand ein. Jahre vergingen, das Bild wurde immer wieder umgehaengt, es rutschte ab in seiner Wichtigkeit, wanderte von Zimmer zu Zimmer die Rahmen, in schnellerer Folge, in die Bodenkammer. Das Laechel-Gesicht wurde unertraeglich; man nahm der ewigjungen Mutter die unverbluehbare Jugend fast uebel. Man zog um, verkleinerte sich, richtete sich “funktioneller” ein. Wohin mit dem alten Schinken? Er wurde in Papas Buero geschafft, wo er “Atmosphaere” geben sollte und ueberhaupt nicht hinpasste. Hier verstaubte die bluehende Landschaft in 10-jatehriger Verlassenheit. Ein Neffe heiratete und bekam — “bitte, das ist ein kostbares Familienstueck und wir trennen uns ungern davon!” — das Bild zur Hochzeit geschenkt. Man hatte es wieder in seinen alten Prunkrahmen gespannt, es wirkte toll antik. Es sah effektiv wunderbar in der neuen, noch spaerlich moeblierten Wohnung aus und wurde von allen Besuchern bestaunt. Nun, das Staunen legte sich im Laufe der Zeit. Und wieder begann der Rahmenwechsel, die Abwaertswanderung, die Verbannung fuer die stoisch laechelnde Mama und ihre strahlenden Kinder. Eines schoenen Tages rief man dann bei dem schon erwaehnten Kunsthaendler. Nachfolger des ersten, an und wollte genauen Bescheid ueber dien Wert des Bildes wissen. Der schuettelte den Kopf und meinte, von “Wert” koenne keine Rede sein, Man gab das Bild zur Versteigerung. Staunend hoerte man den Preis in die Hoehe klettern. Zwei dickliche, leicht vulgaer wirkende Magnate der neuen Geldaristokratie kaempften erbittert um, seinen Besitz. Der stolze Kaeufer liess das Bild abholen, ersetzte das Gemaelde durch ein mehr oder weniger geschmeicheltes Oel-Konterfei seiner pompoesen Gemahlin und haengte sie ueber den Marmorkamin seines prunkvollen Wohnraumes. Er hatte nur einen Prachtrahmen gesucht und ihn sich gerne etwas kosten lassen. Das Bild selbst schenkte er seinem Haaretz stellt fest, dass Jordanien, sich jetzt in einer schicksalsschweren Stu n d e befindet. Die Aktion Zahals gegen Samua habe letzten Endes dazu beigetragen die Oppositionselemente in Jordanien, und besonders die Anhaenger von Achmed Schukeiri, dazu zu treiben ihren Kampf gegen das Regime von Koenig Hussein zu verschaerfen. "Andererseits wuerde jedoch ein Sieg Husseins bei den gegenwaer t i g e n Auseinandersetzungen der Opposition gaenzlich den Wind aus den Segeln nehmen und das Regime stabilisieren und gesunden, sodass Hussein besser denn je im Sattel sitzen wuerde. Die Zeitung weist dann darauf hin, dass Israel immer an der Wahrung des Status quo an seinen oestlichen Grenzen interessiert war und dies oefters zum Ausdruck gebracht hat. Wir sollten es Amman klarmachen, dass wir den Unterschied zwischen Jordanien einerseits, Syrien und Aegypten andererseits, verstehen. Omer glaubt, die letzten Ereignisse wuerden zeigen, dass die Aktion der Terrorgruppen, die von Jordanien aus gegen uns eingesetzt waren, in Wirklichkeit mehr danach trachteten das ReT gime in Jordanien zu stuerzen als Israel anzugreifen. Opfer der Terrorangriffe wurde indirekt wieder Jordanien und jetzt sei der Beweis gebracht, bis zu welchen Grenzen die Uneinigkeit im arabischen Lager geht. Hamodia weist darauf hin, dass Israel schon mehrmals eindeutig zu erkennen gegeben hat, dass es Aenderung des jetzigen status quo in Jordanien unter keinen Umstaenden dulden koenne. Auch die USA u. England sind daran interessiert, dass keine Aenderung des Regimes in Jordanien eintritt und muessten deshalb versuchen Hussein zu stuetzen und ihm zu helfen. Im gleichen Zusammenhang kritisierte daf selbe Blatt jedoch die Aktion Zahals gegen Jordanien, denn es habe sich nunmehr erwiesen, dass diese Aktion fehl am Platze war und mehr Nachteile als Vorteile mit sich brachte. Gaertner, der sich beglueckt einen kleinen Holzrahmen darum zimmerte und die laechelnde Mutter wie ein kleines Privatheiligtum verehrte. Wie alles Personal, wechselten.auch die Gaertner; das Bild blieb haengen und belaechelte grosszuegig jede neue Dienerfamilie. Eines Tages wurde das Haus und seine Nebengebaeude abgerissen, um einen Hochbau Platz zu schaffen. Es gab eine grosse Versteigejung. Ein, stiller, unauffaelliger Mann erstand fuer einen laecherlich kleinen Betrag das schlicht gerahmte Bild im Gaertnerhaus. Es hatte mit ruhigem und sicherem Blick das wertvolle Original eines grossen Meisters erkannt, das Werk wanderte nach U.S.A., wo es heute die Sammlung eines reichen Mannes ziert, der fuer den Ankauf eine Riesensumme gezahlt hatte. Die Weltpresse erzaehlte davon. Das ist eigentlich eine traurige Geschichte, aber immerhin mit maerchenhaft troestendem Ende. AUS DER ISRAELIS«: DIL DEUTSCHE KOALITION Dawar widmet seinen Leitartikel der Bildung einer Grossen Koalition in Westdeutschland. Die Aufstellung einer solchen breiten Koalition, die ueber eine stabile Mehrheit im Parlament verfuegen kann wuerde d. deutschen Regierung nunmehr Moeglichkieit geben u n - gestoert ihre Programme durchzufuehren. Die Zeitung glaubt, dass die Aussenpolitik der Bundesrepublik jetzt durch Bern ueh urigen charakterisiert sein wird mehr Beziehungen mit den Ostblockstaaten aufzunehmen. Eine solche Neuorientierung der deutschen Aussenpolitik sei zu begruessen, denn sie wuerde auch zu einer Besserung im Klima der internationalen Beziehungen beitragen koennen. Auf jeden Fall sei zu hoffen, dass die neue Regierung in Bonn ihre solide Majoritaet im Parlament benuetzen wird um die Demokratie in Deutschland zu staerken. Schaarim ist der Ansicht dass Westdeutschland sich jetzt am Beginn einer stillen Revolution” befindet. Die Aufstellung der neuen, breiten Koalition solle u. a. den Vorstoss der neonazistischen Gruppen zur Miacht bremsen. Es sei jedoch seltsam, dass man gerade versucht die Nazis auszuschalten, in dem man fruehere gemaessigte Nazis an die Regierungsspitze stellt. Eine solche Haltung verwundere und es bleibe abzuwarten ob die Rechnung, die man sich gemacht hat, auf gehen wird. Haaretz sieht den Beschluss der Sozialdemokraten auf Eintritt in die neue Es gierung sowohl in prinzipieller als auch in taktischer Hinsicht als sehr anfechtbar an. Der Anschluss der Sozialdemokraten an ein Kabinett Kiesinger symbolisiert nur ein allgemeines Nachlaufen nach denjenigen die in der Zeit Hitlers auf die Karre des Dritten Reiches gesetzt hatten. Hinsichtlich der Aussenpolitik muss bezweifelt werden, ob diese Regierung die Teilung Deutschlands beseitigen oder aus der NATO austreten kann. Diese Regierung wird nur zur Staerkung des Nationalismus in Deutschland fuehren und eine neue Welle des Nazismus herauf beschwoeren. Hajom warnt die freie Welt vor Unterschaetziung der Gefahr des Wiederauflebens des Nazismus in Deutschland, sie sollte nicht aus sogenannten realistischen Gruenden leichtfertig sein, ebenso sollten Israel und das juedische Volk diese Gefahr sehr wohl im Auge behalten. Kol Haam bezeichnet die Erkl a e r u n g Ebans zur Deutschland-Frage als enttaeuschend. Israel muesste in ganz energischer Form die Gefahr des Neonazismus anprangern und Verbot der Taetigkeit aller neonazistischen Organisationen in Deutschland verlangen. K. Die erste u. Haupt-Bauphase der Hochwasser - Regulierungsanlage der “Nachalej Menasche” — zwischen Chedera und Caesarea — wurde abgeschlossen. Die Anlage wird alljaehrlich 13,5 Millionen Kubikmeter Suesswasser liefern, die das Grundwasserpotential erhoehen werden. In dieses Bauvorhaben wurden etwa 18 Millionen IL investiert. Die Anlage wird das zur Regenzeit an komm ende Plochwasser der Fluesschen Ada, Barkan, Mischmerot und Snunit, das heute ins Meer ablaeuft, in die Duenen von ■Caesarea fuehren, von wo es in die Landeswasserleitung gepumpt wie auch fuer die Wasserversorgung der Gegend verwendet werden wird. Die Arbeiten begannen — unter Einsatz der schweren Bagger und sonstigen Ausrüstung — am 1. Januar 1866. Die neue Anlage ist in ihrer Art einzigartig im Lande. Die Fluesschen des Gebietes Menasche wurden abgeleitet, und sie werden mit Eintreten der Winterregen in Staubecken gestaut, durch offene zehn km-Erd-Kanaele und riesige geschlossene unterirdische Beton-Roehren von 3 m Durchmesser ins Duenengebiet von Caesarea geleitet. Durch den Anschluss der Anlage an die Landeswasserleitung wird deren Ausnutzungskapazitaet um 20 bis 30 Millionen cubm im Jahr erhoeht werden. Bei der Anlage wird die natürliche Senkung zum Meer hin — d. h. die Schwerkraft ausgenuetzt. Das Wasser braucht in den Kanaelen und Ro ehren nicht gepumpt zu werden. Bei den Arbeiten waren jeweils 150 bis 300 Arbeiter beschaeftig. Eine Sonderaktion war die Verlegung der Roehren unter einem Bahn ueber gang — was an einem Schabbath geschah um den Zugverkehr nicht zu unterbrechen .Die Duenen wurden provisorisch mit Zweigen befestigt und sollen spaeter mit Akazien bepflanzt werden. (“Canfit”)

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