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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-12-01 · 12 (Diciembre, 1966) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
12 (Diciembre, 1966)
Date
1966-12-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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DICIEMBRE 1966 BOLETIN INFORMATIVO 23 r GEDANKEN ZWISCHEN ZWEI UND ZUM 7B. GEBURTSTAGE ZUCKMAYERS: Freund des Guíen und Schoenen Tu eren und Tore Sie ist eine ganz grossartige Erfindung, diese , Falt— Tuere, Modernfold genannt, die man heute in fast allen Wohnungen findet. Sie separiert, ohne ab-oder auszuschliessen, sie ist aesthetisch in der Mannigfaltigkeit ihrer Farben, des Materials, der Groesse. Sie ist grazioes, mehr Schmuck, als Zweck, leicht und heiter, nicht, wie ihre traditionelle Vorgaengerin, die massive Holztuere. die schwer, duester, total verschlossen, ablehnend peremptorisch Hält gebietet. Sie ist freundlicher, als die offiziellkalte iGlastuere, die entweder in kuehler Glaette strahlt, oder mit konstanter Bosheit saemtliche Fingerabdruecke der Hausbewohner reproduziert. Die huebsch Gefaeltelte ist liebenswuerdigen Charakters; man kann sie unmoeglich Jemand bruesk vor der Nase zuschlagen. Sie gleitet grazil in ihren Schienen, bereitet sozusagen ihren “Schluss” angenehm vor. Statt einen Raum fest und hermetisch vom anderen zu trennen, lockert sie ihn auf, teilt ihn hoeflich und voruebergehend ab, gestattet ihm, sich klein und gross zu zeigen. Im Gegensatz zur praetentioesen steif hochherrschaftlich wirke n d e n Schiebetuere, ist sie bescheiden, ruhig, nett und doch wuerdig. Auch halboffen ist sie nicht haesslieh, waehrend eine schlecht geschlossene Holztuere stets schlampig unordentlich und aeusserst ungemuetlich wirkt. F u e r schnell gewuenschte Privatecken stellt sie die ideale Loesung in Wohnraum und Buero dar. Von den ersten Falttueren liest man in der Beschreibung des salomonischen Tempels. Sie waren mit Brokat und edlem Zedernnolz belegt, praechtig ausgefuehrt und von herrlicher Schoenheit. Ihr Zweck war mehr dekorativer, als praktischer Natur. Im vorigen Jahrhundert “erfand” sie ein geschickter Innenarchitekt , in Europa (das Land ist nicht bekannt) von neuem, jedoch ohne feste Metalarmatur und ohne Bodenschiene. Erst nach dem letzten Weltkrieg griff ein praktischer Amerikaner, dessen Namen trotz vieler Bemuehungen nicht zu eruieren war, die alte Idee wieder auf und schuf die mittlerweile populaer gewordene Form. Wohnungsnot und beengtes Zusammenleben von Jung und Alt, die fuer Nichtamerikaner damals unbekannte Gewohnheit der Einbeziehung der Essecke in den Wohnraum, machten diese leicht verschiebbare Tuere zu einem Riesenwelterfolg. Sie ist so selbstverstaendlich geworden, wie der elektrische Eisschrank und das Heimradio, bewahrt aber trotz ihrer Standardisierung durch die Vielfalt des verwendbaren Materials Ausdrucksmoeglichkeit fuer persoenlichen Geschmack. Unsere Epoche hat scharfe Trennungen geschaffen, eiserne Gardinen, die Weltanschauungen sep a r i e r e n, Stacheldraht — strotzende Mauern, die Staedte in feindliche Lager teilen, ideologische Waelle, die Laender spalten, sie innerhalb der gleichen Grenzen in Nord und Sued zerfallen lassen, in unerbittlichem Bruderkampf. Keine lockere, liebenswuerdige Moder n f o 1 d wurde da leise und geraeuschlos, langsam und taktvoll zwischen zwei Ideen gezogen; mit scharfem “Klick” verschloss sich die schwere Tuere. Durch sie dringt nicht, wie durch die freundliche Stoffwand, Verstaendigung, guter Wille, warme Atmosphaere. Unerbittlich trennt sie und fuer lange Zeit, vielleicht total; der Schluessel scheint fuer immer verloren. Die Jericho — Trompeten der hohen Politik verklingen machtlos an ihrer Haerte, junges, kostbares Leben verblutet an ihrem staehlemen Bau. Gleiche Rassen, gleiche Sprachen bekaempfen sich in fanatischer Hetze und unsinniger Luegenpropaganda. Im Kleinen, wie im Grossen, im Weltgebaeude, wie in Ehe, Familie, Freundschaft, in jeder Lebensgemeinschaft, gibt es notgedrungen Diskrepanzen kleinerer oder groesserer Natur. Sie koennen, Sandkorn, auf Sandkorn Bausteine zur Mauer der scharfen Trennung werden, wenn sie nicht mit gutem Willen, Verstaend n i s und Sinn fuer Humor schnell beiseite geraeumt werden, bevor sie sich hoffnungslos verwurzeln und verhaerten. Auch da waere die schwerelose Falttuere ein Segen; sie ist kein starres Hindernis, kein blockierender Widerstand fuer manchmal laecherliche Missverstaendnisse. Harmlose Irrtuemer. zu spontanes Handeln und Reden kann verletzen und Wunden schlagen, die Guete Takt, gegenseitige Hilfsbereitschaft und Intelligenz, eine leichtverschiebbare Trennwand schnell zu beseitigen .vermag; der halsstarrige Dickkopf verrennt sich gegen harte Tore. Das Aufbrechen einer festgeschlossenen Tuere bedingt viel groessere Selbstueberwindung, staerkeren Charakter und kostbare Zeit; die moralische Modemfold beseitigt sich fast von selbst mit Herzlichkeit und Humor. Symbolische Mauern setzen das menschliche Wesen zur vegetativen Kreatur herab. Herzenstraegheit, Lethargie, Mutlosigkeit, das voellige Fehlen von wissbegieriger Neugierde, allzu ausgepraegte Angst vor dem Leben, bilden Waelle, die allmäehlich unuebersteigbar werden und alle Energien ausloeschen. Am 27. Dezember vollendet der rheinische Schriftsteller Carl Zuckmayer das 70. Lebensjahr. In Mainz stand die Wiege dieses Dichters, der Halbjude ist, und der einstige behaglich-heitere Charakter dieset Stadt hat sich auf ihn uebertragen, der heute fuer das deutschsprachige Theater einen nicht mehr wegzudenkenden Begriff darstellt. Seit seiner Rueckkehr aus den Vereinigten Staaten, wohin Zuckmayer in der Nazizeit emigriert war, nehmen seine dramatischen Werke einen besonders bevorzugten Platz im Buehnenleben ein. Erst vor wenigen Jahren hatte sein Schauspiel. “Das kalte Licht” einen ungewoehnlichen Erfolg, und die Theaterleiter warten voller Sehnsucht auf jeden “neuen Zuckmayer”. Einst, um 1925, feierte dieser Dramatiker im Berliner ‘Deutschen Kuenstlertheater” von Heinz Saltenburg mit dem derb-humorvollen und bodenstaendigen Schauspiel “Der froehliche Weinberg” seinen ersten Triumph, welcher ihm den “Kleist-Preis" eintrug. Bald darauf gab es mit dem Drama “Katharina Knie” (Albert Bassermann hatte die tragende Rolle des Zirkusdirekt o r s uebernommen) einen weiteren nachhaltigen Buehnerfolg, dem sich einige Jahre spaeter ein anderer anschloss: In jener Epoche, da die nationalsozialistischen Wogen ber e i t s hochgingen und das “Dritte Reich” nicht mehr fern schien, schrieb Zuckmayer seinen “Hauptmann von Koepenick”, jene grossartige Satire auf den Kadavergehorsam, die ihm so vorzueglich gelang, dass kurz darauf an die Verfilmung des Werkes geschritten wurde. Sehr wirkungsvoll war der geniale Schelmenstreich des biederen Schusters Wilhelm Voigt, der einmal eine ganze Welt hatte auflachen lassen, dramatisiert worden, und dieses Schauspiel ist des Dichters erfolgreichstes geblieben. In den letzten anderthalb Jahrzehnten gingen die Dramen “Des Teufels General” (auch erfolgreich verfilmt). “Barbara Blomberg” und “Der Schelm von Bergen” mit starkem Erfolg ueber die Bretter. Daneben laufen seine sonstigen literarischen Arbeiten: “Herr ueber Leben Sie beginnen als harmlos vorgeschobener Vorwand, bequeme Ausrede und Selbsttaeuschung, werden langsam und unweigerlich zur Gewohnheit und schnueren den gesunden Lebensatem ab. Wagnis und Wissensdrang, Neugierde, dem grossen Unbekannten gegenuefoer, sind nicht absolut “Jugend - gebunden”. Jedes Alter muss sie kennen .und sollte sie wuenschen, zum Besten eines flexiblen Geistes. Das traege und bequeme Widersetzen dagegen ist, selbst in “Modemfold - Form”, schaedlich. Auch bei ihr koennte der Schluessel verloren gehen und sie hoffnungslos verschlossen lassen. Machtlos dann die Lebensgeraeusche von der anderen, pulsenden Seite zu vernehmen, ist ein tieftrauriger Zustand, der ab- und ausschliesst, einsam und hart macht. K.,g . und betitelte es “Die Farm in den gruenen Bergen”. Der Dichter selbst ist vaeterlicherseits juedischer Abstammung, und er weiss, wie so viele juedische Autoren, der deutschen Sprache herrliche Klaenge zu entlocken. Nach der Rueckkehr aus dem Exil nahm Zuckmayer mit seiner Familie in der Schweiz den Wohnsitz, wo, im Hochlar'’ des Wallis, das schoene Hades Dichters in einem abge legenen Gebirgsdorf liegt. Dank seiner Theaterbegabung und seiner lebendigen Gestaltungskraft ist er heute d°r meistgespielte Autor Mitteleuropas, und seine vielen Freunde und Verehrer in aller Welt, ihn zum 70. Geburt*- tage beglueckwuenschend. hoffen auf noch zahlreiche Werke aus seiner, des bedeutenden Schriftstellers, Hand. Curl Wilk und Tod” ist eine meisterhafte Erzaehlung ernsten Charakters, und “Der Seelenbraeu” stellt ein erlesenes Stueck “Kleinkunst” dar. Es ist eine reizende Erzaehlung, die wunderbar in die Salzburgische Landschaft eingebettet ist, in der j Zuckmayer nach seiner Vertreibung aus Hitler-Deutschland von 1933 bis 1938 gelebt hatte, ehe die Nazis nach Oesterreich eindrangen und ihn auch von uort vertrieben. Carl Zuckmayer ist ein schaffensfreudiger Kuenstler. erfuellt von echtem Lebensgefuehl fuer alles Wahre und Schoene. Temperamentvoll setzt er sich fuer das ein, was ihm als erstrebenswertes Ziel vor Augen steht. Als er 1939 nach Amerika fluechtete, wurde er in Vermont Farrher, und seine Gattin schrieb ein Buch ueber diesen ihren Besitz, die “Backwood-Farm”, ZUM 5D. TODESTAGE AM 3. DEZEMBER Dr. Josef Eschelbacher Der Name Eschelbacher hat in der juedischen Geisteswelt einen sehr guten Klang. Mit Rabb. Dr. Josef Eschelbacher, der am 3. Dezember 1916 zu Berlin starb, war der in damaliger Zeit, einzige konservative Berliner Gemeinderabbiner dahingegangen, in seinem 69. Jahre. Er war 1848 geboren und hatte zunaechst in Bruchsal amtiert, wo auch sein sehr bedeutender Sohn, Rabb. Dr. Max Eschelbacher, einst Duesseldorf, verstorben in London, zur Welt gekommen war. Rabb. Uosef Eschelbacher, trotz starker beruflicher Inanspruchnahme, fand immer noch Zeit zu gründlicher wissenschaftlicher Arbeit. Mit besonderer Liebe widmete er sich der Apologie des Judentums, wozu ihn sein umfassendes Wissen und seine milde, versoehnende, Persoenlichkeit geeignet machten. Er verstand es mit grosser Waerme, fuer alles Juedische einzutreten und dessen Verunglimpfung abzuwehren, ohne jemand zu verletzen. Seine Schrift “Das Judentum und das Wesen des Christentums”, auch ins Hebraeische uebertragen (nicht zu verwechseln mit Leo Baecks “Wesen des Judentums”), gehoert zu den besten Werken der juedischen Apologetik und stellt eine Antwort auf Adolf von Harnacks Schrift “Das Wesen des Christentums” dar. Trotz seiner konservativtraditionellen Einstellung war Dr. Josef Eschelbacher Mitbegruender der “Religioesen Mittelpartei” (gemeinsam mit Rabb. Samson Weiss s.A.), um ausgleichend zwischen Orthodoxie und Liberalismus zu wirken. Seine Gattin, Frau Ernestine Eschelbacher, hat ihren Gatten um etwa 15 Jahre ueberlebt; sie war aufopfernd um juedische Frauenfuersorge und allgemeine Mildtaetigkeit bemueht und ein leuchtendes Beispiel einer juedischen Mutter. Curt Wilk JOYERIA acwen AHUMADA RIESENAUSWAHL von Ohrringen aus Gold fuer Bables. Colliers, Chevalier-Bingen, Armbaendern, etc. in Gold 18K. bis zu BRILLANTUHREN UMARBEITUNGEN Wir modernisieren Ihren alten Schmuck oder nehmen Ihr Gold u. s. w. in Zahlung. AHUMADA 319 Fragen Sie nach Don Juan oder señora Inge

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