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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-11-01 · 11 (Noviembre, 1966) · p. Seite 25

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
11 (Noviembre, 1966)
Date
1966-11-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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NOVIEMBRE 1966 BOLETIN INFORMATIVO 25 r DIE SPRINGER-SPENDE AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE Politische Ausrichtung der . israelischen Presse Auf Seiten der Regierungskoalition: DA WAR (Organ der Histadrut, pro Maarach —Mapai plus Achduth Avodah—), JERUSALEM POST unabhaengig, pro Mapai), LAMERCIIAW (Achduth Avodah), AL HAMISCHAR (Mapam), HAZOFEH (Religioes-Nationale Partei), SCHÄ- ARIM (Poalej Agudath Israel), HAMODIA (Agudath Israel), HAARETZ (buergerlich liberal, unabhaengig). Auf Seiten der Opposition: HAJOM (pro Gachal —Parteiblock Cheruth - Liberale—). MAARIW (unabhaengig, nach rechts, zu Cheruth tendierend), JEDIOTH ACHARONOTH (unabhaengig, nach rechts, zu Cheruth tendierend), KOL HAAM (Kommunisten). DER FREISPRUCH NOVAKS Dawar kommentiert den Freispruch des Nazi-Verbrechers Franz Novak durch ein Geschworenengericht in Oesterreich. Nicht nur die Geschworenen dieses Gerichtes sondern die Regierung und das Volk in Oesterreich seien fuer diese himmelsschreienden Urteile verantwortlich zu machen. Es sei immer wieder klar geworden, dass man in Oesterreich besonders darauf achte keine schweren Strafen gegen Naziverbrecher zu verhaengen und soweit als moeglich die Verbrechen der Vergangenheit zu . vergessen. “Schwamm drueber” sei die Parole in Oesterreich. Grosse Auswahl in Nationalen, aueh Perser Teppichen finden Sie immer bei TeoSilo Sehneider Av. Bustamante 6_ direkt am Plaza Italia — Fono 495243 Auch fachmaennische Reparaturen und Reinigungen. Axel Springer, der bekannte deutsche Verleger, machte, anlaesslich der Einweihung seines Verlagsgebaeudes in Berlin dem Israel - Museum in Jerusalem eine Spende, deren Annahme eine erregte Debatte in der israelischen Presse hervorrief. Lamerchaw ruegt in scharfen Worten die Tatsache, dass der Nazi-Kriegsverbrecher und Eichmann-Gehilfe, Franz Novak, der der Mittaeterschaft am Mord von 400.000 Juden schuldig ist, von einem Geschworengericht in Oesterreich freigesprochen wurde. Immer wieder zeige sich, dass die Kriegsverbrecher in Oesterreich von der Justiz beschuetzt werden. Die Zeitung bringt die Ansicht vor, dass solche Urteile nur dazu beitragen koennen den Neonazismus und den Antisemitismus in Oesterreich noch weiter zu foerdern. Dawar forderte, dass zunaechst einmal der israelischen Oeffentlichkeit genau erklaert werde, worum es sich handelt: um das Anbringen einer Tafel am Eingang zum Gebaeude, aus der ersichtlich waere, wer der Spender sei, oder um die Benennung der Lesehalle nach Springer. Die Art und Weise, wie die israelische Oeffentlicli k e i t die Angelegenheit erfuhr, fand das Blatt merkwuerdig. Die Direktion des Israel — Museums haette soviel Fingerspitzengefühl bes itzen muessen, um keine Beschluesse hinter gesch lossenen Tueren zu fassen, sondern die Fragen in aller Offenheit zu eroertern, denn schliesslich ist es nun eine Tatsache, dass die Spende eines Deutschen nicht gleichbedeutend mit der Spende eines jeden anderen Maezens sei. Lamerchaw forderte die Museum - Direktion auf, ihren Beschluss ueber Annahme der Spende rueckgaenrrig zu machen. Es gibt keine moralische Basis fuer eine Ignorierung des Andenkens der Opfer des Nazismus. Zwar herrscht in unserer Zeit eine falsche Einstellung zum Gelde, dennoch ist gruendlich zu ueberlegen, was es bedeutet, wenn ein Deutscher unserer Generation zum Bau des israelischen Nationalmuseums beitraegt. Kol Haam beschaeftigte sieh nicht nur mit der Spende Axel Springers sondern gleich auch mit seiner politischen Integritaet. Das Organ der KP bestreitet die saubere Vergangenheit Axel Springers und behauptet, dieser waere eben ein Journalist im Dienste Hitlers gewesen. Haaretz kommentierte das Angebot einer Stiftung von Axel Springer fuer das Israel- Museum in Jerusalem und war der Ansicht, dass ein solches Angebot angenommen werden muesse. Das Kuratorium des Museums habe recht, wenn es das Prinzip einer Einmischung der Regierung in dieser Angelegenheit ablehne. Auch die Behauptungen, eine solche Spende wuerde nochmals dazu beitragen die Vergangenheit zu vertuschen und die Verbrechen des deutschen Volkes an dem juedischen Volk in Vergessenheit geraten zu lassen, wurden von der Zeitung abgelehnt. Im Gegenteil. Die Anwesenheit einer Plakette, in der auf die Herkunft der Gelder fuer die geplante Bibliothek hingewiesen wird, wuerde nur dazu beitragen die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten. Al Hamischmar nahm zu der Frage Stellung, ob das Israel-Museum die von dem deutschen Pressemagnaten, Axel Springer, angebotene Spende haette annehmen oder ablehnen sollen. Die Zeitung war der Ansicht die Zeit sei noch nicht gekommen um Kulturwerken in Israel den Namen von deutschen Spendern zu geben. Man muesse auf jeden Fall die Grenze zwischen formalen Beziehungen und engeren kulturellen und geistigen Beziehungen zu wahren wissen. Eine uebertrieben schnei, le Annaeherung an Deutschland, in der Form wie sie durch die Spende Springers angebahnt werden koennte muesse noch vermieden werden. TELEGRAMM AXEL SPRINGERS Aufgrund dieser Reaktion der israelischen Presse, sandte Axel Springer folgendes Telegramm an Teddy Kollek, Buergermeister von Jerusalem: i “Sehr geehrter Herr Buergermeister, mithel f e n zu duerfen, jedoch nicht als Helfer mitgenannt zu werden, war mein spontaner Wunsch, als ich das schoene und bedeutende Israel-Museum in Ihrer Stadt £ah — stop— Bitte sagen Sie das den Herren, die sich heute Sorgen machen, und dass die gewuenschte Anonymit a e t fuer mich nichts Verletzendes hat. — stop — Ich freue mich auf eine neuerliche Reise nach Israel und bin mit guten Gedanken Ihr Ihnen sehr ergebener Axel Springer” DAS WIRTSCHAFTS-PROGRAMM DER REGIERUNG Haaretz wundert sich ueber die Form des Ausdrukkes, welche der Ministerpraesident und Sicherheitsminister gefunden hat, als er, vor der Exekutive der Histadruth, ueber die Notwendigkeit sprach, keine weiteren Lohnerhoehungsforderungen zu stellen, damit die Wirtschaft unter gar keinen Umstaenden weiter Se#***^ CABALLEROS Estado 155 Ofrece exclusividades en sus secciones de Confecciones - Calzado - Camisería Modas: Moneda esq. M. Cousiño negativ belastet werden wuerde. Die pessimistische Note, welche aus den Worten Eschkols klang, so erklaert das Blatt, bewies einen voelligen Mangel an Glauben an das Volk und seinen Einsatz, so das man fast von einer oppositionellen Rede sprechen koennte, welche der Ministerpraesident hierbei gehalten hat. Hajom bezieht sich auf eine Veroetffentlichung des Arbeitsministeriums ueber die allgemeine Arbeitslage im Lande. Aus dieser Veröffentlichung geht hervor, dass die Arbeitslosigkeit viel staerker geworden ist und darin liegt eine. Entwicklung die uns besorgt machen mus. Die Zeitung betont, dass Arbeitslosigkeit nicht nur wirtschaftlich fuer den Einzelnen und das Land schwierig und schlimm ist, sondern auch auf moralischer Ebene hier Folgen erwartet werden koennen, die man urspruenglich igarnicht einkalikuliert hatte. Es ist zwar nicht gut eine Inflation vor sich zu sehen, sagt die Zeitung, aber manchmal ist sie noch besser als die Deflation, die mit Gewalt hergestellt wird. Dawar sieht mit wahrer Begeisterung, dass die Histadruth bereit ist, sich voll und ganz hinter das neue Wirtschaftsprogramm, der Regierung zu stellen. In welchem anderen demokratischen Staate kann man ein solches Phaenomen noch beobachten, fragt das Blatt stolz. Wie immer, hat die Histadruth auch hierbei die Interessen des Landesaufbaues mit den Interessen des Arbeitnehmers verbunden. Sie wird natuerlich das spezifische Interesse des Arbeiters niemals aus den Augen verlieren. Lamerchaw glaubt ebenfalls, dass die Histadruth gut daran tut, wenn sie das neue Wirtschaftsprogramm der Regierung unterstuetzt. Niemand hat ja ein Alternativprogramm vorgelegt und darin beweist sich die sterile Opposition jener, die gegen diesen Plan Stellung nehmen. Allerdings ist es, wie die Zeitung meint, Aufgabe der Regierung, dafuer Sorge zu tragen, dass es nicht zu weiterer Arbeitslos i g k e i t komme. Kol Haam ist der Ansicht, es koenne keine Gewerkschaft geben, die das Wirtschaftsprogramm der Regierung unterstuetzt und daher sei es auch Pflicht der Histadruth gegen dieses Programm Stellung zu nehmen. Die Zeitung erklaert, schliesslich muesse ja ein solcher Plan grundlegend gegen die Interessen der Arbeiter verstossen und daher sei es unverstaendlich, wie die Repraesentanten der Arbeiter dafuer eintreten koennen. Die Zeitung verlangt die Schaffung einer Arbeitslosenversicherung.

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