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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-10-01 · 10 (Octubre, 1966) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
10 (Octubre, 1966)
Date
1966-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■ 7 BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA “ B ' N E ) I S R O E L »EDACCION. S.C.I. B'NE JISROEl AV. PORTUGAL «10 CAMIU 24SJ ■ SANTIAGO CHILE AÑO XXVIII N0 10 SANTIAGO DE CHILE OCTUBRE I960 EIN LEBEN DER BEWAEHRUNG Von Curt Wilk RABBINER DR. LEO BAEC2L Cú L.) Als Rabb. Dr. Leo Baeck vor nunmehr zehn Jahren, am 2. November 1956, in seinem 84. Lebensjahre abberufen wurde, war ein Leben der Groesse, des Erfolges und des Sich - Aufopferns fuer juedische und allgemein - menschliche Ideale zuende gegangen. Sein Todestag ist nach der juedischen Zeitrechnung der 28. Marcheschwan, und dieses Datum sollte ebenfalls nicht aus unserem Gedaechtnis schwinden. Ein hoher nichtjuedischer Geistlicher, der Dekan der St. Pauls-Kathedrale in London, Reverend W. R. Matthews, sagte von Leo Baeck, dass dessen Schaffen von zwei Faktoren beherrscht worden sei: Der modernen Wissenschaft und dem jucdischen Glauben. Kuerzer kann der Inhalt dieses Lebens nicht zusammengefasst werden. Beide Aspekte hatten es ihm ermoeglicht nach einem jahrzehntelangen, vielseitigen Schaffen als Rabbiner, Dozent, Forscher und Schriftsteller, als fahrende Persoenlichkeit im juedisch - organisatorischen Leben zwischen 1919 und 1933, in der Stunde aeussersler Not an die erste Stelle zu treten im Bewusstsein, einen unerbittlichen Leidensw e g beschreiten zu muessen. Es war gewiss eine hoffnungslose Aufgabe, einem Abschaum der Menschheit, wie ihn die Nazimachthaber repraesentierten, entgegenzutreten, zu versuchen, aus dem drohenden Zusammenbruch der juedischen Existenz, zu retten, was zu retten war, so viele juedische Menschen als nur moeglich, den Henkern zu entreissen. Leo Baeck tat sein Bestes auch noch zwischen 1939 und 43, dem Zeitpunkt seiner Deportation nach Theresienstadt, als nur noch ein trauriger Rest zum Untergang Verurteilter geblieben war, deren Schicksal er zu teilen wuenschte, indem er alle Berufungen ins Ausland, alle Rettungsversuche seine Person betreffend, kategorisch abiehnte. Als ihm eines Abends, im Mai 1945, von dem beruechtigten Naziverbrecher Eichmann mitgeteilt wurde, dass er, Baeck, nur versehentlich am Leben geblieben sei, und dass ihn der Tod am naechsten Tage erwarten wuerde, verbrachte er die voraussichtlich letzte Nacht mit der Vorbereitung auf das bevorstehende Martyrium. ‘Tch bin im Reiche Gottes verwurzelt” sollen seine damaligen Worte gewesen sein. Und dann kam am anderen Morgen die ans Wunderbare grenzende Errettung. Wissen und Glauben waren die bestimmenden Faktoren im Leben dieses grossen Juden, von dem ein anderer juedischer Gelehrter von hoher Bedeutung, Prof. Ismar Elbogen s. A., einmal sagte, dass Leo Baeck einer der gebildetsten Menschen im heutigen Europa sei; diese Bemerkung fiel um das Jahr 1928. In der Tat war Baeck glaeubig, im tiefsten juedischen Sinne dieses Wortes und erfuellt, vom Eitern- und beiden Grosselternhaeusern her, mit dem profunden Reichtum juedischer Gelehrsamkeit, zu der sich moderne Weltweisheit gesellte. Die nicht juedische gebildete Oeffentlichkeit wusste dies zu schaetzen, und Menschen wie Thomas Mann, Albert Schweitzter, -Hermann Maas, Fritz von Unruh, Graf Hermann Keyserling u. a. be - wunderten den Denker und zugleich ruehrend - bescheidenen Mann, der aber auch furchtlos und energisch Denjenigen, die sein Volk verderben wollten, entgegenzutreten wusste. Rabb. Prof. Dr. Alexander Altmann (Boston), der zwischen 1931 und 1938 Baecks Amtskollege in Berlin gewesen war, und der als streng-gesetzestreuer Jude durchaus nicht in allem mit Baeck uebereinstimmer. konnte, schrieb ueber ihn anlaesslich Baecks 75. Geburtstage im Jahre 1943: “Leo Baeck, Rabbiner und Wissenschaftler, tief v e rwurzelt im Boden der juedischen Tradition, war der Lehrer par excellence, der Theologe und Deuter des Judentums. In ihm sind Humanismus und Judentum in einer so natuerlichen und reifen Vereinigung, die kaum uebertroffen werden kann. In ihm fand das besondere Erbe des liberalen deutschen Judentums seinen charakteristischen und reifsten Vertreter. Heute gehoert Leo Baeck dem ganzen Weltjudentum”. Wie einst Moses Mendelssohn, so hat auch Baeck einen tiefen Einfluss auf Juden und Nichtjuden ausgeuebt. Diesen letzteren rief er einst zu: “Der Kreis der Gerechtigkeit schliesst sich erst dann, wenn Denjenigen Hilfe zuteil wird, die als Einzelne anderen geholfen haben. An seinen Niederl a g e n stirbt kein Volk, und aus seinen Siegen gewinnt kein Land neues Leben”. Fast genau auf den Tag, 200 Jahre, nachdem der junge Moses Mendelssohn anno 1743 die Stadt Berlin erstmalig betreten hatte, um dort ein neues juedisches Heiligtum zu errichten, “deutsches Judentum’’ zu begruenden, zweihundert Jahre danach, 1943, endete mit der Deportation von Baeck der letzte Rest juedischen geistigen, religioesen Lebens in Deutschland, noch vor der völligen, physischen Vernichtung. Die Vorsehung hat diesen edlen Menschen Erniedrigungen aller Art ueberstehen, ihn ein hohes Alter erreichen lassen. Es war ein erfuelltes Leben im Dienste seines Volkes und der Humanitaet, weil es nichts anderes sein wollte als ein Dasein fuer Wahrheit, Recht und Frieden, die Pfeiler, auf denen alle juedische . Religiositaet beruht. Man kann Rabb. Leo Baeck, der immer und an erster Stelle Rabbiner und nichts anderes sein wollte, als einem Grossen des Judentums an seinem 10. Todestage nichts Besseres nachrufen als die Dichterworte, die auf einen Grossen eines anderen Volkes einst gemuenzt waren: .. “So bleibt er uns, er glaenzi uns vor, wie ein Komet entschwindend, unendlich Licht mit seinem Licht verbindend”. SCI "B’NE JISROEL” CENTRA Laden ein zum Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Max Nussbaum (Los Angeles) DAS JUEDISCH - DEUTSCHE PROBLEM T (In deutscher Sprache) Am Donnerstag, 27. Oktober 1966, 21 Uhr im Gemeindehaus, Avda. Portugal 810. Mit Ruecksieht auf die ueberragende Persoenlichkeit des Redners erwarten wir zahlreiche Beteiligung.

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