Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 5 (Mayo, 1966)
- Date
- 1966-05-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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MAYO 1966 BOLETIN INFORMATIVO 21 ENDE DES REPARATIONSABKOMMENS Haaretz, zieht die Bilanz des Reparationsabkommens zwischen Is'rael und der westdeutschen Bundesrenublik, das jetzt endgültig abgelaufen ist. Die Zeitung weist darauf hin, dass Bonn alle Verpflichtungen dieses Vertrages, sowohl was die Hoehe der Zahlungen als auch was' die Termine betrifft genauestens eingehalten hat. Wenn man heute ein Fazit zieht, der Bedeutung der Lieferungen im Rahmen des Reparationsabkommens auf dem Gebiete der Schiffahrt der Kraftwerke, der Treibstof f lief er ung der Eisenbahnerweiterung etc. so muss man zwangsmacssig zu der Schlussfolgerung gelangen, dass diejenigen die sich für dieses Abkommen eingesetzt und es unterzeiennet haben im Recht waren. Die damalige Opposition gegen den Abschluss eines solchen Abkommens' habe sich als nicht berechtigt erwiesen und es sei gut dass man sich ueber die Ansichten hinweggesetzt hatte, die erklaerten, man verschaffe durch diesen Vertrag Deutschland eine moralische Rehabilitierung. Die Frage ob Israel auf diese Weis'e einen zu hohen Preis fuer die Reparationslieferungen gezahlt hat stelle sich nicht mehr angesichts der Bedeutung dieser Lieferungen fuer unsere Wirtschaft. Die Verantwortlichen im Staat haben mit Recht das Prinzip angenommen, dass es in erster Linie erforderlich sei fuer die Lebenden Sorge zu tragen. Hajom stellt fest, dass die deutschen Reparationszahlungen im Grunde enttaeuscht haben und die Regierung auf dem Gebiete ihrer Verwendung versagt hat. Auch zahlreiche Nazi- Opfer, insbesondere diejenigen aus Osteuropa, blieben bisher unentsohaedigt und im Grunde nuetzten bisher die Wiedergutmachungsleistungen in erster Reihe den Deutschen selbst, die durch sie wieder Eingang in die Familie der Kulturvoelker fanden. BEZIEHUNGEN MIT SAIGON AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE Politische Ausrichtung der israelischen Presse Auf Seiten der Regierungskoalition: DA VAR (Organ der Histadruth, pro Maarach —Mapai plus Achduth Avodah—), JERUSALEM POST (unabhaengig, pro Mapai), LAMERCHAW (Achduth Avodah), AL HAMISCHMAR (Mapam), HAZOFEH (Religioes- Nationale Partei), SCHAARIM (Poalej Agudath Israel), HAMODIA (Agudath Israel), HAARETZ (buergerlich liberal, unabhaengig). Auf Seiten der Opposition: HAJOM (pro Gachal —Parteiblock Cheruth-Liberale—), MAARIW (unabhaengig, nach rechts, zu Cheruth tendierend), JE- DIOTH ACHARONOTH (unabhaengig, nach rechts, zu Cheruth tendierend), KOL HAAM (Kommunisten). Haaretz aeusert die Ansicht, dass es ein Irrtum waere keine diplomatischen Beziehungen zu Suedvietnam aufzunehmen, wenn diese uns auf entsprechende Weise angeboten werden. Wir leiden noch heute darunter, dass wir Spanien nicht von der Gruendung Israels unterrichtet hatten, denn Spanien wurde mittlerweile M it g lied der UNO, doch ein israelischer Vertreter fehlt in Madrid, was der arabischen Propa ganda dort freies Feld ermoeglicht. Wir sollten diesen Fehler weder in Saigon noch anderwo wiederholen. Wir haben Vertreter nach Saigon zu entsenden und dies nicht als Fr'eunde irgendeiner Grossmacht, sondern als Israelis, die Freundschaft mit asiatischen Voe’kern suchen, wie ihr Regime auch aussehen mag. Der Ministerprae- BEGINN DER Haaretz begruesst den Beginn der Schultelevision als eine notwendige und durchaus fortschrittliche Einfuehrung, , die schon laengst haette vorgenommen werden sollen. Angesichts der Entwicklung, die gerade auf diesem Gebiet . in d. ganzen Welt vor sich geht u. besonders der in unseren Nachbarstaaten war es gar nicht zu vermeiden, d Israel die Television erhalte und man darf wohl annehmen, dass die Einfuehrung des Schulfernsehens nur der Beginn der Einfuehrung der allgemeinen Television ist, die bald nachfolgen wird. Durch die Einfuehrung ¡der Schultelevision werden auch die Unterschiede im Niveau einiger Schulen in den iStaedten und solchen im Inneren des Landes verringert, und darin liegt, wie die Zeitung erklaert, eine auserordentliche Bedeutung die nur durch dieses moderne Mittel des Fernsehens hervorgebracht werden , kann. Fuer die Schueler ist der Beginn der Schultelevision ausserordentlich wichtig und deshalb ischon, wenn auch nicht etwa nur deshalb allein, muessen alle Schichten der Bevoelkerung die Einfuehrung des [Fernsehens begruessen., Hamodia wendet sich voll und ganz gegen die Einfuehrung des Fernsehens im Lande. (da die Zeitung davon ueberzeugt ist, dass diese moderne Erfindung nur dazu bestimmt ist. die Traditionen sident und Aussenminister neigen zur Ablehnung der Beziehungen, weil sie eine langsame Verbesserung der Beziehungen zur Sowjetunion nicht gefaehrden wollen. Es gibt zahlreiche andere Gelegenheiten, bei denen unsere Regireung ihr Unabhaengigkeit gegenueber den USA demonstrieren kann Beziehunen zu Saigon sind keineswegs eine genuegend wichtige Gelegenheit. Es ist leicht Nein zu sagen aber es duerfte schwer sein eine Position zu erobern, auf die -wir heute leichtsinnig verzichten wollen. Hajom will die Frage diplomatischer Beziehungen von denen irgendeiner Hilfe fuer Suedvietnam getrennt wissen. Es ist nichts gegen diplomatische Beziehungen einzuwenden hingegen wuerde eine Nachal-Hilfe als Einmischung in den vietnamesischen Krieg aufgefasst werden. Schaarim ist gegen Beziehungen zu Saigon, weil wir dabei mehr verlieren als. gewinnen wuerden. Bel allem Bemuehen, unseren amerikanischen Freunden gefaeilig zu sein, koennen wir keine Aktionen auf uns nehmen, die uns schaden muessten. Ai Hamischmar widersetzt sich entschieden jeglichen Beziehungen mit Saigon zum gegenwaertigen Augenblick, weil dies als eine israelische Unterstuetzung einer der kaempfenden Parteien m Vietnam verstanden wuerde. Eine solche israelische Haltung kommt nicht in Frage, weil sie unsere Position in weiten Kreisen der Welt gefaehrden muesste. ISRAELS AUSSENPOLITIK SCHULTELEVISION IN ISRAEL der Familie zu stoeren und kein Positivum in ihr liegt. Das Blatt glaubt, dass es voeilig ausreiche, wenn man Sendungen fuer die Schulen vornimmt und eine weitere Entwicklung unterbleiben koennte. Lamerchaw tritt fuer das Schulfernsehen ein, ' welches das Blatt fqer gut und fuer notwendig bezeichnet. Die Zeitung ist im uebrigen ebenfalls recht ¡reserviert der Weiterentwicklung zu einem allgemeinen Fernsehen gegenueber und zeigt dafuer keinerlei Begeisterung. Aber, so betont das Blatt, es wird kaum etwas anderes uebrig bleiben, als diese Weiterentwicklung vorzunehmen, da das im Sinne der Zeichen unserer .Zeit liegt und wir ja nicht als einziger Staat, gerade bei unserer sonstigen modernen Entwicklung, auf diesem Gebiete zurueckbleiben koennen. Die Zeitung zieht einen scharfen Trennungsstrich zwischen allgemeinem Fernsehen und der Schultelevision. ARBEITSLOSIGKEIT Al Hamischar weist darauf hin, dass die gegenwaertige Wirtschaftspolitik z u einer allgemeinen Arbeitslosigkeit führen kann, deren Ansaetze schon jetzt festzustelien seien und die bald ernste Ausmasse annehmen koennte. Es sei unbedingt erforderlich, energische Massnahmen zu ergreifen, um diese Entwicklung zu unterbinden, bezw, ihr vorzubeugen. Eine solche Massnahme waere, in den Augen der Zeitung, die Foerderung des Baus von Olim—Schikunim. Gerade deshalb sei es aber bedauerlich, dass die Regierung es jetzt fuer richtig betrachtete, das Budget für den Olim-Schikun-Bau zu kuerzen. Haaretz weist darauf ihn, dass Aussenminister Aba Eban der in der Knesseth die Grundlinien seiner Aussenpolitik darlegte, weitgehend auf die Unterstützung der Linksgruppen zaehlen konnte, aber es dennoch für richtig fand sich von einigen der Ansichten der Mapam zu distanzieren. Dies kaeme besonders in der Haltung von Eban in der Frage der arabischen Flüchtlinge zum Ausdruck. Eban habe mit Recht fescgestellt, dass in dieser Frage keine prinzipielle Konfliktquelle bestehe. Die Frage der Flüchtlinge werde lediglich als Slogan verwendet, würde aber sonst nichts an den Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Laendern aendern. Jerusalem Post weist darauf hin, dass zum ersten Male die Frage unserer Beziehungen mit Westdeutschland nicht im Mittelpunkt der Debatte ueber unsere Aussenpolitik gestanden hat. Dies bedeutet, dass diese Frage jetzt in den allgemeinen Rahmen der Aussenpolitik eingefügt wurde. Die Zeitung bedauert zugleich, dass kei¬ Dawar betont, dass das Problem des Mangels an Arbeitsplaetzen besonders in Arad ernst wird. Ein Misserfolg bei dem Aufbau und der Entwicklung dieser neuen Stadt waere aber besonders bedauerlich, weil sich dort nicht nur neue Olim sondern auch Watikim angesiedelt haben. Die Zeitung erklaert sich ueberzeugt, dass es moeglich waere die Frage der Arbeitsbeschaffung in Arad zu loesen. Dort würden Bodenschaetze zum Abbau vorhanden sein, die Arbeitsquellen bieten wuerden. Zugleich sei Arad, durch seine landschaftliche Schoenheit und das günstige Klima, ein Punkt, der auch noch weit e r e Ansiedler anziehen koennte. ne Normalisierung der Beziehungen mit Ostdeutschland erfolgen konnte und dass die DDR sich immer noch weigert ihre Verpflichtungen gegenueber dem juedischen Volk anzuerkennen. Die DDR wuerde nicht nur diese. Schuld uebersehen und leugnen, sondern auch noch ihre gegenwaertigen Beziehungen mit dem juedischen Volk und Israel durch eine staendige Hetzkampagne belasten. Hazofe stellt mit Genugtuung fest dass Aussenminister Aba Eban in der Knesseth auf die Notwendigkeit hingewiesen hat auch religioese Juden in unserem diplomatischen Dienst aufzunehmen. Dies sei jedoch noch nicht ausreichend. Es waere erforderlich ueberhaupt im diplomatischen Dienst eine positivere Haltung gegenüber den religioesen Werten des Judentums einzunehmen. Besonders sollten israelische Vertreter im Auslande, und israelische Persoenlichkeiten, die das Ausland besuchen, davon absehen sich kritisch oder abfaellig über religioese Belange zu aeussern. DIE BEWEGUNG DES TORAH JUDENTUMS Haaretz widmet sei n e n Leitartikel der Gruendungstagung dieser neuen religioesen Organisation, die eine breite Unterstützung auch in religioesen Kreisen verdiene. Die Bildung der Bewegung des Torah-Judentums beweise, dass man auch in religioesen Gruppen über die Entwicklung der Lage, und über die Sackgasse, in der sich die religioesen Bewegungen gegenwaertig befinden, besorgt ist. Es sei jetzt anerkannt worden, dass auch innerhalb des religioesen Lagers Platz fürmehrere Gruppen oder Stroemungen vorhanden ist, ohne dass die Anhaenger solcher Gruppen deshalb gegen die Grundregeln der jüdischen Religion verstossen. Auf jeden Fall sei die Bildung der neuen religioesen Bewegung zu billigen und zu begrüssen. Hazofe dagegen weist die Kritiken und Beanstandungen, die gegenueber den bestehenden religioesen Verbaenden vorgebracht wurden, zurück. Gewisse Aenderungen seien vielleicht zu empfehlen, aber diese koennten im Rahmen der bestehenden religioesen Organisationen vorgenommen werden, ohne dass die Notwendigkeit entsteht neue religioese Bewegungen zu etablieren. Die Zeitung glaubt zugleich, dass keine wesentlichen Differenzen zwischen den jetzigen religioesen Gruppen und der neügebildeten Bewegung bestehen. Viel kritischer aeussert sich ‘Schaarim’ und bringt dieMei nung zum Ausdruck, dass die Gründer der Bewegung des Tor ah-Judentums, bewusst auf Irrwegen sind. Sie wussten, dass ihre Aktion m erster Linie einen Schlag für die schon bestehenden religioesen Organisationen bedeuten koennte, aber das haette sie von ihrer Entschlossenheit sich zu gruppieren nicht abgehalten. Andererseits stehe jedoch fest, dass keine wirkliche Einheit innerhalb der neugebildeten Bewegung besteht, und diese wahrscheinlich vor einer Aufsplitterung steht.