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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-09-01 · 9 (Septiembre, 1965) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
9 (Septiembre, 1965)
Date
1965-09-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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SEPTIEMBRE 1965 BOLETIN INFORMATIVO 15 5. KNESSETH BEENDET Haaretz weist darauf hin parlamentarischen Arbeit dass die Füufte Knesseth hinterlässt und wie weniges zum Schluss ihrer Amtspedieser Partei gelungen ist riode viele Schatten aufwies, für die Interessen des religiödie nur auf die bevorstehensen Judentums .emzuschreiden Wahlen, nicht aber auf ten. Dagegen hat die Aguden Wunsch fruchtbare Ardath Jisrael ihre Aufgabe als beit zu leisten, zurückzu- Verteidigerin dieser Interesfuhren sind. Die Zeitung sen “voll und ganz erfüllt” stellt fest, dass man Schau- und alles getan, was in ihren gesetze durchgebracht hat, Kraeften steht, um diesen nur weil einige Parteien un- Interessen zu dienen. Auch ter allen Umständen .vor den das Auftreten ihrer Reprae- Wahlen darauf hinweisen sentanten von der Bühne der wollten, es sei ihnen gelun- Knesseth verfehlte auch seigen, wenigstens in erster Lenen Eindruck in keinem einsung ein ihnen entsprechenzigen Falle.' des Gesetz durchzubringen. So geschah es im Falle des Lamerchaw lobt die Rolle, Anatomie- und Pathologiewelche die (Partei Achduth Gesetzes, im Falle des Ver- Haawodah-Poale Zion in der leumdungsgesetzes und auch Fünften Knesseth gespielt des Gesetzes zur Verschönehat und sieht sie als ausserrung der Häuserfassaden, ordentlich positiv an. Die alles Gesetzesvorschläge, die Zeitung gibt als Beweis für schnell durchgepeitscht wurdiese lobenswerte Tätigkeit den, ohne dass ihrer Formuihrer eigenen Partei die Gelierung die notwendige Aufsetze auf den Gebieten des merksamkeit geschenkt wor- Arbeitswesens und der Soden waere. zialversichebung an, iwelche „ . durch die Achduth Haawo- Hamodia betont, in welch d a h vorgeschlagen und ausdrücklichem Masse die durchgebracht worden sind. Religiös-Nationale Partei ei- Auch auf fiskalischem Gene “völlige Leere” in ihrer biete sorgte die Partei, nach DIE RECHOWOTH - KONFERENZ Dawar weist darauf hin, die Wissenschaft bei der dass das wichtigste Problem Erschliessung von rückstaenunserer Zeit die Frage der digen Gebieten spielen kann. Unterstützung für die rück- Es sei zu hoffen, dass die staendigen Laender ist, dadritte Konferenz von Rechomit diese auf dasselbe Entwoth die Erfolge der beiden Wicklungsniveau als fortvorherigen Tagungen noch schrittliche Staaten gelangen verstaerken wird, können. Dieses Problem, das bei der dritten Rechowoth- Cheruth betont, dass die Konferenz besprochen wird, Augen der ganzen Welt heute wird zweifelsohne die Welt nach Jerusalem gerichtet auch noch für laengere Zeit werden, wo ein neues Kapibeschaeftigen. tel im Kampf der Mensch- Die Zeitung weist auf die heit gegen Rückstaendigkeit einzigartige Stellung Israels und Armut anlaeuft. Die Zeihin, Israel ist zugleich ein tung unterstreicht mit Stolz unterentwickeltes Land, das die Errungenschaften Israels noch eine Entwicklungshilfe auf diesem Gebiet und erbraucht und erhaelt. Zugleich klaert sich überzeugt, dass aber auch hat Israel in sei- Israel auch bei dem jetzt zur ner Entwicklung schon genü- Debatte stehenden Thema, gend Fortschritte gemacht, monetarische und fiskalische um selber anderen unterent- Probleme in Entwicklungswickelten Laendern eine Hillaendern, den Konferenzfe zukommen zu lassen. Des- Teilnehmern wichtige Erfahhalb kann Israel sich als eine rungen mitzuteilen haben Brücke zwischen den fortwird, schrittlichen und den unterentwickelten Staaten be- Hazofeh ist der Ansicht, trachten. dass Fortschritt und Entwicklung in den neuen Haaretz begrüsst die Teil- Staaten nur möglich sind, nehmer an der Konferenz wenn drei entscheidende Grevon Rechowoth und drückt mien hierbei zusammen ardie Hoffnung aus, dass die beiten, d. s. die Staatsmaendort geführten Beratungen ner, die Administratoren und dazu beitragen werden, dass die Wissenschaftler. Es seien die Unterschiede im Entwick- Vertreter dieser drei Gruplungsgrad, die jetzt noch pen die sich jetzt zur dritten zwischen den fortschritt- Rechowoth-Konferenz eingelichen und den rückstaendifunden haben. So sei die Vorgen Laendern bestehen, weiaussetzung geschaffen, um ter verringert werden köndie Tagung zu einem Erfolg nen. Israel könne bei den zu gestalten, der allen rückdiesbezüglichen Bemühungen staendigen und unterentwikeine wichtige Rolle spielen, kelten Laendern zugute kom- Wir haben gewaltige und men kann, wichtige Erfahrungen bezüglich aller Probleme, die mit Al Hamischmar weist darder Erteilung von Entwickauf hin, dass Israel jetzt, lungshilfe verbunden sind, durch die Rechowoth-Konfe- und kennen sowohl ihre porenz, zum dritten Mal zum sitiven als auch ihre nega- Treffpunkt für die'” dritte tiven Auswirkungen. Auch Welt, die Welt der neuen unauf dem Gebiet der Hilfe an abhaengigen Staaten geworunterentwickelte Laender hat den ist. Dieser Tatsache kae- Israel eine Erfahrung erworme auch eine betraechtliche ben, die anderen hilfsbereiten politische Bedeutung zu. Is- Staaten als Beispiel dienen rael könne bei dieser Tagung könnte. den Vertretern der neuen, ja auch alter Staaten viel zei- Lamerchaw erklaert sich gen und lehren, zugleich aber überzeugt, dass Israel auf biete sich auch für Israel dem Gebiet der Hilfe an uneine Gelegenheit von den Erterentwickelte Laender etwas fahrungen der anderen Laenvorzuschlagen und zu zeigen der, deren Vertreter an der hat. Die Zeitung weist beson- Rechowoth-Konferenz teilders auf die Rolle hin, die nehmen, viel zu lernen. Meinung ihres eigenen Blattes, für eine gerechte Verteilung der Nationaleinnahmen und hat daher in dieser Kness/etperiode frucihbatfe Arbeit geleistet. Hazofe beurteilt letztlich die Arbeit und die Amtszeit der 5. Knesseth als positiv, trotz all der Erschütterungen, die sie mitmachte, besonders in der letzten Zeit, da die Mapai in Spaltung geriet. Die Zeitung weist mit Stolz darauf hin, dass die Koalition auch in den schwersten Zeiten des Ringens fest geblieben sei und sieht darin eine ausserordentlich positive Entwicklung. | Dawar stellt ebenfalls fest, die Bilanz, die man nun, zum Ende der Beratungen der 5. Knesseth ziehen kann, seiun bedingt als positiv zu bezeichnen. Nun aber werde der Kampf, der sonst innerhalb des Parlamentes ¡zwischen den einzelnen politischen Gruppen des Landes ausgetragen werde, nach aussen verlegt, da wir ja vor den Wahlen stehen und die übliche Campagne jeder einzelnen Partei dabei ist, zu beginnen. Al Hamischmar lobt die Funktion der Opposition im Parlament, die diesmal, gerade in den letzten Wochen auch in unserer Knesseth in so klarem Masse zum Ausdruck gekommen ist, , wie eigentlich noch, niemals zuvor. Die Zeitung weist darauf hin dass das Schabbathgesetz und das Anatomiegesetz, und andere Dinge, die man letzthin beraten hatte die Stärke der Opposition bewiesen und dadurch der wirkliche Charakter der israelischen Demokratie in positivster Form zum Ausdruck gekommen sei. Cheruth geht hauptsaechlich auf das Gesetz zum 'Schutz gegen Verleumdung ein und erklärt, es handele sich bei diesem Gesetz um eine völlig ündemokratische Verordnung die nur das eine Ziel verfolge, das eigentlich jeder Demokratie, jedem freiheitlichen Staatswesen fremd sein müsste, nämlich die Einschränkung der Pressefreiheit. Die Zeitung gibt dem ausserordentlichen Bedauern aller freiheitlich gesinnten Kreise des Landes darüber Ausdruck, dass das Gesetz angenommen werden konnte. Haboker äussert sich in sehr ähnlichem Sinne und wendet sich ebenfalls in aller Schärfe gegen dieses Gesetz, das unzweifelhaft gegen die Grundlagen der wahren Demokratie verstösst. Die Zeitung aber weist auch sehr eindeutig darauf hin, dass bei dieser Abstimmung gerade die “Liste der Arbeiter Israels” von David Ben Gurion und die Unabhängige Liberale Partei die Möglichkeit gehabthätten, zu beweisen, dass sie für die demokratische Freiheit eintreten. Dass gerade diese beiden Parteien den Saal verlassen hatten, als man über dieses Gesetz abstimmte, kann nur als grosse Enttäuschung gewertet werden. Kol Haam wendet sich ebenfalls in aller Schärfe gegen das Gesetz zum Schutze gegen Verleumdung und bezeichnet die nun angenommene Formulierung als einen grossen Verstoss gegen die demokratischen Freiheiten im Lande. El AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL—PRESSE Regierungskoalition: DA VAR, Histadruth, pro-Mapai; JERUSALEM POST, unabhaengig, pro-Mapai; LAMERCHAW Achtuth-Awoda: HAZOFE, National-Religioes. Opposition: CHERUTH, Revisionisten: HAAREZ, unabhaengig, pro-Liberal: HABOKER, Liberal; AL HAMISCH¬ MAR, Mapam; KOL HAAM, Kommunisten. ARTHUR GOLDBERG US-VERTRETER IN DER UNO Dawar erklaert Praesident Johnson könne für diese Ernennung allgemeine Anerkennung erwarten und diese wird die Vorbehalte in den Hintergrund draengen, die einige Zeitungen in den USA aus Furcht von der Reaktion der Araber aeusserten. Die Eignung Goldbergs für den Posten ist über jeden Zwei fei erhaben, und wer Bedenken gegen Goldbergs Berufung aus Furcht von den Arabern hegt, der unterstützt indirekt Argumente, die entschieden abzulehnen sind. Die Ernennung Goldbergs verleiht dem Amte, das er bekleidet, nicht nur mehr Bedeutung, sondern durch diese Nachfolge wird die liberale Tradition bewahrt, die Adlai Stevenson in der Vergangenheit verkörperte. Jerusalem Post ist der Meinung, dass Praesident Johnson mit der Ernennung Goldbergs eine sehr vernünftige Entscheidung traf. Seine Berufung kann eine Quelle der Ermutigung für die Juden der USA und für Israel zugleich sein. Das Blatt erwaehnt das positive Verhalten Goldbergs gegenüber Israel in der Vergangenheit und hofft, dass Goldberg auch nach der Berufung auf diesen so wichtigen Posten bei seiner bisherigen Einstellung bleiben wird. Hamodia zeigt dagegen weniger Optimismus hinsichtlich der Ernennung Goldbergs. Das Blatt fürchtet, dass die Berufung eines Ju den auf einen solchen Posten Anlass zu Angriffen auf Juden geben und den Feinden der Juden Material Zuspielen könnte. Shearim ist der Ansicht, dass Praesident Johnson sehr richtig getan hat, als er den bisherigen Oberrichter. Arthur Goldberg zum Chefdelegierten der Vereinigten Staaten in der UNO waehlte, Goldberg ist die richtige Persönlichkeit für diesen Posten, meint das Blatt. Er wird für den Weltfrieden ebenso eintreten, wie das sein Vorgaenger in so effektiver Weise getan hatte. Obwohl die Araber sich gegen die Ernennung des Juden Goldberg gewandt hatten, wird Goldberg seine Pflichten erstklassig weiter erfüllen und auch, wie bisher ein echter Freund Israels bleiben, ohne deshalb in seiner Linie in irgendeiner Form auch nur schwankend zu werden. "NEUE WENDUNG" FUER DIE JUDEN DER SOWJETUNION Haaretz analysiert die Meldungen aus Moskau, welche davon sprechen, die Sowjetbehörden hätten eine neue politische Linie den Juden ihres Landes gegenüber eingeschlagen, eine Linie nämlich, die den Juden weit mehr Rechte einräumt als sie bisher gehabt hatten. Die Zeitung kommt zu dem Schluss, dass er garnicht so sehr um die Tatsachen als solche geht, sondern viel mehr wohl darum, dass die Sowjetbehörden vielleicht die Lehre erfasst haben, weche ihnen durch die öffentliche Meinung der Welt in der Frage der Behandlung der Juden in Russland erteilt worden ist. Die Weltmeinung hat heute. Einfluss auf das Geschehen in den Ländern, gerade in solchen Aspekten.. Dennoch muss man die Nachrichten . aus Moskau, die von Erleichterungen der Lage der jüdischen Minderheit als solcher d. h. als nationale Minderheit eben, — denn in diesem Aspekt nur wurde sie diskriminiert und nicht der einzelne Jude — sprechen, genauestens prüfen und ihren Wahrheitsgehalt feststellend, da hier.vieles übertrieben und falsch wiedergegeben sein kann und daher, da ja eine offizielle Aeusserung aus Moskau bisher nicht vorliegt, noch keineswegs sicher erscheint, dass die Dinge so gestaltet sind, wie sie aus den jetzt veröffentlichten i Meldungen hervorgehen. Dawar bezeichnet die Versprechungen der Moskauer Regiei zng, die dem Oberrabbiner Lewin gegeben wurden, als sehr bescheiden. In ihrem Wesen weisen sie mehr auf die Strenge der B>eschraenkungen als auf die Erleichterungen hin, die gewährt werden sollen. Wenn diese Versprechungen wirklich zu Erleichterungen führen werden, so ist dies zu begrüssen, und auch die Regierung der Sowjetunion kann mit diesem Schritt zufrieden sein. Wir können nur hoffen, dass diese Versprechungen in die Tat umgesetzt werden,;und dass sie die Einleitung zu weiteren Schritten zur Lösung der komplizierten Probleme der Juden der Sowjetunion darstellen. Dawar weist dann auf das Aufreten , von drei Rabbinern aus den USA in der Moskauer Synagoge hin. Dieses Auftreten ist als positive Erscheinung gebührend zu würdigen. Es ist das Ergebnis des Protestes und der Mahnungen aus aller Welt, wobei ¡Männer des Fortschritts und des Geistes lebhaften Anteil nahmen.

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