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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-08-01 · 8 (Agosto, 1965) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
8 (Agosto, 1965)
Date
1965-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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AGOSTO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 3 SERVICIO RELIGIOSO August Aw Sonnabend. 21. 23. Sidra: Ekew - Neumondsweihe 5. Buch Moses: 7.12 - 11,25 Jesaias: 49,14 - 51,3 Sonnabend, 28. 30. Sidra: Ree - 1. Tag Rosch Chodesch 5. Buch Moses: 11,26 - 16,17 4. Buch Moses: 28,9-15 Jesaias; 66.1 - 24. Elul Sonntag, 29. 1. 2. Tag Rosch' Chodesch September Sonnabend, 4. 7. Sidra: Schoftim 5. Buch Moses: 16,18 — 21,9 Jesaias: 51,12 - 52,12 Sonnabend, 11. 14. Sidra: Kiteze 5. Buch Moses: 21.10 —- 25,19 Jesaias: 54,1 — 10 Sonnabend, 18. 21. Sidra: Kitavo 5. Buch Moses: 26,1 - 29.8 Jesaias: 60,1 - 22 Sonntag, 19. 22. 1. Tag Selichot Sonnabend, 25. 28. Sidra: Nizawim 5. Buch Moses: 29,9 — 30,20 Jesaias: 61.10 --63,9 MORGENGOTTESDIENSTE Sonn, und staatl. Feiertage 8.00 Uhr Wochentags 7.30 Uhr Schabbat Puenktlich 9 Uhr Ausheben 9.45 Uhr 1. Tag Selichot (19. Sept.) 7.45 Uhr ABENDGOTTESDIENSTE Wochentags, alltaeglich Freitag, 20. August Freitag, 27. August Freitag, 3. September Freitag. 10. September Freitag, 17. September Freitag, 24. September Schabbat 21.8 28.8 19.30 Uhr 18.15 Uhr 18.15 Uhr 18.15. Uhr 18.15 Uhr 18.30 Uhr 18.30 Uhr 4.9 11.9 18.9 25.9 Mincha 18.15 18.15 18.15 18.15 18.30 18.30 Ausgang 18.49 18.54 18.59 19.04 19.09 19.14 Nach dem Schabbat-Morgengottesdienst Lehrvortraege unserer Herren Rabbiner. Desgleichen zwischen Mincha und Maariv. Am Freitag, den 10. September, findet im Rahmen eines 2. Abend-Gottesdienstes um 19.30 Uhr eine Bath-Mitzwa-Feier statt. Friedhof Der Friedhof ist am Sonntag, den 29. August geschlossen. Fuer die herzliche Anteilnahme beim Hinscheiden meines treuen Ehegefaehrten KARL BLOCK R. sage ich hiermit allen Freunden und Bekannten, insbesondere Herrn Rabbiner Egon Loewenstein meinen herzlichsten Dank. ROSE BLOCK geb. LIEBMANN MAX BLOCK (Petershagen) — EDITH BLOCK (U.S.A.) Allen denen, die uns beim Hinseh,eiden unserer geliebten Mutter, Schwiegermutter und GrosSlnutter FRIDA MEIBERGEN S. so mitfuehlend zur Seite standen, sagen wir hiermit unseren aufrichtigen Dank. CARLA M. de BRASCH RUDI MEIBERGEN und FAMILIE JUERGEN und DORA MEIBERGEN Santiago, Juli 1365 VORTRAG HARDI SWARSENSKY Am Dienstag, den 27. Juli, sprach Herr Dr. Hardi Swarsensky, Herausgeber der “Semana Israelita” von Buenos Aires, der in Mission der “Central” die Gemeinde besuchte, vor einem recht zahlreich erschienenen Publikum ueber das Thema “Aktuelle Tagesfragen”. Nachdem Herr Dr. Benno Kiwi ihn im Namen der “B'ne Jisroel” begruesst hatte, ergriff der Redner des Abends fuer sein mehr als einstuendiges Referat das Wort, in dessen Verlauf er es verstand, das Interesse seiner Zuhoerer staendig zu fesseln. Er begann mit einer zwiefachen Warnung: die eine vor der Gefahr, aktuelle Fragen losgeloest aus ihren geschichtlichen Zusammenhaengen zu betrachten und somit nur “an der Oberflaeche zu plaetschern”, die andere vor der verzerrten Pers p e k t ive, die Welt ausschliesslich aus dem Blickwinkel des europaeischen — oder gar deutschen— Kulturkreises zu sehen. Es gibt im Orient Kulturen von grosser Vitalitaet, von denen wir nichts oder nur sehr wenig wussten und wissen, und die wir erst durch den Zusammenprall, den die Annullierung der Distanzen mit sich DR. HARDI SWARSENSKY “Unsere Kraft ruht in uns selbst.” bringt, etwas erfahren. Nach Ansicht des Referenten werden sich die Machtverhaeltnisse der modernen Welt, vorausgesetzt dass die politischen Tendenzen, die heute vorherrschen, in der gleichen Richtung weiterwirken, zugunsten dieser oestlichen Zivilisationen und zuungunsten der europaeisch-nordamerikanisehen Vorherrschaft verschieben, und zwar rascher, als sich dies die meisten Menschen vorstellen. Denn wie rasch hat sich nicht das politische Bild der Welt in den letzten 20 Jahren geaendert! Der Zusammenbruch des 3. Reichs und die Aufloesung des Britischen Imperiums in der Nachkriegszeit sind nur zwei Beispiele vom Verschwinden von Maechten, die noch in unserer Generation in Begriffen von Weltherrschaft gemessen wurden. Ebenso ist die wachsende Bedeutung der jungen Staaten von Asien, Afrika und Lateinamerika ein Phaenomen, welches das Bild unserer heutigen Welt in steigendem Maasse beeinflusst. Unsere Position als Juden in diesem Lateinamerika diente dem Referenten erneut als Musterbeispiel, um die Notwendigkeit, aktuelle Tagesfragen in ihren historischen Zusammenhaengen zu analysieren, den Zuhoerern vor Augen zu fuehren. So sprach er ueber die Geschichte der Juden auf diesem Kontinent, die sogenannten Marannen, die Inquisition und die Entwicklung des Verhaeltnisses zur Kirche. Seine Betrachtungen zu diesem Thema gipfelten in der Charakterisierung des inneren Zwiespalts, der viele Juden als Individuen heim sucht, insofern sie als solche in ihrer Mehrzahl zu den besitzenden Schichten gehoeren, innerlich aber —in ihrer juedisch —sozialen Einstellung— sich aus Gruenden (Fortsetzung Seite 25) VORTRAG HEINZ FLUEGEL Am 2. August sprach im Rahmen der Kulturveranstaltungen der Gemeinde, vor ausserordentlich zahlreich erschienenem Publikum. .Herr Heinz Fluegel, Leiter der Evangelischen Akademie Tutzingen, ueber das Thema: “Glaubensgespraech zwischen Juden und Christen”. Nach einleitenden Worten des V i z epraesidenten der “B’ne Jisroel” und Vorsitzenden der Kultur-Kommision, Herrn Dr. Benno Kiwi, der die Persoenlichkeit des Vortragenden wuerdigte, und dem Goethe-Institut, in dessen Auftrag Herr Fluegel Latein-Amerika besucht, dafuer dankte, dass es diesen Vortrag ermoeglicht habe, ergriff der Redner de* Abends das Wort. Er betonte, das es sich bei einem Glaubensgespraech zwischen Juden und Christen nicht so sehr um eine Diskussion zwischen Kirche und Synagoge, also zwischen Institutionen, sondern vielmehr um einen Dialog im Sinne Martin Bubers zwischen glaeubigen Christen und glaeubigen Juden handeln wuerde. Die Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte hat im Verhaeltnis beider Religionen zueinander, Religionen die von Urbeginn an unloesbar existentiell aufeinander bezogen sind, Neuformulierungen gebracht, deren Tragweite noch nicht abzusehen ist. Die Haltung des Christentums — ebenso der katholischen Kirche wie der Protestanten — dem Judentum gegenueber ist heute nicht mehr eine missionarische, sondern in erster Linie eine oekumenische. Von dieser Warte aus, ist ein Glaubensgespraech mehr denn je unerlaesslich, ein Glaubensgespraech, dass ebenso das Gemeinsame, wie auch das Unterschiedliche beider Religionen wuerdigt und anerkennt. Unmittelbar darauf bezog sich der Referent eingehend HEINZ FLUEGEL ‘Kein missionarisches, sondern ein oekumenisches Gespraech...”. auf den Volks-Charakter des Judentums, der immer wieder betont und hervorgehoben wurde, in Gegensatz zum individualistischen, ja beinahe romantischen Charakter des Christentums, dessen Essenz die individuelle Erloesung und Wiedergeburt durch die Gnade darstellt. Wenn man mit einer gewissen Berechtigung s agen koenne, dass die Entchristianisierung des Christentums, einer Religion, deren Stifter immer wieder betont habe “Mein Reich ist nicht von dieser Welt” mit dem Entstehen der Staatsreligionen, also dem Christentum als diesseitigem Faktor begonnen habe, so koenne dies noch viel mehr von den Stroemungen des Judentums behauptet werden, die versuchten und versuchen die juedische Religion ihres Volkscharakters zu entkleiden und ln eine reine Konfession zu verwandeln. Es sei unter diesem Gesichtswinkel auch, dass man das Entstehen des Staates Israels betrachten muesse, eines Staates von dem Ben Gurion erklaert hat. dass er ein Werkzeug zur Erreichung der messianlschen Verheissung sei. Israel ist fuer Juden wie fuer Christen ein ernstes und schweres theolo gisches Problem. Nach eingehender Wuerdigung der geistigen Situation Israels und der Spannungen zwischen den Forderungen der Lehre und den Notwendigkeiten eines modernen, demokratischen Staatswesens, formulierte der Redner nocn einmal die grundlegende Differenz zwischen juae»x und Christen. Der in das Volks Gottes eingeborene — nach Franz Rosenzweig, eingebettete — Jude steht Auge in Auge mit Gott, waehrend der Christ, um der Erloesung teilhaft zu werden, der Taufe, der Wiedergeburt bedarf, getreu den Worten Jesu. “Niemand komme zum Vater, denn durch mich”. Alsdann 'bezog sich Rer., Fluegel auf die historische Person Jesu und wies darauf hin, dass grosse juedische Theologen und Historiker, wie Josef Klausner und Martin Buber, immer mehr den historischen Jesus in die Geschichte des juedischen Volkes einbeziehen. Er zitierte in diesem Zusammenhang die Worte Martin Buber§, dass ihm Jesus immer wie ein grosser Bruder erscheine, und dass ihn die Tatsache, dass das Christentum diesen Jesus zu seinem Gott und Erloeser auserkoren, stets mit tiefem Ernst und Er furcht erfuellt habe. Nach eingehender Analyse der Zukunftsaussichten des oekumenischen Gesioraeches zwischen Juden und Christen endete Herr Fluegel mit der Hoffnung, dass die Verbindenden Elemente mehr und mehr, gegenueber den trennenden, in der Vordergrund treten moegen getreu dem Bibelwort: “Liebe Deinen Naechsten, denn er ist wie Du“. Langanhaltender Beif a i i dankte dem Redner fuer seine tiefschuerfenden Auszehrungen, die, wie Herr Dr. Kiwi in seinem Schluss wort hervorhob, von Verstaendnis und Gespraechsbereitschaft Zeugnis ablegen, einer Gespraechsbereitschaft die Wegbereiter zum gemeinsamen Ziel des gegenseitigen Verstehens ist.

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