Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-08-01 · 8 (Agosto, 1965) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
8 (Agosto, 1965)
Date
1965-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8553624-8559342-9194662--4573-8559513
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

BOLETIN INFORMATIVO REDACCION: S.C.I. B'NE JISROEt AV. PORTUGAL 910 CASILLA 2487 SANTIAGO CHILE AÑO XXVII — N- 8 SANTIAGO DE CHILE AGOSTO 1965 « MOSCHE SCHARETT Mosche Scharett, President der Exekutive der Jewish Agency, ehemaliger Chef der Regierung Israels und Aussenminister, Deputierter seit Bestehen der Knesset, Leiter der Politischen Abteilung der Jewish Agency in der Zeit des britischen Mandats, einer der aktivsten Führer des Jischuw Israels und der israelischen Arbeiterpartei, ist im Alter von 71 Jahren einem langen Leiden erlegen. Mosche Scharett besass eine hervorragende jüdische und Allgemeinbildung. Er war Ehrenbürger von Jerusalem und Tel Aviv und Ehrendoktor der Universitaet Tel Aviv, des Juedischen Theologischen Seminars von Amerika und des Dropsle College von Philadelphia. Bewundert von aiien, genoss er besondere Achtung in Israel und unter dem jüdischen Volk in der ganzen Welt. Er ist Verfasser zweier Bücher: “Besaar Haumöt’1 (An der Schwelle der Nationen) und “Mischot Beasia” (Quer durch Asien). Er veroeffentlichte auch einen Band mit Uebersetzungen von Gedichten. Hunderte von Artikeln aus seiner Feder erschienen sowohl im “Dawar” wie in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, in vielen Sprachen. Er sprach und schrieb hebraeisch, jiddisch, arabisch, englisch franzoesisch deutsch, russisch und türkisch. Mosche Scharett (sein Namen war bis Maerz 1949 Schertok) wurde am 15. Oktober 1894 in Kerschon in der Ukraine geboren. Er war 12 Jahre alt, als sein Vater, Jakob Schertok, einer der •” linder der' zionistischen Bewegung der Bilu, mit seiner Familie nach Palaestina auswanderte, Jakob Schertok war ein aktiver Zionist, Schriftsteller und Journalist und gehoerte auch zu den Gründern des telaviver Stadtteils “Achuzat Bait”. Bei ihrer Ankunft in Palaestina liess sich die Familie Schertok in einem abgelagenen arabischen Dorf in den Bergen von Ephraim an der Strasse von Jerusalem nach Nablus nieder, wo Mosche das Arabische erlernte und das Leben der arabischen Bauern sah. Zwei Jahre spaeter zog die Familie nach Jaffa, und Mosche war einer der ersten Schüler des Herziia-Gymnasiums, die erste juedische Schule, in der in hebrasische- Sprache Unterricht erteilt wurde. Spaetcr studierte er Jura an der Universitaet von Konstantinopei, aber er gab sein Studium auf, als der Erste Weltkrieg ausbrach, um in das türkische Heer einzutreten. Dank seiner Sprachkenntnisse wurde er Dolmetscher eines deutschen Kommandanten der türkischen Armee. Nach seiner Rückkehr nach Palaestina wurde er zum Sekretaer der Abteilung für Boeden und arabische Fragen des Vaad Haazirim (Vorlaeufer der Zionistischen Exekutive) ernannt und trat der Achdut - Awoda - Bewegung bei. Waehrend seines Aufenthaltes in London arbeitete er in der Poale— Zion-Bewegung, die er auf der Konferenz der englischen Arbeiterpartei repraesentierte. Im Jahre 1922 verheiratetete er sich mit Zipora Meirow. JOURNALIST UND POLITIKER Als Scharett im Jahre 1925 wieder nach Palaestina zurückkehrte, wurde er in die Redaktion der Zeitung “Dawar” berufen, und von 1929 bis 1931 gab er die englische Beilage dieses Blattes heraus. Damals entwickelte er eine fruchtbare journalistische Taetigkeit und schrieb sowohl für “Dawar” wie fuer “Kontreis” unter dem Pseudonym M. Ben Kedem oder M. Karow-Rajok. Im Jahre 1931 wurde Mosche Scharett das Ami: des Sekretaers der Politischen Abteilung uer Jewish Agency übertragen, und nach der Ermordung von Chaim Arlosoroff im Jahre 1933 wurde er vom XVIII. Zionistenkongress zum Chef dieser Abteilung ernannt. In dieser Eigenschaft lag es ihm ob, die Politik der Zionistischen Organisation auszuarbeiten und zu gleicher Zeit den taeglichen Kampf mit den britischen Mandatsbehoerden über die mit der Einwanderung und Sicherheit zusammenhängenden Probleme zu leiten, sowie über die vitalen Interessen der zionistischen Bewegung und der jüdischen Bevoelkerung im Lande zu wachen. Er war Chef der Sicherheits-Kommission der jüdischen Einwohnerschaft, auf der die Verantwortung für die Taetigkeit der Hagana lastete. Waehrend der arabischen Unruhen in den Jahren zwischen 1936 und 1939 war es Scharett. der die Idee hatte, eine jüdische Miliz aufzustellen, die der Polizei bei der Aufrechterhaltung der Ordnung helfen sollte. Im Zweiten Weltkrieg stand er an der Spitze der Bewegung der palaestinensischen Juden für den Eintritt in die englische Armee, die zur Bildung der Jüdischen Brigade führte. Nach dem Kriege, als der bittere Kampf mit den britischen Mandats-Behoerden entbrannte und die “illegale” Einwanderung stattfand, wurde Scharett mit anderen Mitgliedern der Jewish Agency am “Schwarzen Schabbat” (29. Juni 1946) verhaftet und nach Latrun geschickt, um erst vier Monate spaeter, zusammen mit den anderen, befreit zu werden. ERSTER AUSSENMINISTER Mosche Scharett spielte eine entscheidende Rolle im Kampf um die Unabhaengigkeit als Repraesentant der zionistischen Bewegung und des jüdischen Volkes vor dem Sondercomite der Ver einten Nationen für Palaestina und auch in der UN- Versammiung sowie bei den langwierigen Verhandlungen über die Grenzen des neuen jüdischen Staates, die zum Teilungsbeschluss vom 29. November 1947 führten. Als am 14. Mai 1948 der Staat gegründet wurde, war Mosche Scharett einer der Unterzeichner der Unabhaengigkeitsurkunde. In seiner Eigenschaft als erster Aussenminister legte er die Fundamente des diplomatischen Dienstes und nahm die ersten freundschaftlichen Beziehungen zwischen seiner Regierung und Dutzenden von Laendern in allen fünf Kontinenten auf. Unter seiner politischen Aegide kam es auch zur Unterzeichnung der Waffenstillstaende, zur Erklaerung Jerusalems als Hauptstadt des jungen Staates und zu einer Beschleunigung der Einwanderung von Flüchtlingen. Sein Verdienst ist es Israel den Weg unter den Voalkern Asiens und Afrikas gebahnt zu haben. EIN PFEILER DES ZIONISMUS Scharett war von 1948 bis 1951 Aussenminister. Als David Ben Gurion am 6. Dezember 1953 sein Amt als Regierungschef niederlegte, übernahm Scharett diese Pflichten ausser dem Portefeuille für aeussere Angelegenheiten. Nach den Wah len zur dritten Knesset und der Rückkehr Ben Gurions °is Ministerpraesident im November 1955, wurde Scharett wieder das Aussenministerium anvertraut, an dessen Spitze er bis Juni 1956 verblieb, als er von diesem Amt zurücktrat. Hiernach setzte er seine oeffentliche und zionistische Taetigkeit fort; er war Direktor des Verlages “Am Oved”, Praesident des Direktoriums von “Bet Beri”, Mitglied der Leitung der Sozialistischen Internationale und Botschafter guten Willens des Staates Israel und der zionistischen Arbeiterbewegung. (Fortsetzung Seite 18) MOSCHE SCHARETT (z. 1.) DER HD EH EP UN KT SEINES LEBENS 11. Mai 1949-Aufnahme Israels in die Aussenminister Scharett war anderthalb Stunden vor Beginn dieser Sitzung eingetroffen und hatte sich sofort ins New-Yorker Israel Konsulat begeben, nachdem er dem Ansturm der Reporter auf dem Flugplatz mit der Antwort abgewehrt hatte: “Ob es klappen wird? Keine Ahnung. Und was ich tun werde, wenn es wieder nicht klappen wird? Nun, hierzulande ist immer reichlich Arbeit fuer mich”. Scharett nimmt einen Imbiss und vertauscht seinen Reiseanzug mit einem dunklen, der Bedeutung der Stunde angemessenen. Dann faehrt er nach Flushing Meadow und nimmt, im Sitzungssaal an der Seitenwand lauf einem der fuer distinguierte Besucher reservierten Sitze Platz. Die Verhandlungen sind schon im Gange, als er eintritt; Beifall kommt von den Zuhoerer-ßeihen, in denen sich nicht wenige Palaestinenser und amerikanische Zionisten befinden; Dr. Evatt, der Praesident, und Scharett winken gemeinsam ab. Herbert Evatt hat keinen Zweifel daran, dass dies die letzte Verhandlung lieber Israels Aufnahme-Antrag i,sein wird. Eigentlich sollte das Plenum am 11. Mai zuerst ueber die Spanien- Frage debattieren; aber 'Evatt hatte nicht nur die Umstellung der Tagesordnung erwirkt, sondern den Arabern unter der Hand mit solchem Erfolg zugeredet, dass sie ihren Plan weiterer ewig langer Obstruktionsreden achselzuckend aufgeben und ihre Anmeldungen aus der Rednerliste zurueckziehen. Am Abend ist es endlich soweit. Dr. Evatt laesst abßtimmen, mit Ja, Nein oder mit “Abptenxion”. Die 12 Nein-Sager sind die sieben arabischen Staaten zuzueglich Afghanistan, Burma, Abessinien, Indien und des Iran. Die Araber setzen sich nicht wieder, jeder von ihnen verlaesst den Saal, nachdem er sein “No” gesprochen hat, (Fortsetzung Seite 18)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.