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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-05-01 · 5 (Mayo, 1965) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
5 (Mayo, 1965)
Date
1965-05-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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MAYO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 19 DER SKANDAL UM GLOBKE MOMENT MAL; WIRD DA ETWA GELACHT? von Hasso Ziegler “Moment mal, wird da etwa gelacht? Ich möchte mir doch wirklich aeusserste Ruhe ausbitten...!”. Die Stimme des Vorsitzenden im Düsseldorfer Treblinka-Prozess klang gereizt. Unwillig blickte er hinüoer zu den Zuschauerbaenken im dichtbesetzten Schwurgerichtssaal. Eine Antwort auf seine Frage ward ihm zwar nicht zuteil, doch seine unmissverstaendliche Mahnung genügte vollauf, um augenblicklich das spontane und .unerwünschte Gelaechter verstummen zu lassen. Die gerügten Lacher rutschten tiefer in ihre Baenke, machten sich klein, suchten Dekkung hinter den Rücken ihrer Vordermaenner, bemühten sich geflissentlich, wieder ernste Mienen zur Schau zu stellen. Mit der Würde eines deutschen Gerichts, so wussten sie, liess sich nicht spassen. Auch war der Prozessgegenstand — das war ihnen ebenfall klar — eigentlich verdammt zu blutig, verdammt zu ernst, um selbst das harmloseste Laecheln rechtfertigen zu können. Aber dennoch... Und weiter ging die Zeugenvernehmung des Herrn Dr. jur. Hans Globke; jenes Mannes also, der unter Hitler im Range eines Ministerialrats als Koreferent für Judenfragen im Reichsinnenministerium amtiert hatte, und der es dessenungeachtet unter Adenauers A e g i d e prompt bis zum obersten Beamten der Bundesrepublik brachte, bis zum Staatssekretaer im Bundeskanzleramt. Doch was der Herr Dr. Hans Globke als Zeuge der Verteidigung dem Düsseldorfer Schwurgericht zu erzaehlen wusste, trug zwar ungemein viel zur Erheiterung der Anwesenden bei, gewaehrte auch einen aufschlussreichen Einblick in Charakter und Mentalitaet eines hohen Beamten seines Typs, hatte im übrigen aber mit dem gestellten Beweisthema beklagenswert wenig zu tun. Auf die Frage, ob SS-Angehörige Moeglichkeiten gehabt haetten, sich der Teilnahme an den Judenvernichtungen zu entziehen, meinte der Herr Dr. Hans Globke, diese Möglichkeiten haetten sicherlich nicht bestanden. Daraufhin aufgefordert, die Gründe für seine Meinung zu nennen und sie mit konkreten Tatsachen und Beispielen zu belegen, zuckte der Herr Dr. Hans Globke zunaechst ratlos die Schultern, zupfte betulich am Rockaufschlag seines dunklen Anzugs, schlug dann aber — einer plötzlichen Eingebung folgend — seine lederne Aktenmappe auf und begann zur allgemeinen Verwunderung mit monotoner Stimme eine Artikel aus der Bonner Rundschau vom 27. 2. 1963 zu verlesen. Diesem Artikel zufolge habe es seinerzeit in Holland einen, deutschen Soldaten namens Richard Paul Gröger gegeben, der. sich geweigert haette, an einer Exekution teilzunehmen; er sei daraufhin erschossen worden. Jawohl, so sei das seinerzeit gewesen! Und dann habe es seinerzeit einen Deutschen gegeben “...Moment... wo ist er?... ah, hier.., ja, richtig, das ist er... in der “Welt” vom... also der hat auch..." — und wieder wartete der Herr Dr. Hans Globke nicht mit ihm bekannten Tatsachen auf, sondern setzte abermals an, mit bemerkenswertem Eifer einen Artikel zu verlesen. Doch Landgerichtsdirektor Rudolf Gottlebe machte es kurz; “Danke, ich glaube wirklich nicht, dass es nötig ist, uns hier Zeitungsausschnitte vorzuiesen!”. Aber wie, so drang der Vor ■ sitzende alsdann inquisitorisch in den Herrn Dr. Hans Globke ein, wie sei es denn ihm persönlich ergangen, was habe er selber getan und gewusst, respektive nicht getan und nicht gewusst? Nun ja, doch, doch, es sei schon richtig, antwortete der Herr Dr. Hans Globke, er habe “gewisse Aufgaben” auf dem Gebiet der Nürnberger Gesetze gehabt, das stimme, das sei nicht abzustreiten, aber es habe sich dabei eigentlich doch nur um die “Randgebiete” gehandelt, um mehr doch nicht, und von der “EndPösung” im (Sinne der physischen Ausrottung des Judentums habe er damals nie etwas gehört, nein, kein Sterbenswörtchen, erst nach dem Krieg, jawohl, in Nürnberg war es wohl. Aktion Reinhard, Tarnname für die systematische Vergasung der Juden in Polen? “Völlig unbekannt! Meines Wissens nach höre ich heute hier zum erstenmal davon!”. Moment mal, wird da etwa gelacht? Natürlich, so raeumte der Herr Dr. Hans Globke ein, habe er seinerzeit hin und wieder gehört, dass man Juden umbringe, oh ja, dessen erinnere er sich. “Ich hörte davon jedoch nicht dienstlich, sondern nur privat... Ich dachte auch stets, sie würden erschossen!”. Ja, Fronturlauber haetten ihm djies vertraulich mitgeteilt, und dann sei natürlich auch auf den exklusiven sogenannten Donnerstag-Tagungen Berliner Ministerialbeamter darüber gesprochen worden. In diesem erlauchten Kreis sei man damals der Ansicht gewesen dass es für die beteiligten SS-Maenner eine “unertraegliche Zumutung” sein müsse, ja, und sicherlich sei die Mehrzahl von ihnen “innerlich dagegen”, gewesen, ganz bestimmt, kein Zweifel... Doch bevor der Herr Dr. Hans Globke noch nachtraeglich in Traenen ausbrechen konnte über das Ungemach, das damals den armen SS-Leuten widerfuhr, wollte der Vorsitzende wissen, ob er, der Herr Dr. Hans Globke je, opponiert habe. Es war eine direkte, eine gezielte Frage, eine Frage zudem, deren Beantwortung die zehn ehemaligen Wachmaenner auf der Anklagebank — beschuldigt des Mordes und der Beihilfe zum Mord an 700.000 jüdischen Menschen im Vernichtungslager Treblinka bei Warschau — gross e Bedeutung beimassen. Mit durchaus gemischten Gefühlen naemlich betrachteten sie den Zeugen, den Herrn Dr. Hans Globke, die “graue Eminenz” aus Bonn: Sie standen damals, zu Hitlers Zeiten, ganz unten in der Hierarchie, er hingegen ziemlich weit oben; sie waren simple Handwerker und landwirtschaftliche Arbeiter gewesen, er aber ein “Studierter”, es gehörte zu den “hohen Herren” in Berlin, jenem Berlin, aus dem sie ihre Befehle empfingen! 22 Jahre spaeter müssen sie sich vor Gericht verantworten, er aber sitzt im Zeugenstand; und er ist nicht nur ein vornehmer Herr vom Scheitel bis zur Sohle, höflich, gescheit, gewandt, sondern vor allem auch ein freier Mann, ein geachteter Mann (in der Bundesrepublik jedenfalls), ein Mann mit Einfluss und Beziehungen, und — last not least — ein Mann, der dank seiner keineswegs kaerglich bemessenen Pension heute ein sorgenfreies, beschauliches Leben führt. Und artig beantwortet der Herr Dr. Hans Glotj.ce die ihm gestellte Frage: “Sie müssen wissen... nachdem der eigentliche Judenreferent, Ministerialrat Lösener, bereits den damaligen Staatssekretaer Dr. Stuckart von den Vorgaengen unterrichtet und um seine Versetzung zu einer anderen Dienststelle gebeten hatte, waere es für mich sinnlos gewesen, nochmals in dieser Angelegenheit vorstellig zu werden. Ausserdem habe ich niemals dienstlich von diesen Dingen Kenntnis erhalten, Sie lagen ausserhalb meiner Zustaendigkeit...”. Der Vorsitzende: “Mit anderen Worten. Sie hatten nichts unternommen?”. “Ja, das stimmt, ich habe nichts unternommen!”. “Aber Ministerialrat Lösener hatte opponiert?”. “Ja”. “Und wurde daraufhin versetzt?”. “Ja”. “Ohne Nachteile dadurch zu erleiden?”. “Ja”.. Dem Vorsitzenden genügte es. Ihm war alles klar. Er schien zu wissen, was er von dem Herrn Dr. Hans Globke und dessen Antworten zu halten hatte. Er stellte keine weiteren Fragen mehr. Nicht so die Verteidiger, Sie ergriffen die einmalige Gelegenheit und zwangen den Herrn Dr. Hans Globke vollends zum moralischen Offenbarungseid. Rechtsanwalt Hartwich: “War es nicht Ihre Pflicht, etwas zu unternehmen... oder hatten Sie Angst??”. “Ich kann nur sagen, dass ich es dienstlich nicht erfahren habe... ”. Rechtsanwalt Mallach; “Und was haetten Sie getan, wenn Sie dienstlich von diesen Dingen in Kenntnis gesetzt worden waeren?”. “Dann haette ich gesagt, der und der ist zustaendig gehen Sie doch zu dem!”. Moment mal, wird da etwa gelacht? Und dann die leidige Angelegenheit mit dem berüchtigten Kommentar zu den 1935 erlassenen Reichsbürger und Blutschutzgesetzen! Ja ja, sicherlich, er habe diesen Kommentar verfasst, erklaerte der Herr Dr. Hans Globke, aber er habe ihn doch nicht in seiner dienstlichen Eigenschaft als Koreferent für Judenfragen geschrieben, sondern “mehr auf privater Basis”. Ursprünglich sei naemlich eine Arbeitsteilung geplant gewesen, aber dann habe der Herr staatssekretaer plötzlich krank daniedergelegen und er, Globke, habe die Bürde der ganzen Arbeit unversehens allein tragen müssen. Ja, so sei das gewesen — so und nicht anders! Und das Einführungskapitel? Der fatale Passus von der ‘akuten Gefahr des Judentums?”. Halt, halt, dieses Kapitel habe ja nicht er geschrieben, nein, sondern der Staatssekretaer, wandte der Herr Dr. Hans Globke ein. Formell sei er natürlich mitverantwortlich, das sei klar, aber innerlich habe er diesen Text nie gebilligt, nein, ganz bestimmt nicht, nie habe er sich zu eigen gemacht, was dort stehe. “Aber ich habe mitgemacht, weil ja doch kein Mensch liest, was da so in diesen Einführungen steht”. Moment mal, wird da etwa gelacht? (‘Semana Israelita”) GEDENKEN AN AUFSTAND IM WARSCHAUER GHETTO Mehrere tausend Polen nahmen am 19. April in Warschau an einer Gedenkstunde zum 22. Jahrestag des Aufstandes im Ghetto teil. Zur ♦Erinnerung an die Juden, die sich im Fruehjahr 1943 gegen die deutsche Besatzung erhoben hatten, wurden an dem Ehrenmal fuer die Aufstaendischen Kraenze niedergelegt. An der Feier nahmen eine Ehrengarde der polnischen Streitkraefte sowie Vertreter von juedischen Organisationen aus Polen und anderen Laendern und fruehere Widerstandskaempfer teil. (Die Welt); fÊL San Antonio 205 esq. de Agustinas i fîïiar..::;: :<«»•••« LA CASA DE LA TELEVISION espera su pronta mita*,. televisores R.C.A Sanyo entrega inmediata FORMAS DE pago CONVENCIONALES SEGUN CADA DISPONIBILIDAD Frente al teatro Municipal

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