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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-04-01 · 4 (Abril, 1965) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
4 (Abril, 1965)
Date
1965-04-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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ABRIL 1965 BOLETIN INFORMATIVO 23 DIE SCHULE SAN JUAN IN CHACL ACAYO-PERU Von Rabbiner E. I. Loewenstein Auf der Tagung der Centra in Sao Paulo im Oktober vorigen Jahres war von dem anwesenden Vertreter der Sociedad de Beneficencia Israelita de 1870 in Lima (Perú) der Wunsch ausgesprochen worden, das 7. Jugendfuehrerseminar der Centra und Jazit Noar Drom Americait in Perú durchzufuehren. In dem Bestreben der Centra, unsere Kleingemeinden zu unterstuetzen, wurde dieser Vorschlag bereitwilligst. angenommen. Vom 7. bis 21. Februar ist dieses Jugendfuehrerseminar in der Schule San Juan in Chaclacayo (40 Autominuten von Lima entfernt) durchgefuehrt worden. Wer nahm daran teil? 37 Jugendliche vertraten die der Jazit angeschlossenen Jugendorganisationen. 2 kamen aus Buenos Aires, 5 aus Rio de Janeiro, 8 aus Sao Paulo, l aus Belo Horizonte, 2 aus Porto Alegre, 5 aus Santiago de Chile, 6 aus Montevideo. 1 aus Asunción und 7 aus Lima. Wer waren die Leiter und verantwortlichen J u g e ndfuehrer? Die ARI in Rio de Janeiro sandte ihren Jugenddezernenten Menachem Steinberg und die Jugendfuehrerin Mirjam Josefsohn (die wir schon vor 4 Jahren in Laguna de los Padres (Argentinien) kennen lernten). Die NCI de Montevideo sandte ihren Schaliach Uri Graetzer und den Vertreter der Jazit Central, Raúl Heymann, die SCI B’ne Jisroel in Santiago de Chile ihren Mitarbeiter Abraham Maguenzo und den Berichterstatter. Im Laufe des Seminars besuchte uns auch Oberrabbiner Prof. Dr. F. Pincus aus Sao Paulo, mit dem ich wie stets in ueberaus freundschaftlicher Harmonie Zusammenarbeiten konnte. Desgleichen unterstuetzte uns besonders bereitwillig Rabbiner Dr. Lothar Goldstein aus Lima, der auch das Seminar eroeffnete und abschloss. Waehrend ich diese Zeilen schreibe, ziehen vor meinem geistigen Auge die 5 Seminare vorueber, an denen ich teilnehmen durfte. Worin unterschied es sich diesmal von den frueheren und was hatte es mit ihnen gemeinsam? Auch dieses Mal duerfen die Teilnehmer und die Verantwortlichen mit Zufriedenheit auf die geleistete Arbeit zurueckblicken, die in menschlicher Harmonie durchgefuehrt wurde. Der Arbeitseifer und die Disziplin der Chawerim ermoeglichten uns, das vorher geplante A r b e i t s Programm voll kommen durchzufuehren. Wir sangen, spielten, tanzten, lachten wie auch in frueheren Jahren. Und doch war dieses Seminar anders. Es fehlte jene jugendbewegte Romantik. Der Ort des Seminars — eine Schule in Chaclacayo — drueckte dem Ganzen seinen Stempel auf. Weitraeumige Hallen gaben uns viel Bewegungsfreiheit, Hessen uns aber keine Moeglichkeit, uns im Freien zu einem Vortrag oder Lagerfeuer zu versammeln. Aber zum Lobe aller muss gesagt werden: es wurde mit grossem Eifer gelernt. Dieses alte juedische Lernen war das Kennzeichen des 7. Jugendfuehrerseminars. Was wurde gelernt? Das Grundthema war: “Die juedische Gedankenwelt und ihre Werte in den verschiedenen Epochen unserer Geschichte, von der biblischen Epoche bis in unsere moderne Zeit”. Es ging nicht so sehr um Daten und Namen sondern um die Herausarbeitung der fuer jede Epoche charakteristischen religioesen und geistigen Werte. Oberrabbiner Dr. Pin cus sprach u. a. ueber die Probleme, die sich fuer das Judentum und Christentum nach der kuerzlichen Erklaerung des Oekumenischen Konzils ergeben und ueber den Typ des modernen Juden. Rabbiner Dr. Goldstein brachte “Die Religion als Faktor der Erhaltung des juedischen Volkes” nahe. Auch ueber -andere religioese Probleme wurde gesprochen und diskutiert wie z. B. Glaube und Vernunft, Religion und Staat in Israel, die Bedeutung der biblischen Prophetie. Wir hoerten von den ideologischen Stroemungen und Parteien im Zionismus. Die historische Entwicklung der Jugendbewegung und die Aufgaben der Jazit wurden besprochen. Prof. Hodara vom Colegio León Pinelo in Lima hielt einen mit grossem Interesse aufgenommenen Vortrag ueber die soziale und oekonomische Situation in Lateinamerika. Die Probleme und verschiedenartigen Aspekte unseres Staates Israel wurden aufgezeigt. Die angehenden Madrichim wurden mit den Fragen der Entwicklungspsychologie vert raut gemacht, um ihnen die Probleme des Individuums und der Gruppe nahezubringen. Der Tag begann mit Sport, dann sangen wir gemeinsam das Morgengebet, an das sich Erklaerungen aus unserem Sidur anschlossen. Im Laufe des Tages wurden 4 Vortraegegehalten, neue Lieder, israelische Taenze und Spiele gelernt. Am Abend diskutierten wir Fragen wie: Die Problematik des modernen Menschen, Israel und Diaspora, Zukunftsaufgaben der Jazit. Zweimal fuhren wir nach Lima, um die Stadt zu besichtigen und gingen auch ins Theater zu einem Stueck von Molière. H o e h e punkte waren der zweimalige Besuch des israelischen Botschafters in Perú, Herrn Nataniel Lorch. Am Sonntag, den 14. Februar kam der Botschafter in Begleitung des Praesidenten der Sociedad de Beneficencia Israelita de 1870, Herrn J. Wachtel, und anderer fuehrender Persoenlichkeiten des Jischuw in Lima, um das Seminar offiziell zu eroeffnen. An einem anderen Tag hielt der Botschafter einen Vortrag ueber die Kulturprobleme Israels, der von den Chawerim mit grossem Interesse auf genommen wurde. Unvergesslich bleiben die Gottesdienste am Schabbat, die von den Jugendlichen selbst durchgefuehrt wurden. Vertreter aller Laènder waren bei ihrer Durchfuehrung in gleicher Weise beteiligt. Sie hielten auch die Ansprachen, in denen sie ihre Gedanken ueber den Schabbat und die Einheit des juedischen Volkes zum Ausdruck brachten. Als wir am Abend den Schabbat mit H a w dala verabschiedeten, hatten wir alle das Gefuehl, ihn in der Tradition unseres Volkes erlebt zu haben. Einen der HoehePunkte dieses Seminars sehe ich noch in einem anderer Aspekt. Jeder der Teilnehmer hatte aus einer Liste von 28 Themen ein Problem zu waehlen und schriftlich zu bearbeiten. Alle 37 Chawerim stuerzten sich mit brennendem Eifer in die Arbeit. Tagelang war das Seminar am Nachmittag in eine Schreibstube verwandelt. Es wurden ausgezeichnete Arbeiten abgegeben, die teilweise recht schwierige Themen behandelten, wie z. B. die Krisis der Werte in der modernen Gesellschaft, Wissenschaft und Glaube, die Zukunft des lateinamerikan i s c hen Judentums, der Chassidismus a. a. Die Jazit beabsichtigt, die besten Arbeiten zu veroeffentlichen. Damit haben die Chawerim bewiesen, dass sie nicht nur bereit sind, zu lernen, sondern auch das Gelernte selbst zu verarbeiten. Wie auch in den frueheren Seminaren verabschiedeten wir uns am letzten Abend mit “corazones abiertos”, mit einer offenen Aussprache ueber das Seminar. Auch hier wurde empfunden, dass dieses Seminar weniger r o m antisch jugendbewegi war als die frueheren. Trotzdem war auch dieses Mal von Freundschaft, Kameradschaft und Zukunftswillen die Rede. Welches ist nach meiner Auffassung das Ergebnis des 7. Seminars in Chaclacayo? Wir haben uns bemueht, die i d e o logischen Grundlagen der Jazit zu vereinheitlichen und, das Arbeitsprogramm der angeschlossenen Jugendgruppen aufeinander abzustimmen. Trotz aller lokal b e s timmten Unterschiede, die unvermeidlich sind, ist doch auf diesem Wege ein grosser Fortschritt erzielt worden. Aber nicht alles kann auf einem Seminar erreicht werden. Die Einheit der Jazit Noar Drom Americait haengt weitgehendst davon ab, dass es gelingt, auch im Laufe des Jahres den Kontakt unter den Jugendgruppen der verschiedenen Laender aufrecht zu erhalten. Darueber hinaus muessen wir bemuehen, auch die Jugendgruppen anderer Laender dieses Kontinents zu erfassen. Das entscheidende Problem, dessen wir uns im Laufe dieser schoenen Tage von Chaclacayo bewusst wurden, ist die Erfassung der Jugend ueber 20 Jahre. In den verschiedenen Seminaren sind viele Chawerim und Chaweroth an uns voruebergezogen. Leider verlassen die meisten ihren Bund, wenn die Schule zu Ende ist. Es muss die Bruecke geschlagen werden zwischen Jazit als Jugendbewegung und Centra als Gemeinde verband. Diese Frage zu loesen, war nicht die Aufgabe des Jugendfuehrerseminars von Chaclacayo. Aber ihr muessen wir uns zuwenden. Chaclacayo ist zu Ende. Es war anders als Piriápolis, Teresópolis, Laguna de los Padres, Campo de Jordao, Melocotón, die Orte mit denen die frueheren Seminare verbunden sind. Aber auch so war es ein Erfolg. Alle gingen in dem Bewusstsein auseinander, in einem grossen Ganzen zusammengeschlossen zu sein, dessen Erziehungsziel “der ganze Jude” ist, der mit und fuer Medinat Israel lebt und mit der Gedankenwelt und Tradition des juedischen Volkes verwurzelt ist. So bleibt uns zum Abschluss nur noch, den Dank allen den Mitarbeitern, den Chawerim und Chaweroth, auszusprechen, die durch Vorbereitung und Mitarbeit geholfen haben, das 7. Jugend f u ehrerseminar der Centra und des Jazit Noar Drom Americait zu dem Erlebnis einer lernenden juedischen Jugend werden zu lassen. Chasak v’Ale ist der Gruss dieser Jugend. Sei stark und steige auf. Er moege sich an allen erfuellen. 25 JAHRE “L\ SIMM ISRAELITA Die in Buenos Aires erscheinende und auf dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent vielgelesene “Juedische Wochenschau”, das bedeutendste juedische Organ in deutscher Sprache in Lateinamerika, begeht am 26. April den 25. Jahrestag ihres Bestehens. In den kritischen Tagen von April 1940, der Besetzung Daenemarks und Norwegens durch die Nazi-Invasionsheere, stellte dieses neue juedische Blatt fast die einzige Verbindung her zwischen den hierher ausgewanderten deutschsprechenden Ju d e n und der uebrigen freien juedischen Welt. In Zeiten des Bangens und Zweifelns an einer besseren juedischen Zukunft wurde die “Semana” eine echte moralische Stuetze fuer die ganz grosse Mehrheit der Juden aus Zentraleuropa. Weltoffen, nationalbewusst, erfuellt von Ehrfurcht vor den religioestraditionellen Werten des Judentums, voller Liebe zu Erez Israel, der altneuen Heimat unseres Volkes, so wurde die Zeitung vom ersten Tage an durch ihren Herausgeber und Redakteur, Dr Hardi Swarsensky, geleitet. Hervorragende Menschen wie Dr. Abraham Mibashan s. A. und Dr. Hermann Weyl s. A. stellten haeufig wertvolle Beitraege zur Verfuegung. In der Gegenwart zaehlen Schalom ben Chorin, Kurt Kaiser-Blueth, Dr E. G. Loewenthal, Harold Schwarcz und Kurt Weisstein zu den staendigen wichtigen Mitarbeitern. Hochangesehen in der gesamten juedischen Welt, mit ganz besonderem Interesse von fuehrenden Juden Israels gelesen, beachtet in nichtjuedischen, deutschsprachigen Kreisen, darf die “Juedische Wochens chau" voller Stolz auf 25 Jahre eines nicht immer leichten, aber sinnvollen, Schaffens zurueckblicken zum Ruhme der ewigen Werte des Judentums und zur Ehre des juedischen Volkes. c. w. L LA CORROSION DOMINADA CON LA REVOLUCIONARIA; PINTURA ANTIOXIDO... 1 i aNOXID ANDINA EXPOSICION 750 AHUMADA 66 SN. DIEGO 231 F. NOGUERA 32

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