Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 2 (Febrero, 1965)
- Date
- 1965-02-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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FEBRERO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 17 ZUM ID. TODESTAG VON JULIUS BAB IN DIENSTE DER WELTLITERATUR UND DES THEATERS Julius Bab, dessen 10. Todestag auf den 12. Februar faellt, ist aus der Literatur — und Theatergeschichte des Vierteljahrhunderts, das mit dem Jahre 1933 abschliesst, nicht wegzudenken, ganz besonders nicht aus dem Theaterzentrum Berlin, zu dessen Ruhm und Glanz in jener Epoche er in hervorragendem Masse beigetragen hatte. Eine Reihe von Veroeffentlichungen nachseinem Tode, die Sichtung des Nachlasses, ergab, dass Babs Vielseitigkeit im Wirken, seine umfassenden Kenntnisse, nicht nur europaeischer Literatur, sondern darueber hinaus das profunde Wissen von den Geistesschoepfungen amerikanischer Autoren und nicht zuletzt, die Liebe nnd Verbundenheit mit juedischer Geschichte und Literatur, ihn zu einer fast «inmaligen Erscheinung haben werden lassen. Diese umfangreiche Produktivitaet von Julius Bab ist das Ergebnis einer 50-jaehrigen Besohaeftigung mit der Welt des Theaters und der Literatur, eines unermüdlichen Strebens und einer Leidenschaft fuer “die Bretter, welche die Welt bedeuten”. Der 16-jaehrige Gymnasiast, Sohn eines kleinen juedischen Holzfabrikanten aus der Alten-Jakobstrasse zu Berlin, wirkte bereits als Statist anBrahms “‘Deutschen Theater” mit; der Student sah von der Galerie der Berliner Buehnen die schoensten Aufzehrungen um die Jahrhundertwende. In Berlin und Zuericn batte er Geschichte, Literatur und Philosophie studiert. Bald schrieb er fuer Zeitungen und Zeitschriften; mit 24 Jahren finden wir ihn als ungenannten Mitredakteur an Siegfried Jakobsohn’s “'Schaubuehne”, der spaeteiren “Weltbuehne”. Er wurde zum Vorkaempfer des Gedankens der “Volksbuehne”, dann eine ihrer leitenden Persoenlichkeiten. Waehrend er so immer mehr Theaterkritiker und Dramaturg wurde, bei gleichzeitiger Inangriffnahme’ von bedeutenden literarischen Aufgaben, die ein gruendliches Quellenstudium erforderten, fand er noch Zeit, Vorlesungen an der “Humboldthochschule’' zu uebernehmen, die er bis zum Jahre 1933 fortsetzte, Als das stolze und schoene Volksbuehnenhaus kurz vor Ausbruch des Krieges von 1914 dort, inmitten des alten '“Scheunenviertels” am Buelowplatz zu Berlin, eingeweiht wurde, sprach Julius Bab, als der Berufenste, die ersten Worte, die ein Bekenntnis zum sozialen Gedanken und zum Wege der Hefanfuehrung der Massen an die Kunst waren. Aus der Fuelle seiner Schriften, groesseren und kleineren, die insgesamt die stattliche Zahl von etwa 90 erreichen, seien vor allem sein Essay ueber Richard Dehmel, dasjenige über Ludwig Anzengruber, die literarischen Portraits ueber Hebbel, Kleist und Bernhard Shaw, die grossangelegten biographischen Buecher ueber die genialen Schauspieler Kainz, Matkowski und Albert Bassermann, die Abhandlungen ueber die Entwicklung des Dramas, die Geschichte der dramatischen Buehne seit 1870, Lebensbildnisse von Rembrandt und Spinoza zu nennen; all diese Werke entstanden noch in Deutschland, lange vor der Emigration. Hierzu kommen noch eine Reihe historischer und kulturpolitischer Betrachtungen. Schon lange vor Beginn der Naziepoche hatte Julius Bab Vorlesungen an der “Freien Juedischen Volkshochschule” zu Berlin, dem spaeteren “Juedischen Lehrhaus” gehalten. Er wurde dann Mitbegruender des “Juedischen Kulturbundes” und tat im Rahmen der begrenzten Moeglichkeiten das Seinige, um das kulturelle Niveau der politisch so bedraengten deutschen Juden zu wahren. Erst kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges ging er ueber Frankreich nach den USA, wo er sofort anfing zu arbeiten, Vortraege zu halten, an die Vollendung der begonnenen Arbeiten zu gehen. Fuer die New Yorker “Staatszeitung” schrieb er Theaterkritiken. Sein Lebenstraum, eine “Weltgeschichte der Schauspielkunst” zu schreiben, sollte nicht in Erfuellung gehen; doch es entstanden im amerikanischen Exil Teilstuecke von hohem Wert: “Kraenze dem Mimen” (30 Portraets grosser Menschendarsteller) im Jahre 1954 veroeffentlicht, fuenf Jahre zuvor “Amerikas Dichter” (16 Literaturportraets bis Thornton Wilder), Schriften ueber Thomas Mann und Ernst Barlach. Kürt Pinthus sagte einmal von Bab, “dass er sicherlich mehr Abende im Theater verlebt habe als irgend ein anderer Mensch unserer Zeit”. Und man darf hinzufuegen, dass dieser grosse Bewunderer und Kenner der Buehne bestimmt noch dem schwaechsten dieser Theaterabende etwas Positives abgewonnen haben duerfte. Er war “vom Theater besessen” wie es einer seiner Verehrer einmal formuliert hat. Es ist auch bezeichnend fuer die Lebenskraft seiner Werke, dass sein “Leben Goethes”, das 1922 zuerst erschien, bis zur 200-Jahrfeier von 1949 in fuenf Auflagen herauskommen konnte; es hatte nichts von seiner Frische und Urspruenglichkeit elngebuesst. Dennoch waren Babs letzte Jahre im Vorort Roslyn Heights bei New York nicht frei von Sorge. Mit unendlicher Geduld und Ausdauer, seinen Humor sich bewahrend, drang er allmaehlich ln die Welt des amerikanischen Theaters ein, setzte seine Korrespondenz mit Geistig-Schaffenden in aller Welt fort, sammelte und sichtete, ueberarbeitete Frueheres und war daneben einer s der beliebtesten Vortragsredner im deutsch-juedischen New York, bei den Freunden des “Aufbau” und des “New World Club”. Wie einst in Deutschland vor Hitler hielt er auch ln der Emigration seine Besprechungen interessanter neuer Buecher ab, ganz auf der Hoehe der Zeit, aus dem Vollen schoetpfend bis in das 75. Lebensjahr. Es war eine gute Tat, dass d i e “Deutsche Akademie fuer Sprache und Dichtung” in Darmstadt sich bemueht hat, aus dem reichen Gedankengut Babs in unsere Zeit hinueberzuretten, was Wert fuer die Dauer hat. So entstand im Jahre 1960 das wunderbare Werk “Ueber den Tag hinaus”, das kritische Betrachtungen enthaelt. Noch einmal sind hier, weit kuerzer naturgemaess als in den inzwischen verloren gegangenen grossen Schauspielbuechern, die Portraets von Kainz, Reinhardt, Leopold Jessner, Bassermann vor den Leser hingestellt, daneben Abhandlungen ueber Wedekind, Rilke und Karl Kraus. Betrachtungen zu Thomas Mann’s “Zauberberg”, zu Stuecken von Brecht und Zuckmayer und vieles andere mehr wollen einer neuen Generation etwas von dem vermitteln, was ihr nicht ganz erschlossen worden ist. Es wurde die Kroenung eines gigantischen Lebenswerkes.! CURT WILK REINHARDT-ARCHIV NACH ISRAEL Das Archiv des frueheren Leiters des Deutschen Theaters in Berlin, Max Reinhardt, wird einer israelischen Institution uebergeben werden. Das Archiv des grossen deutschen Theaterleiters und Regisseurs befindet sich jetzt im Besitz eines seiner beiden Soehne, des 51 jaehrigen Wolfgang Reinhardt. I Das Archiv besteht aus Buechern, Zeitschriften, Tagebuechern und Manuskripten von Theaterstuecken. die der 1873 in Baden bei Wien geborene und 1943 in New York gestorbene Max Reinhardt inszenierte. Das Archiv wurde urspruenglich bei einer Auktion von der im vorigen Jahr aus dem Leben geschiedenen amerikanischen Filmschauspielerin Marilyn Monroe erworben. Die Soehne Max Reinhardts kauften die Sammlung jedoch spaeter zurueck. PINTURAS Y BARNICES ESPECIALES PARA YATES Y BOTES ANDINA EXPOSICION 750 AHUMADA 66 SN. 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