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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1964-09-01 · 9 (Septiembre, 1964) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVI (1964)
Issue
9 (Septiembre, 1964)
Date
1964-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA B ’ N E ] I S R O E l REDACCION: S.C.I. B'NE ]ISROEl AV. PORTUGAL 810 CASILLA 2487 ■ SANTIAGO CHILE AÑO XXVI — no 9 SANTIAGO DE CHILE SEPTIEMBRE 1964 AUS BONN WEHT WIEDER EIN KUEHLER WIND Im Maerz 1960 richtete das “B. I.” in einem Interview “6 Fragen an den neuen Mann aus Bonn”, den damals in Santiago eingetroffenen Botschafter Dr. Hans Strack. Es war die Zeit, als die zoegernde, aber unleugbare Annaeherung zwischen der Bundesrepublik einerseits und Juden und Israel andererseits die ersten Fruechte trug und neue Perspektiven zu eroeffnen schien. Ben Gurion drueckte wiederholt sein Vertrauen in ein “neues Deutschland” aus und traf sich persoenlich mit Adenauer in New York. Die Gegner der von ihm befuerworteten Aufnahme voller und normaler diplomatischer Beziehung e n zwischen ,den ¡beiden Staaten gerieten in Minderheit: ihre moralisch und psychologisch verstaendliche, aber auf die Vergangenheit projizierte, . Opposition verlor mehr und mehr Boden an die realpolitischen Betrachtungen des .damaligen Regierungschefs. Auf dem Gebiet der Ruestung hatte $ich eine gewisse Zusammenarbeit angebahnt wie dies bei dem von viel Publlzitaet begleiteten Export einer Partie “Uzi”—Maschinengewehr — Pistolen auch der Oeffentlichkeit bekannt wurde. Vor allem aber glaubte die Juadische Allgemeinheit in der korrekten Erfuellung der Verpflichtung, welche die BRD im Wiedergutmachungs-Vertrag eingegangen War, mit Recht ¡vier Dinge zu sehen: ,1) Einen bedeutenden Beitrag zum beschleunigten Aufbau Israels, des Landes, das die bei weitem groesste Anzahl von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung aufgenom m - n hatte. 2) Eine wohltuende Linderung der pekuniaeren Situation vieler zehntausender ,von Fluechtlingen, die durch Alter. Krankheit oder Folgen der erlittenen Unbill ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen konnten. 3) Den eklatanten Kontrast zwischen der Haltung der Regierung von Bonn die durch Tilgung dessen, was an dem geschehenen unsagbaren Unrecht zu tilgen sein mag, ihrem Anspruch auf die alleinige Rechtsnachfolge des ehemaligen Deutschen Reichs Geltung zu verschaffen suchte, und der Regierung von Pankow, die fuer eine solche Verpflichtung nicht das geringste Verstaendnis aufbrachte. 4) Den Willen zu dem, was mit dem unzulaenglichen, aber schwer zu ersetzenden Wort “Wiedergutmachung” im weitesten ¡Sinne gemeint ist. Dem finanziellen Aspekt kommt dabei eine keineswegs erstrangige Bedeutung zu. Er ist dem politischen untergeordnet und dieser wiederum dem moralischen, denn nicht mit Geld, sondern nur mit einer neuen menschlichen Haltung koennte die deutsche Regierung und das deutsche Volk, sofern ihnen daran liegt —und 1960 glaubte man, dass ihnen etwas daran liegt— einen neuen Weg zur israelischen Regierung und zum juedischen Volk anzubahnen versuchen. Heute, viereinhalb Jahre spaeter, ist in Santiago wieder “ein neuer Mann aus Bonn” eingetroffen. Es ist sehr wenig, was wir von Herrn Botschafter Gottfried von Nostitz wissen, aber zu dem Wenigen gehoert, dass er 1938 aus dem diplomatischen Dienst seines Vaterlandes ausschied und erst nach dem Kriege ¡wieder eintrat. Man kann sich nur schwer einen besseren Leumund vorstellen. Aber die Zuversicht, die damals fuer eine schrittweise Annaeherung —und haette sie auch die Dauer einer Generation in Anspruch genommen— berechtigt schien, hat in den letzten Jahren und Monaten begruendeter Skepsisneuem Misstrauen und tiefem Unbehagen Platz gemacht. Als Premier-Minister Levl Eschkol nach seinen erfolgreichen Staatsbesuchen in Washington und Paris kuerzlich Andeutungen in der Knesset machte, die auf die Moeglichkeit eines Besuchs in Bonn abzielten, war er sich gewiss klar darueber, dass er damit —im Gegen— satz zur Visite bei Johnson und De Gaulle— keinen Besuch bei Freunden plante. Es konnte vielmehr nur die Notwendigkeit sein Forderungen und Vorwuerfe, denen man in Bonn nicht die gebuehrende Beachtung beigemessen hat, einmal auf hoechster Ebene zur Aussprache zu bringen. Soweit dies aber bekannt ist, hat seine Anregung bisher noch Ikeine Einladung Bur Folge gehabt. Im Gegensatz dazu ist es bemerkenswert, dass Bundeskanzler Erhard der Presse mitgeteilt hat, dass er sich freuen wuerde, Nasser in Bonn zu empfangen. Man kann keinem Staatschef, dessen Regierung normale diplomatische Beziehungen zu Aegypten unterhaelt, das Recht abstreiten, Nasser einzuladen und ob Erhard sich wirklich freuen wuerde, gehoert entweder in das Gebiet seiner Ipersoen- -lichen Emotionen oder der diplomatischen Ho e f li c hkeitsfloskeln. Bemerkenswert aber bleibt, dass dies der erste Staatsbesuch in einer westlichen Hauptstadt waere, die sich der aegyptische Diktator goennen duerfte. Wie auch Bonn die letzte Hauptstadt des demokratischen Westens ist —Spanien und Portugal zaehlen zum geographischen, aber nicht zum demokratischen Westen—, die zu Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhaelt. Dass die Bundesrepublik an der Aufnahme solcher Beziehungen ¡definitiv nicht interessiert ist. hatte Erhard sehr bald nach seiner Wahl zum Kanzleramt unmissverstaendlich klar gemacht. Waehrend sein Vorgaenger nur aus taktischen Gruenden oder Nachgiebigkeit den andersgesinnten S a c hbearb e i t e rn des Aussenministeriums gegenueber diesen Schritt immer wieder fuer einen “guenstigeren Moment” hinauszuschieben schien, war Erhard eindeutig. Das hat seine Vorteile. Eine der “6 Fragen”, die ein Journalist an “neue Maenner aUs Bonn” richten kann, ist keine Frage mehr. Und das Spiel das Altbundespraesident Heuss, der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauss und schliesslich Adenauer selbst trieben, naemlich die diplomatischen Beziehungen zu Israel zu befuerworten, nachdem sie aus ihren Aemtern ausgeschieden waren, ist nicht mehr interessant. Erhard begruendete die “Unmoeglichkeit”, die Beziehungen zu Israel aufzunehmen, mit der Drohung der Araber, als Gegenzug die DDR anzuerkennen. Bekanntlich ist die Fassade der west deutschen Aussenpolitik mit der Farbe der sogenannten “Hallstein-Doktrin” angepinselt, die darin besteht, keine Beziehungen zu Staaten zu unterhalten, die solche mit der sogenannten “Zone” haben. Diese Farbe ist in den letzten Jahren empfindlich abgebroekkelt. Abgesehen davon, dass die Sowjet-Union von Anfang an als Ausnahme gelten durfte —und das ist gewiss keine geringe—, werden ‘¡die diplomatischen (Liebhaber aus Bonn in vielen Hauptstaedten der Welt und vor allem in den arabischen, von der Hausfrau mit einer sogenannten Handel smission der DDR betrogen. Damit nicht genug, ist sich auch die Diplomatie der Bundesrepublik nicht z u schade dazu, um ihrerseits in Polen, Bulgarien, Rumaenien und anderen kommunistischen Laendern den D i e n s t b oteneingang der Handelsmissionen zu benutzen. Dass man trotzdem an der Fiktion der Hallstein — Doktrin festhaelt, ist eine Tatsache, an der in diesem Zusammenhang nur interessant ist, dass sie nicht dazu dienen sollte, anderen Staaten nicht nur Argumente, eigene moralische, politische sondern richtige Erpressungs- oder sonstige Beweggruende Instrumente in die Hand vorzubringen, nur die Angst zu spielen. Wo in aller Welt hat je ein Staatsmann, statt (Fortsetzung Seite 6) VW PRAESIDMT IUI ESCHKOL Ich bin gluecklich, dass es mir vergoennt ist, an diesem Rosch-Haschana im Namen der Regierung Israels wie auch in meinem eigenen, dem gesamten juedischen Volk, sei es in Israel oder in der Diaspora, die besten Wuensche fuer 5725 zu uebermitteln. Wir richten diese Wuensche ganz besonders an alle Neueinwanderer, die in unser Land zurueckgekehrt sind und nun ihr erstes Neujahrsfest ,mit uns begehen, wie auch an diejenigen, die sich auf dem Wege zu uns befinden. Wir hoffen, dass sie Wurzeln in unserer Erde schlagen sollen, dass sie sich im Lande einordnen, und dass sie an unseren Anstrengungen fuer eine bessere Zukunft teilhaben koennen. Wir erwarten, dass dieses neue Jahr allen denjenigen, welche die schwere Verantwortung fuer die Sicherheit und die Verteidigung unseres Staates /tragen, guenstig sei. Das Werk ihrer Haende sei gesegnet und sie moegen Kraft haben, den Frieden Israels zu gewaehrleisten. In diesen Augenblicken gedenken wir aber auch derjenigen juedischen Gemeinschaften der Welt, die der Verfolgung ausgesetzt sind und heute nicht zusammen mit uns das Neujahrsfest begehen koennen. Wieder einmal steht vor uns das Gespenst des Antisemitismus. Wichtige Jischuwim koennen heute nicht frei ihr geistiges juedisches Leben entfalten. Ihre Mitglieder sind oftmals getrennt von den Menschen ihrer engsten Familien. Sie sind und bleiben unsere Brueder, in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft; im Leid wie im Glueck, und wir erhoffen fuer sie ein Jahr der Wuerde und der Erloesung. Wir richten uns ebenfalls an die Millionen unserer Brueder, die in ihren Laendern in Freiheit und Wohlstand leben. Moege ihnen dieses Jahr eine Vertiefung ihres juedischen Bewusstseins bringen und eine Verstaerkung ihrer Anstrengungen fuer juedische Erziehung und fuer die Annaeherung an Israel. Allen Juden in Israel rufen wir zu, auch jm kommenden Jahr nicht nachzulassen in ihrer Arbeit fuer die Sicherheit des Landes, fuer die Verbesserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen, fuer die Durchfuehrung eines grossangelegten Erziehungsprogramms und fuer die Bereicherung unseres geistigen Lebens. Die Wahlen, die wir in diesem Jahre durchfuehren, werden wieder einmal die freiheitliche Demokratie unseres Landes unter Beweis stellen. Tun wir unser Moeglichstes, um im Laufe des nunmehr beginnenden Jahres alles zu .versuchen, den Aufstieg unseres Landes und unseres Volkes zu verstaerken, die Sammlung der Verstreuten zu intensivieren, und unsere Kinder im Geiste der Pioniere und der Loyalitaet zu erziehen. ^506298005 2377

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