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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1964-08-01 · 8 (Agosto, 1964) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVI (1964)
Issue
8 (Agosto, 1964)
Date
1964-08-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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AGOSTO 1964 BOLETIN INFORMATIVO 15 EIN HISTORIKER VON RANG Im Alter von ueber 85 Jahren verstarb in London Dr. Erich Eyck, einer der gründlichsten und tiefschüerfendsten Kenner der neueren deutschen Geschichte, insbesondere der Zeit Bismarcks und der Weimarer Republik. Erich Eyck, ein bewusster und aufrechter Jude, begann frueh sich im politischen Leben Deutschlands zu betaetigen. Er setzte sich fuer die Freisinnige - und spaeter in Berlin fuer die Demokratische Partei ein, Seine Promotion galt der deutschen Arbeiterbewegung. Im Vorwort zu seiner “Geschichte der Weimarer Republik“, Band I und II, (erschienen 1953) schreibt er, seine grundsaetzliche Haltung umreissend- “...Zum Verstaendnis und zur Loesung der Probleme vor denen heute Deutschland ebensowohl wie seine ehemaligen Gegner stehen, ist die Kenntnis und das Verstaendnis der unmittelbaren Vergangenheit unentbehrlich. Und ich glaube, dass jemand der diese Zeiten miterlebte und einen grossen Teil der handelnden Politiker gekannt oder wenigsten gesehen hat,... vielleicht doch in der Lage ist, ein .ebendigeres Bild jener Tage zu geben, als ein spaeterer Historiker, der sie erst aus Akten, Buechern und Zeitungen rekonstruieren muss. ... Nach menschlichem Ermessen nehme ich mit diesem Buch Abschied von der deutschen Geschichte... Ich moechte keineswegs den Eindruck erwecken, als ob ich das mir und Meinesgleichen im Namen des deutschen Volkes zugefuegte Unrechtvergessen haette... Der friedliche Wiederaufbau und Fortbestand unserer Kulturwelt ist (aber) ohne die willige Mitarbeit der Deutschen nicht moeglich. Aber diese Mitarbeit wird ihren vollen Wert nur haben, wenn... sie auch die Faehigkeit zur Selbsterkenntnis und Selbstkritik hoeher entwickeln und wenn nicht so viele unter ihnen an der Gewohnheit festhalten, fuer jedes Unglueck die Schuld stets nur bei den anderen zu sehen. Darum versuendigt sich der Gechichtsschreiber, der die Fehler der Vergangenheit... verschleiert, an der Zukunft,“ Erich Eyk war mehr als ein grosser Historiker. Er war, was man nur selten findet, gleichzeitig ein Meister der deutschen Sprache. Mit ihm ist einer derjenigen dahingegangen, die im besten Sinne die Symbiose juedischen und deutschen Geistes verkoerperten. Er musste erleben, wie die Barbarei einem jahrhundertelangen fruchtbaren Zusammenleben ein schreckliches Ende setzte, Menschen und Werte vernichtete und Anstand und Ehre in Blut ertraenkte. Es ist vielleicht sein groesstes Verdienst, dass er nicht verbitterte und verzweifelte, sondern mit leidenschaftlicher Liebe zur Freiheit und Wahrheit, gerade in den Jahren als alles verloren schien, immer wieder die Frage nach dem “Warum” stellte. So hat er uns Juengeren, die wir haeufig diese Zeit nicht erlebt oder wenigstens nicht bewusst erfasst haben, begreiflich machen koennen, wie es moeglich war, dass das Unbegreifliche geschah. Sein Andenken als Historiker, als Schriftsteller und als aufrechter Mensch wird in seinen Werken fortleben. | H. E. DES HERZL-ßlDES 1912-1982 | Herausgegeben im Auftrag des Praesidiums des Herzl-Bundes von Dr. Walter Goldstein. In zehn Kapiteln enthaelt das uns vorlie-! gende Buch bedeutend mehr als die blosse Widergabe der Geschichte einer Organisation. Es ist ein lebendiger Bericht ueber die Entwicklung I und das tragische Schicksal des deutschen Ju- | dentums, von den Jahren vor Beginn des ersten, j Weltkrieges bis zur Gegenwart, “den Toten zum j Gedaechtnis, den Lebenden zur Mahnung”. Die Ueber Schriften der Kapitel, “Sehnsucht” | —“Entstehung” — “Fruehe Bluete” — “Frue- | hes Unheil” |— “Krieg und kein Ende” — “Neue Sammlung” — “Neue Krisen” — “Verloesehen” — “Traditionskompanie Breslau” — “Erfuellung”, sind fuer den, zu lesen versteht, Hinweise auf Zeitstroemungen und Ereignisse, die j der Herausgeber, Dr. Walter Goldstein, in kla- ' rer und eindrucksvoller Art aus Dokumenten, Briefen und persoenlichen Erlebnissen vieler j Mitglieder des Herzl-Bundes vor dem Leser wie- , der aufleben laesst. , So ist dieses Buch ohne Zweifel ein wichti-; ger Beitrag zur Geschichte des deutschen Judentums, insbesondere des deutschen Zionismus, und hat als solches bleibenden Wert. ANZEIGEN ANNAHME für das BOLETIN INFORMATIVO Nueva York 52 - Of. 412 - TeL 87765 THEODOR NEUSS: “An und ueber Juden” Im Econ-Verlag erschien das oben genannte Buch. Dieser mit einem Vorwort von Karl Marx versehene und von Dr. Hans . Lamm zusammengestellte Band enthaelt schriftliche und muendliche Aeusserungen des verstorbenen Altbundespräesidenten an und ueber Juden in den Jahren von 1906 bis 1963. Neben den grossen allgemein bekannten Reden, bringt die Veroeffentlichung viele bisher unbekannte Aufsaetze und Briefe, die von dem tiefen Ernst und der grossen sittlichen Verantwortung, welche Prof .Heuss stets kennzeichneten, be - redtes Zeugnis ablegen. Von besonderem Interesse fuer den Leser ist auch ein Aufsatz ueber den verstorbenen Altbundespraesidenten, geschrieben vom Herausgeber, Dr. Lamm der besonders grossen Wert fuer alle hat, die mit seiner Gedankenwelt und seiner publizistischen Taetigkeit nicht speziell vertraut sind. Der uns vorliegende Band fuellt eine srouerbare Luecke in der Darstellung des Verhaeltnisses Deutscher und Juden in der ersten Haelfte dieses Jahrhunderts, und ist gleichzeitig ein bleibendes Denkmal des grossen Humanisten, den die Bundesrepublik Deutschland das Glueck hatte, ihren Praesidenten nennen zu duerfen. GN WARUM STEHST DU... (Schluss von Seite 1) men nur zwei Worte hinzu: “Ein Mensch, wenn Allah es will”. In dieser Formel des reli g i o e s e n Humanismus koennen wir alle uns einigen. Ein juedischer Dichter des Rheinlandes, Ludwig Strauss aus Aachen, hat in seinem letzten Buch, “Wintersaat — ein Buch aus Spruechen’’ zum Motiv der drei Ringe von dem wir ausgingen, etwa das Folgende gesagt: “Die Aufklaerer waren tolerant. weil man nicht wissen kann, wer den echten Ring hat. Me Romantiker, weil es nur vielen verschiedenen endlichen Ringen gegeben ist. den einen unendlichen symbolisch darzustellen. Wir sollten es sein, weil keine echte Kraft zu entbehren ist, wenn wir den echten Ring schmieden“. Der echte Rine: liegt also in der Zukunft. Er wird auch die sogenannten “Unglaeubigen” umfassen muessen. Die katholische Heilige Katharina von Sienna hat bei einem zum Tode Verurteilten und in der Kirchenpraxis mehr als lauen politischen Rebellen bis izur letzten Stunde ausgehalten und ihm den Abschied von dieser Erde erleichtert. Nur die grundlose Liebe kann den grundlosen Hass ueherwinden, der die Welt zu zerstoeren droht. Grundlose Liebe muss das gemeinsame Glaubenswort von uns allen werden. Das bedeutet auch Verzicht auf gegenseitige Mission, denn Mission ist nicht “grundlos” im Sinne der wirklich umfassenden Menschenliebe. In Gottes Orchester kann jeder von uns nur sein eigenes Instrument spielen. Tut er es so, dass er auf die Melodie des Ganzen bedacht ist und auf das Spiel der anderen Orchestermitglieder achtgibt, dann wird der Dirigent wohl fuer Harmonie sorgen. (Zum Abdruck von der CENTRA uebersandt) r KUNST UND LITERATUR EIN BILD GEHT IN DIE WELT Eine der Hauptattraktionen der internationalen Messe von New York ist die von der Kodak unter dem Motto “Frieden durch Verstehen“ veranstaltete Fotoausstellung bei der 300 Bilder aus 57 Laendern, ausgewaehlt unter 150.000 Einsendungen, den Besuchern gezeigt werden. nationalen Fotoverband in Bern ausgezeichnet, der Frau Moses das Ehrendiplom als “Kuenstlerin der Weltklasse”, eine nur sehr selten, verliehene Auszeichnung, uehersandte. Neben Landschafts und Portraitaufnahmen, beschaef tigt sich Frau Moses auch Das preisgekroente Bild, Camino rural’ V * mm Es ist fuer uns eine besondere Freude, dass sich unter den angenommenen und praemiierten Aufnahmen Arbeiten eines Mitgliedes unserer Gemeinde, Frau Gertrud Moses, befinden, die mit einer Landschaftsstudie “Camino rural”, die bronzene Medaille des mit der Ausstellung verbundenen internationalen Fotowettbewerbes gewann. Frau Moses, vielen Mitgliedern der S. C. I. nicht nur durch ihre fotografischen Arbeiten, sondern auch durch ihre in unserem Kreise gehaltenen Vortraege bestens bekannt, gehoert zu den wenigen chilenischen Fotokuenstlern deren Arbeiten internationale Anerkennung gefunden haben. Durch regelmaessige Ausstellungen in der Sala de Exposiciones del Banco de Chilenin der Universidad Técnica del Estado, im Rahmen des Departamento Audio-Visual der Universidad de 'Chile, der Casa de Cultura de Nuñoa und, vor allem, des Foto-Cine-Club ist Frau Moses weit ueber die Grenzen Chiles hinaus bekannt geworden. Viele ihrer Arbeiten wurden als repraesentativer chilenischer Beitrag zu internationalen Ausstellungen gesandt und durch den intermit Kompositionen, die ausgepraegt symbolhaften Charakter tragen. Besonders hervorheben moechten wir hier ein Foto “Die Traenen Israels”, im Besitz von Herrn Dr. Uri Naor, Botschafter Israels in Chile, ohne Zweifel eine ihrer markantesten Schoepfungen. Nicht minder interessant und wertvoll sind ihre Studien vom Karneval in Rio, die zu den lebendigsten und eindrucksvollsten Bildern gehoeren, welche wir Gelegenheit hatten zu sehen. Es ist die Absicht der Kodak, nach Beendigung der New Yorker Messe eine Wanderausstellung di e s e r 300 Bilder zu veranstalten. Wenn nun, diese Fotos, welche das Einmalige und gleichzeitig Universelle der verschiedensten Laender. gesehen und interpretiert durch die Persoenlichkeit des Fotografens darstellen, in die' Welt hinausgehen, so wird das Bild von Frau Moses Zeugnis davon ablegen, dass es einem Menschen unseres Kreises gelang die Essenz der chilenischen Landschaft so zu verspueren und kuenstlerisch zu verarbeiten, dass ihr Werk als charakteristisch fuer Chile ausgesucht werden konnte H. E. “Die Traenen Israels” (Im Besitz von Herrn Botschafter Dr. Uri Naor) 54

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