Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 5 (Mayo, 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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MAYO 1964 BOLETIN INFORMATIVO 21 DER WESTEN UND ISRAELS HILFE FUER DIE ENT WICKLUN GSL AENDER STAPELLAUF DES FRACHTSCHIFFS "ESTHER" IN DER HAIFAER WERFT HERBERT FIÎBEDEX (Jerusalem) Von Dr. In Kreisen des israelischen Aussenministeriums in Jerusalem war man peinlich beruehrt, als durch eine Indiskretion die hebraeische Morgenzeitung “Ha’arez” einen fuer internen Gebrauch bestimmten Bericht ueber Israels technische Hilfe in den Entwicklungslaendern ploetzlich zur Veroeffentlichung brachte. Dieser Report, 43 Seiten dick, war von der Abteilung fuer Internationale Beziehungen zusammengestellt worden und sollte lediglich in anderen Ministerien zirkulieren. Das Ueberraschende an der Publikation war nicht etwa das Zahlenmaterial ueber das Ausmass der israelischen Hilfe, sondern die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten, Gross-Britannien und Frankreich, jeder aus eigenen Gruenden und auf seine eigene Weise, von Israels Taetlgkeit in den Entwicklungslaendern - gelinde gesagt - nicht begeistert sind. Zwar heisst es da, dass prinzipiell die Vereinigten Staaten das Auftreten Israels in den jungen Staaten “als einen positiven Faktor fuer die demokratische Welt” ansehen; das hindert sie aber nicht, von Fall zu Fall anderer Meinung zu sein: so sehen sie nicht gern Israels Hilfe in Lateinamerika; fuehlen sich von israelischen Experten in Persiens Landreform auf die Seite gedraengt; und sind von Israels Aufbau der Jugendorganisationen Guajanas nicht erfreut. Waehrend sich die amerikanische Reaktion noch in freundschaftlichem Rahmen bewegt, sind die Briten in ihrer Opposition weit deutlicher. Ihre Animositaet gegen die israelischen Fachleute in Afrika geht nicht von dem britischen Personal an Ort und Stelle aus, sondern von London. “In Kenya kam es von britischer Seite zu vorsaetzlichen Versuchen in drei Faellen die israelische Hilfe zu sabotieren”, heisst es unverbluemt im Bericht. “Ein solcher Fall stellte ein Ausbildungskurs fuer Flieger dar”. Zu einer aehnlichen britischen Einmischung kam es in Tanganyika und ueberhaupt, enthuellt der Report, “kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass England das Tempo der israelischen Hilfe in Ostafrika zu verlangsamen sucht”. Die Tatsache, dass die neuen Regime in Ostafrika israelischen Rat und Beistand nicht se!ten dem von Gross-Britannien vorziehen, bildete ein Gespraechsthema, zwischen dem britischen Aussenmimster Butler und seiner israelischen Kollegin Golda Melr, als sie vor kurzem London besuchte. Trotz d°r vielen . freundschaftlichen Bindungen zwischen. Frankreich und Israel scheint sich die franzoesische Haltung in der Entwicklungshilfe nicht sehr von der britischen zu unterscheiden. “Die Empfindlichkeit der franzoesischen Beamten in den jungen Staaten macht den Kontakt zwischen ihnen' und den israelischen Experten oft recht schwierig”, liest man. Als in den unter franzoesischem Einfluss stehenden afrikanischen Staaten ein Land-Pionierkorps geschaffen werden sollte, in der Art, wie es sich in Israel bewaehrt hat, war man in franzoesischen Kreisen durch aus fuer ein solches Korps nach israelischem Muster - nur sollten es nicht Israelis, sondern Franzosen organisieren. Auch in Kamerun kam es zu aehnlichen Meinungsverschiedenheiten, und in Senegal machten es die Franzosen den Israelis schwer, beim Aufbau der Universitaet zu helfen. Die israelische Hilfe in den Entwicklungslaendern stellte naemlich eine eigene Gattung dar - sie lockt nicht mit Geld, nicht mit politischen Vorteilen, nicht mit militaerischen Versprechungen - sie vermittelt etwas, das keine der Grossmaechte bieten kann: Erfahrung. Israel ist ja selbst ein Entwicklungsland, das aehnliche Probleme zu meistern hat wie die meisten der neuen Staaten in Afrika und Asien, und deshalb» fuerehten die Westmaechte hier und da einen Verlust ihrer Einflussphaeren. Von 1957-1963 wurden aus jenen Laendern 5.73,2 Menschen zum Studium und zur Schulung nach Israel geschickt - 3.300 aus Afrika, Der 3.000 To grosse Frachter “Esther”, das erste in Israel erbaute groessere Schiff lief in Anwesenheit des Ministerpraesidenten und Verkehrsministers, sowie von etwa 5000 Gaesten in der Israelwerft in Haifa feierlich vom Stapel. Die “Esther” kostete IL 3 Millionen. Die Arbeiten dauerten anderthalb Jahre. In fuenf Monaten wird der Frachter den Auftraggebern, der Gesellschaft ZIM, uebergeben werden. In seiner Ansprache erklaerte Werftdirektor J. Liwertowsky, dass' zwei weitere Schiffe des gleichen Typs nunmehr fuer ZIM gebaut werden. Verkehrsminister J. Bar-Jehuda betonte, dass dieses Schiff, Ergebnis eines Pionierwerkes, einen ersten Schritt darstelle. Im Namen des Haifaer Arbeiterrates sprach Schalom Bahat und im Namen der Belegschaft zitierte J. Batan “Scheheche- 1.131 aus Asien, 854 aus Mittelmeerlaendem und 467 aus Lateinamerika. (Jeder dieser Kandidaten kostet den israelischen Steuerzahler ueber 400 Dollar pro Monat). In der gleichen Periode waren fast 1.000 israelische Experten in Afrika taetig, 180 in Asien, 100 im Mittelmeergebiet und 58 in Lateinamerika, alles in allem in 55 Laendern. Von den 28 unabhaengigen Staaten, die es auf dem “Schwarzen Kontinent” gibt, haben 25 die technische Hilfe Israels in Anspruch genommen. janu”. Z. Jechieli von der z,im-Direktion erklaerte. er habe vielen Stapellaeufen beigewohnt, sei jedoch nie so bewegt gewesen wie bei diesem historischen Ereignis. Minis terpraesident L e v i Eschkol, der in einem Helikopter nach Haifa gekommen war, betonte, dass wir an eine 3000-jaehrige Tradition anknuepfen. Doch habe Koenig Salomon seine Flotte xun, btdaven errichtet, waehrend wir aus eigener Kraft Schiffe bauen. Das Meer sei eine Fortsetzung des israelisehen Territoriums. Wir muessten grosse Anstrengungen machen, da Millionen Juden darauf warten, mit uns zu leben und zu arbeiten. Die Arbeiter haetten wohl Unstimmigkeiten mit der Werftleitung u. der Regierung gehabt doch koennten sie mit Recht auf ihr Werk stolz sein und das juedische Volk erwartet von ihnen erhoehte Bemuehungen. Ada Golomb, die Witwe des Haganafuehrers Elijahu Golomb, erinnerte an das erste Maapalimschiff der Hagana “Velos” vor 30 Jahren und die zwei Todesopfer, die damals fielen. Sie drueckte dann auf einen Knopf und eine Champagnerflasche zerschellte am Schiffsrumpf, jedoch glitt das Schiff nicht gleich ins Wasser, da offenbar die Vorsichtsmassnahmen zu intensiv gewesen waren. Erst nach Bemuehungen der Arbeiter glitt die “Esther” etwa eine Viertelstunde spaeter vom Stapel. (“Canfit”) Berlin ist eine Reise wert Architekten aus vielen Nationen haben am »Wiederaufbau von BERLIN mitgewirkt— auch Südamerikaner. Eine der interessantesten Neuschöpfungen Berlins zeigt unser Bild aus der Vogelperspektive: die Kongresshalle unweit des Brandenburger Tors. Dem Architekten wird aber noch viel mehr geboten: das Hansaviertel, die Neuordnung des Raumes um die Gedaechtniskirche und den Zoo, die Stadtautobahn usw. Berlin ist immer ein “Pflaster” gewesen, wo man dem Neuen aufgeschlossen gegenüber stand — das ist auch heute so. Der geteilten Inselstadt grösste Leistung liegt auf dem Gebiet des Bauwesens. Architekten und Baumeister haben hier nicht zurechtflicken müssen, sondern konnten neugestalten. Auch für den Touristen gilt: BERLIN RST EINE REISE WERT! Lufthansa I j i i